Ältester Sohn des Koppelmann F., Abkömmling der bedeutenden Rabbinerfamilien Fränkel aus Wien und Spiro aus Prag, und der Esther Fischels, einer Tochter des Leiters der Prager Gemeindejeschiwa Löb Fischels. Studien in Prag bei Feitel Bondy und an der Jeschiwa von Bezalel Ronsburg, nach der rb. Ordination zunächst Ausbildung für den Handelsberuf, 1825 zum Gymnasium nach Pest, Ungarn, 1827 Matura und Imm. an der Pester Universität, u. a. Studium bei Ludwig v. Schedius, 15. Nov. 1831 prom. das., 29. Dez. 1831 ernannt zum Leitmeritzer Kreisrb. mit Sitz in Teplice (Teplitz), Nordböhmen, als erster akademisch gebildeter Rb. der k. u. k. Monarchie. Tritt sein Amt am 26. April 1832 an, zwei Tage nach seiner Heirat mit Rachel-Rosa Mayer (st. 1872), Tochter des Bankiers Emanuel M. aus Teplice. Durch seine Gottesdienst- und Schulreformen erwirbt er sich am Ort „heftige Feinde“. Mai 1836 königlich-sächsischer Landesrb. in Dresden, dort 8. Mai 1840 Einweihung der Synagoge. Lehnt 1843 einen Ruf auf das Berliner Oberrt. ab, Teilnehmer der 2. Rb.-Versammlung, mit seinem Brief vom 18. Juli 1845 trennt er sich definitiv von der Reformbewegung und wird zum Gründer der „positiv-historischen Schule“ im Judentum mithin zum „ideologischen Vater des gegenwärtigen konservativen Judentums“ (M. A. Meyer). Im Orient 1846, S. 149-151, veröffentlicht er einen Aufruf an die Gleichgesinnten zu einer „Theologen-Versammlung“ in Berlin. Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1848, Nr. 225). August 1854 erster Leiter des „Jüdisch-theologischen Seminars Fraenckel’scher Stiftung“ in Breslau. Das ihm angebotene Prager Oberrt. lehnt er 1869 aus Altersgründen ab. Zum 70. Geburtstag ehrt ihn der dt. Kaiser mit dem roten Adlerorden 4. Klasse und die k. u. k. Monarchie mit dem Ehrentitel eines Hofrats.
Dokumente
SÚA Prag, HBF 164, fol. 23 mit seinem Prager Familianteneintrag
ÖStA/AVAWien, Alter Kultus, Israelitischer Kultus, Karton 4, vom 28. Nov. 1838: „Uebersicht der [...] in Böhmen angestellten Kreis-Rabiner“
CJA Berlin 75 A Dr 1/2 (= mic. CAHJP HM 2/6823): Rabbinerwahl in Dresden 1835-1836; enthält fol. 3 Älteste an F. am 21. Dez. 1835 über seine Wahl mit 53 von 73 Stimmen; 700 Rtl Fixgehalt; fol. 14 Zusage vom 2. März 1836; fol. 46-47v Dresdner Rat an Frankel über Vokation zum Oberrb. bei Gehaltszuschuß von 170 fl., 14./21. März 1836; fol. 48-51 F.s Forderung nach Bau einer gemeinsamen Synagoge; fol. 60-61v Kandidatenliste
StadtA Dresden, RA CXLII 180, Anstellung in Dresden, mit Wahlprotokoll vom Dez. 1835, Unterhandlung um Frankels Forderungen einer standesgemäßen Wohnung und staatlichen Vokation als Landesrb. für ganz Sachsen
Ebd., RA CXLII 239n, „Die dem Rabbiner bei der hiesigen isr. Gemeinde, Herrn Dr. Zacharias Frankel, fälschlicherweise beigemessene Gelderpressung betr., 1836“, dort vom 19. Dez. 1836 Frankels Stellungnahme zu seinen Gehaltsverhältnissen
Verschiedene Gutachten zur Statutenlegung der Dresdner jüdischen Gemeinde aus den Jahren 1837- 1850 in HStA Dresden, MfVb 11.132; StadtA Dresden, RA CXLII 196 und 199 Bd. II-III; dgl. für die Leipziger jüd. Gemeinde; HStA Dresden, MdI 832; ebd., MfVb 11.133; StadtA Leipzig, RA Kap. 42 F Nr. 1 Bd. I
CAHJP Jerusalem, „Berlin“, KGe 2, Nr. 146, und GStA Berlin, Rep. 76-III, Sekt. 12, Abt. XVI Berlin Nr. 2, Bd. IV, fol. 91-136, 165-167, 227-233: Gescheiterte Verhandlungen um Berufung nach Berlin
ŽM Prag, Nr. 128.402, S. 659-670, vom 31. Aug. 1869: Ablehnung eines Rufs auf das Prager Oberrt.
Manuskripte
Der Nachlaß kam aus dem Besitz des Jüdisch-Theologischen Seminars in Breslau zumindest teilweise an das ¯IH Warschau. Die hebr. Teile umfassen ohne Signatur das Ms. seiner Chronologie der Amoräer, Teil II (Lamed bis Taw), 210 Bl. [IMHM 30883], cod. 653 seine Liste der im Talmud Jeruschalmi genannten Tannaiten und Amoräer, 27 Bl. [IMHM 30829], Q 7/4 und Q 8/3 zwei hebr. Grußschreiben von Isaak Gastfreund und der Prager Gemeinde zu seinem 70. Geburtstag, 1871 [IMHM 11849 und 11850]
Sein Briefwechsel mit Bernhard Beer aus dessen Nachlaß; ¯IH Warschau, Wroclaw 1167 [Mic. CAHJP Jerusalem, HM 2/6189]
Ausführliches Gutachten über das jüdischen Kultuswesen; HStA Dresden, MfVb 11.131 vom 2. März 1835; ebd. Bericht über die isr. Kultus- und Unterrichtsverhältnisse in Dresden, 27. Okt. 1836
Zwei Gutachten über den jüdischen Eid; StadtA Dresden, RA CXLII 202 vom 8. März 1838 und HStA Dresden, MfVb 11.140 vom 17. Sept. 1838
Gutachten zum jüd. Schulwesen; HStA Dresden MfVb 11.132, vom 15. Juni. 1837 und StadtA Dresden, RA B.VIIa 164 vom 4. Okt. 1839
Die Berliner Zentralkartei der Autographen nennt Briefe in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, „Mittlere Briefsammlung“, sowie in der UB Heidelberg, H. Hs. 2746 (an Joseph Anton Mittermaier, 1846 u. 1847).
Publikationen
(Bibliographie bei Marcus Brann, „Verzeichniss der Schriften und Abhandlungen Zacharias Frankel’s“, MGWJ 1901, 336-352; MGWJ-Artikel auch bei Kreutzberger, S. 15-17; erweitert bei Brämer, Frankel, S. 433-448) Rede, bei Gelegenheit der Feier des Dankfestes für die durch die göttliche Vorsehung von dem Leben Sr. Majestät des jüngeren Königs von Ungarn glücklich abgewendeten Gefahr, Prag 1832
Rede bei der Grundsteinlegung der neuen Synagoge zu Dresden, 1838
Die Eidesleistung bei den Juden in theologischer und historischer Beziehung, 1840
Die Heiligung des Gotteshauses. Rede bei der Einweihung der israelitischen Synagoge zu Dresden, 1840
Historisch-kritische Studien zu der Septuaginta nebst Beiträgen zu den Targumim, 1841
Mitarbeiter am Orient (1841-50)
Die Prüfungen Israels, Predigt über die Rückschläge der Emanzipationsbemühungen, Dresden und Leipzig 1843
Schreiben an den preußischen Kultusminister Eichhorn (6. Febr. 1843), in Orient 1843, S. 180-182; darin S. 181: „es erfährt die Synagoge seit einer Reihe von Jahren eine Misachtung in den preußischen Staaten, wie sonst selten; wie sie auf mich, der in einem Staate lebt, wo die jüdische Confession als Confession anerkannt ist und fast dieselben Rechte wie die herrschende Landeskirche genießt, den peinlichsten Eindruck machen muß“
Dankesbrief an die rhein. Ständeversammlung, datiert aus dem Badeort Œwinoujœcie (Swinemünde), 27. Juli 1843, bei Wedell, „Düsseldorf“, S. 198-201; und Kastner, Provinziallandtag, S. 750-752
Hrsg. Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums, 1844-46; im ersten Band „Über Reformen im Judenthume“, S. 3-27; „Gutachten über den Reformverein“, S. 49-60; „Über die projectirte Rabbinerversammlung“, S. 89-106; „Über Öffentlichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsverfahrens nach mosaisch-talmud. Rechte“, S. 141-169; „Die amtliche Stellung des Rabbinen in der Gegenwart“, S. 209-224; „Die Rabbinerversammlung zu Braunschweig“, S. 289-308
Widerspruch gegen die kolportierte Darstellung, er habe privat an der rb. Qualifikation von S. R. Hirsch gezweifelt, AZJ 1845, S. 40
„Über die Zeit der frühesten Übersetzer des Alten Testaments“, in Verhandlungen der ersten Versammlung deutscher und ausländischer Orientalisten in Dresden 1844, Leipzig 1845, S. 10-16
Beitrag zu Zulässigkeit und Dringlichkeit der Synagogen-Reformen, Wien 1845
Der gerichtliche Beweis nach mosaisch- talmudischem Rechte, 1846
Ueber den Einfluß der palästinischen Exegese auf die alexandrinische Hermeneutik, 1851; Kurzfassung in ZDMG 1850, S. 102-109, mit der Schlußfolgerung „Palästina und Alexandrien müssen in der Wissenschaft mit einander Hand in Hand gehen“
Hrsg. Monatschrift für die Geschichte und Wissenschaft des Judenthums, seit 1851
„Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion“, MGWJ 1 (1851), S. 7-21, 41-56, 81-98, 121-145
„Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche“, MGWJ 4 (1855), S. 161-181, 205-218, 241- 250, 410-413, 447-454
Ueber palästinensische und alexandrinische Schriftforschung, 1854
Darche ha-Mišnah, Einleitung in die Mischna, Tosefta, Mechilta, Sifra und Sifre, Leipzig 1859, 354 S.; Gegenschriften von Benjamin Hirsch Auerbach, Samson Raphael Hirsch (siehe dort) sowie Gottlieb Fischer, „Der Oberrabbiners und Seminardirektors Herrn Dr. Z. F. hodegetisches Werk über die Mischnah. Ein Sendschreiben an alle Freunde der Wahrheit und unserer jüdischen Zukunft“, Jeschurun 7 (1860/61), S. 196-214, 241-252, 470-491; Salomon Wolf Klein, Mi-pene qošät, Fft./M. 1861, 36 S.; S. L. Rapoport, Me’or ‘Enayyim. Beleuchtung des Hirsch-Frankel’schen Streits, Wien 1861
Grundlinien des mosaisch-talmudischen Eherechts, 1860
Dr. Bernhard Beer. Ein Lebens- und Zeitbild, 1863
Entwurf einer Geschichte der Literatur der nachtalmudischen Responsen, 1865
„Das israelitische Seminar zu Paris“, MGWJ 16 (1867), S. 227- 234
Mavo’ ha-Yerušalmi, Einleitung in den Palästinischen Talmud, seine Autoren und Auslegungsmethoden, hebr., Breslau 1870, 165 S.; 2. Aufl. Berlin 1923
Gutachten ausländischer Rabbinen, S. 19, gegen die ungarische Trennungsorthodoxie
Zu dem Targum der Propheten, 1872
’Ahavath S. iyyon, Kommentar zum Palästinischen Talmud, Bd. I zu Berachoth, Pe,’ah und Demay, Wien und Krotoschin 1874-75, 91 + 38 Bl. Werkausgabe. Textauswahl in hebr. Übersetzung von Rivka Horwitz, Z. F. and the Beginnings of Positive-Historical Judaism (hebr.), Jerusalem 1984.
Bildmaterialien
JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnisse).
Literatur
AZJ 1837, S. 57, Schulprüfung in Dresden
AZJ 1840, S. 131, Dresdner Synagogenordnung
Orient 1840, S. 340f; Lob seines Wirkens in Teplice; die Schulreform gelang ihm durch „sein jugendliches Feuer, welches ihn zwar noch oft genug mit sich fortriß“
Einweihungsfeier der neuerbaueten Synagoge der isr. Gemeinde zu Dresden, Dresden 1840
Gotthold Salomon, Sendschreiben an den Herrn Dr. Zacharias Frankel, in Betreff seines im ’Orient’ mitgetheilten Gutachtens über das neue Gebetbuch der Tempelgemeinde zu Hamburg, Hamburg 1842
AZJ 1842, S. 627f, 680f; 1843, S. 127f, 569f gescheiterte Verhandlungen um den Ruf nach Berlin
AZJ 1845, S. 474-477, 498, 519, 532, 548, 577 Austritt aus der Rb.-Vers. und diesbezügliche Polemiken
AZJ 1845, S. 675, Grußadresse der oberschlesischen Rb. an ihn
Samuel Holdheim, Die erste Rabbinerversammlung und Herr Dr. Frankel, 1845
Ders., Das Religiöse und Politische im Judenthum mit besonderer Beziehung auf gemischte Ehen. Eine Anwort auf Herrn Dr. Frankel’s Kritik, Schwerin 1845
Im INJ 1845-1846 wird Frankel Lieblingsziel der reformerischen Polemik; man nennt ihn einen „jesuitischen Oberrabbiner“ (S. 8); „Frankel mit der Conservativ- Reformermiene, mit seinem religiösen Ernste, der ihn nie zur Religion kommen läßt, mit seinem ewigen Hin- und Herfaseln“ (S. 40), „Frankel, der das Glück oder Unglück hat, insofern von einer buntscheckigen jüdisch-theologisch-literarisch-mikrologischen Gauklerbande als geistliches Oberhaupt anerkannt zu werden“ (S. 132), „ein Comptoir-Bedienter des Handlungshauses Talmud & Comp., ihm gegenüber so wenig selbständig, wie sein ehrenwerter Amtsbruder in Emden“ (S. 196)
AZJ 1847, S. 736; 1848, S. 31f, Ignaz Einhorn gegen Frankels „unhistorische Faselei“ und Widerspruch von B. B[eer]
AZJ 1848, S. 110f, über seine Vorlesungen für die „erwachsene jüdische Jugend“
AZJ 1851, S. 234, Reise nach Prag und Treffen mit S. L. Rapoport
AZJ 1853, S. 218f; 1854, S. 413f, 424f, Berufung zum Leiter des Jüdisch-theol. Seminars und dessen Eröffnung
Daniel Eduard, Dem Friedensfürsten Sein unveräußerlicher Vorzug bewahrt. Offenes Sendschreiben an den Herrn Ober-Rabbiner Dr. Frankel mit Beziehung auf seinen jüngst gehaltenen Festvortrag, Breslau 1855
AZJ 1857, S. 605, Teilnahme an der 17. Orientalistenversammlung
Festes-Gruß dem hochverehrten Lehrer dem Herrn Ober-Rabbiner und Direktor Dr. Z. F. zur Feier seines fünf und zwanzigsten Amtsjubiläums dargebracht von den Hörern des jüdisch-theologischen Seminars, Breslau 1857
AZJ 1858, S. 674, erlaubt Blumenschmuck auf Gräbern
AZJ 1861, S. 174, Polemik mit S. R. Hirsch
AZJ 1861, S. 230, Stellungnahme des Reformrb. A. Wiener zu seinen Gunsten
Graetz, Geschichte3, Bd. XI, S. 525, 538f
Adolph Kohut, Memoiren eines jüdischen Seminaristen. Zur Würdigung des Breslauer jüdisch-theologischen Seminars Fränkelscher Stiftung, Prag 1870
Einleitung in den Talmud: ein Theil der Abhandlung über Maasse und Gewichte im Pentateuch und Talmud von Joseph Ibn Aknin. Edirt zu Ehren des Oberrabbiners Dr. Z. F., Directors des jüdisch-theologischen Seminars Fränkel’scher Stiftung zu Breslau, als Jubelschrift zu seinem siebzigsten Geburtstage 23. Tischri 5632, herausgegeben vom Lehrercollegium des Seminars, Breslau 1871
„Dr. Zacharias Frankel zu dessen 70jährigen Geburtsfeste“, Neuzeit 1871, S. 489f
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 113
ADB VII 266
Nachruf von Graetz in MGWJ 24 (1875), S. 97f
Benjamin Rippner, „Z. F. Ein Lebensbild“, ebd., S. 145-148
Nachruf von Szanto in Neuzeit 1875, S. 59-61, sieht in der Erkenntnis, „daß das Leben mächtiger als die Theologie sei“, den Grundgedanken F.s: „Forschen, Wissen ansammeln, aufspeichern sei die Aufgabe des Gelehrten, und dem Leben bleibe überlassen, was des Lebens ist, sich selber zu zerstören und wieder zu regeneriren [...] Die Neuorthodoxie verketzerte den Gelehrten, weil er es unumwunden aussprach, daß vielerlei Satzungen, die als sinaitisch-mosaisch gelten, nur das Resultat gelehrter Berathung der alten Talmudweisen waren; die Reformpartei verlästerte ihn ob seiner Unentschiedenheit, Zaghaftigkeit und vermeintlichen Halbheit. Er selber stand über den Parteien und ward darum von Bedenklichkeiten aller Art und Gattung, und von seiner eigenen tiefinnersten Duldsamkeit und Friedensliebe sehr gequält“. Ebd., S. 85 erwähnt aus Öst.-Ungarn neben der Gedenkrede Jellineks weitere der Rb. Mich. Adler, Abr. Stein und Mor. Tauber in Prag, Abr. Placzek in Brünn, Prediger Dr. Kohn in Wien, Dr. Moritz Salzberger in Dolný Kubín (Alsókubin), Slowakei, und S. H. Fischmann in Kecskemét, Ungarn
UI 30 (1874/75), S. 392f. 442f. 476: „Pendant vingt ans le vénérable défunt dirigea le séminaire avec un brillant succčs. Presque tous les rabbins actuels d’Allemagne et d’Autriche, et les meilleurs, étaient ses élčves et sont restés ses admirateurs“
Wolf Landau, Predigt zur Gedächtnisfeier am 9. März 1875 zu Ehren des am 13. Februar 1875 heimgegangenen Seminardirector Dr. Z. F., Oberrabbiner der israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden von 1836-1854, mit Bezugnahme auf den kurz vorher verschiedenen Rabbiner Dr. Abr. Geiger, Dresden 1875
Joseph Perles, Worte der Erinnerung an den verewigten Ober-Rabbiner und Seminar-Direktor Dr. Z. F., München 1875
Samuel Kohn, Die beiden Gotteswege. Predigt zur Jahrfeier der Chewra Kadischa und zur Erinnerung an Dr. Z. F., Budapest 1875
Alexander Kohut, „Gedächtnißrede auf den Oberrabbiner und Seminardirector Dr. Z. F.“, Israelitisches Predigt-Magazin 1 (1875), S. 243-255
Theodor Kroner, „Rede zum Gedächtniß des Oberrabbiners und Seminardirectors Dr. Z. F.“, ebd., S. 256-262
Jacob Guttmann, „Gedächtnißrede auf Z. F.“, ebd., S. 262- 270; Bernhard Ziemlich, „Rede am Grabe des verew. Oberrabbiners und Seminardirectors Dr. Z. F.“, ebd., S. 271-276
David Kaufmann, „Z. F.“, MGWJ 25 (1876), S. 12-26
H. Liebermann, „Z. F.“, Deutscher Volks-Kalender. Insbesondere zum Gebrauch für Israeliten 23 (1876), S. 87- 91
Leopold Treitel, Gedächtnisrede auf den verewigten Seminardirector, Oberrabbiner Dr. Z. F., gehalten am 13. Februar 1876, Barby 1877
Siegmund Maybaum, „Trauerrede zu Ehren des Oberrabbiners Dr. Z. F.“, in Maybaum, Fest- und Gelegenheits-Predigten, Breslau 1878, S. 218- 223
Baeck, Geschichte, S. 499f, 503, 518
Moritz Krakauer, Z. F.’s principieller Standpunkt in der Reformfrage des Judenthums bis zum Zusammentritt der ersten Rabbiner-Versammlung in Braunschweig im Jahre 1844. Vortrag, Pasewalk 1883
Julius Stein, Geschichte der Stadt Breslau im 19. Jh., Breslau 1884, S. 548f
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 315-318
Kayserling, Gedenkblätter, S. 19f
Emil Lehmann, „Z. F.s Berufung nach Berlin“, in: AZJ 56 (1892), S. 581f
Manuel Joël, „An der Bahre des Oberrabbiners und Seminardirectors Dr. Z. F.“, in Joël, Predigten aus dem Nachlaß, Breslau 1894, Bd. II, S. 295-301
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 739f, 767-769, 791 („Frankel legte auf seine homiletischen Leistungen nie grossen Werth und ließ nur einige Gelegenheitsreden drucken“), 860, 865f
S. Feßler, „Ein Gedenkblatt“, AZJ 1891, S. 103f, 112ff
Ludwig Geiger, „Aus M. Veits Nachlaß: Frankel und Mannheimer“, AZJ 1895, S. 271ff
Simon Bernfeld, „Z. F. in Berlin“, AZJ 62 (1898), S. 343-346, S. 356-358, S. 368-370, S. 389- 391, S. 404, S. 437-439, S. 461-463, S. 486-488, S. 536-538, S. 569f., S. 582f., S. 595-597, S. 606-608
Louis Ginzberg, „Zachariah Frankel“, The Menorah 31 (1901), S. 349-363; nachgedruckt in Ginzberg, Students, Scholars, and Saints, New York 1958, S. 195- 216
Marcus Brann, „Die Familie Frankel“, MGWJ 45 (1901; auch Separatausgabe hrsg. von Marcus Brann unter dem Titel Z. F. Gedenkblätter zu seinem 100. Geburtstage, Breslau 1901), S. 193-213
Alexander Kisch, „Prager Notizen zur Biographie Z. F.s“, ebd., S. 213-226
Josef Eschelbacher, „Z. F.“, ebd., S. 227-242
Moritz Güdemann, „Z. F., von ihm und über ihn“, ebd., S. 243-253
Leopold Treitel, „Z. F.s Verdienste um die Septuagintaforschung“, ebd., S. 253- 262
Lieber Dobschütz, „F.s Einleitung in die Mischna“, ebd., S. 263-278
Marcus Brann, „Verzeichnis der Schriften und Abhandlungen Z. F.s“, ebd., S. 336-352
Marcus Brann, „Autobiographische Aufzeichnungen Z. F.s“, ebd., S. 558-562
Adolf Schwarz, „Z. F., Gedächtnißrede“, JJGL 5 (1902), S. 140-158
JE V 482-84 mit Bildnis
Marcus Brann, Geschichte des Jüdischtheologischen Seminars (Fraenckel’sche Stiftung) in Breslau. Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum der Anstalt, Breslau 1904
Moritz Güdemann, „Das Jüdisch-theologische Seminar“, Ost und West 1904, S. 744ff charakterisiert ihn: „Frankel war nicht, was man eine schöne männliche Erscheinung zu nennen pflegt. Kopf und Antlitz erinnerten an die antiken Bildnisse von Sokrates. Aber er imponierte, abgesehen von seiner großen wissenschaftlichen Bedeutung, durch seine würdige Haltung, die ungesucht war und sich nie etwas vergab. [...] Seine Frömmigkeit war gross, tief, ehrlich, still. Sie fiel niemand lästig. [...] Er war mit einem Worte eine zusammengefaßte Natur, die nie aus dem Leim ging, nie ihren Schwerpunkt verlor, und wie prädestiniert für die Aufgabe, das erste Seminar ins Leben zu rufen“ (Nachdruck bei Kisch, S. 297-301)
Heimann Auerbach, Z. F. als Rabbiner, Breslau 1908
Julius Greilsheimer, Z. F.s Tätigkeit für die Juden bei der Regierung, Breslau 1916
Markus Brann, „Wie Z. F. nach Teplitz kam“, Fr. jüd. Lehrerstimme 6 (1917), Nr. 1-8; Separatdruck Berlin und Wien 1917
JL II 724-726 mit Bildnis
Wininger II 293f
EJ dt. VI 1090-1094
Weihs, Teplitz, S. 14f, mit Bildnis
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 649, mit Bildnis S. 655
Rudolf Lacher, „Der ’Friedensfürst’. Zum 60. Todestage Z. F.s“, Israelitisches Familienblatt 37 (1935), Nr. 6 Beilage
Elbogen, Juden in Deutschland, S. 214, 245
Eliav, Jüdische Erziehung, S. 385, 440
Guido Kisch (Hrsg.), Das Breslauer Seminar. Jüdisch-theologisches Seminar (Fraenckelscher Stiftung) in Breslau 1854- 1938. Gedächtnisschrift, Tübingen 1963
David Rudavsky, „The Historical School of Z. F.“, JSS 5 (1963), S. 224-244
Jacob Schechter, „Rabbi Zecharyah Franqäl“, in Simon Federbusch (Hrsg.), H. åchmath Yiœra’el be’Eropah, Jerusalem 1965, S. 255-266
David Rudavsky, „Haškafothaw šäl Zecharyah Franqäl ‘al be‘ayyath ha-histaggeluth leruah. ha-zeman“, Peraqim 4 (1966), S. 161-183
Michael A. Meyer, „Jewish Religious Reform and Wissenschaft des Judentums: The Positions of Zunz, Geiger and Frankel“, LBIYB 16 (1971), S. 19-41
EJ eng. VII 80-82
’Äns. iqlopädyah ‘ivrith XXVIII 323f
Joel Gereboff, „The Pioneer: Z. F.“, in Jacob Neusner (Hrsg.), The Modern Study of the Mishnah, Leiden 1973, S. 59-75
Rivka Horwitz, „Z. F.’s 1842 Idea of Jewish Independence in the Land of Israel“ (hebr.), Kiwwunim 6 (1980), S. 5-24
Ismar Schorsch, „Z. F. and the European Origins of Conservative Judaism“, Judaism 30 (1981), S. 344- 354
Meyer, Response to Modernity, S. xi, 84-90, 105-108, 117-119, 124, 133, 136f, 140f, 150, 153f, 162, 187, 191, 196, 270. „As if organically, he grew out of the traditional world of his upbringing into the role of a modern German rabbi, well versed in the scholarship and culture of his day. Without apparent ambivalence or inner conflict, he reached a position advocating moderate religious reform and a delicate compromise between textual authority and historical criticism. During more than forty years of public activity, his position remained essentially the same: he was always a man of the golden mean“ (S. 85)
Battenberg, Bd. II, S. 158f (mit Bildnis), 162164
Zeugnisse jüdischer Kultur, S. 224, mit Bildnis
Maier, Jüdische Religion, S. 640
Wlaschek, Bohemia, S. 55
Roland Goetschel, „Aux origines de la modernité juive: Z. F. (1801- 1875) et l’école historico-critique“, Pardčs 19/20 (1994), S. 107-132
Andreas Brämer, „Lehrer der Jugend - Lehrer des Alters. Z. F. als Gemeinderabbiner in Teplitz und Dresden“, Trumah 4 (1994), S. 63-90
Andreas Brämer, „’Wissenschaft des Judentums’ und ’Historische Rechtsschule’. Zwei Briefe Z. F.s an Carl Josef Anton Mittermaier“, Aschkenas 7,1 (1997), S. 173-179
Andreas Brämer, „Revelation and Tradition. Z. F. on the Controversy Concerning the Hodegetica in Mischnam from His Letters to Bernhard Beer“, JSQ 5,2 (1998), S. 171-186
Heuer (Hrsg.), Lexikon, VII 296-303
Fiedler, „Migracje ¿ydowskie“, S. 80
DBE III 405
Brämer, Rabbiner und Vorstand, Reg
Andreas Brämer, Rabbiner Zacharias Frankel: Wissenschaft des Judentums und konservative Reform im 19. Jahrhundert, Hildesheim 2000; nach Ansicht des Autors „war Frankel ein Vielschreiber ohne echte Brillanz [...] Von seiner Persönlichkeit her entsprach Frankel also keineswegs dem Idealtypus der genialen und energischen Leitfigur, wie sie sich zahlreiche Gemeinden wünschten, die für einen konservativen Modernisierungskurs eintraten [...] Aber er war es, der die eher diffusen Vorstellungen von einem ‘Mittelweg’ in Worte kleidete und ihnen als ‘positiv-historisches Judenthum’ programmatische Form verlieh“ (S. 418f)
Ders., „Auf der Suche nach einer neuen jüdischen Theologie: Die ’Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums’ (1844-1846)“, Menora 12 (2001), S. 209-228
Biografisch-Bibliografisches Kirchenlexikon, Bd. XIX (2001), Sp. 430-445
HÖAAJH, Bd. I, S. 350, Nr. 2715
Andreas Brämer, „Die Anfangsjahre der „Monatsschrift für die [!] Geschichte und Wissenschaft des Judenthums“ (1851-1868); kritische Forschung und jüdische Tradition im Zeitalter der Emanzipation“, in: Zwischen Selbstbehauptung und Verfolgung: deutsch-jüdische Zeitungen und Zeitschriften von der Aufklärung bis zum Nationalsozialismus, hrsg. Michael Nagel, Hildesheim 2002, S. 139-157
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 92, 120, 407, 425, 459, 478, 555, 565, 570, 572, 579, 594, 596, 612, 618, 635, 673-681.