Um 1856 Bezirksrb. in Kikinda (Nagykikinda), Woiwodina, verliert 1860 durch die Magyarisierung von Schule und Kultus seine Stelle. 1861 Landesrb. der hessen-homburgischen Exklave in Meisenheim, die 1866 von Preußen annektiert wird.
Dokumente
LHA Koblenz, 386/469, Personalakte; unter dem 19. Juli 1861 notiert die Reg. seine Wahl für die Juden in Meisenheim, Staudernheim, Weddersheim, Merxheim und Hundsbach. Rb. Fromm (Bad Homburg) protestiert gegen ihn wg. Gebotsübertretungen, u. a. sei er am Sabbat gereist, wofür L. ein ärztl. Zeugnis über Erkrankung seiner Frau beibringt. „Lasar Latzar stammt aus Galizien; die Gründe, weshalb er seine Stelle in Ungarn aufgegeben hat, sind nicht klar vorgelegt, sein Auftreten hier ist nicht tadellos; daher gebietet die Vorsicht, daß die Bestätigung des p. Latzar als Rabbiner in Meisenheim von Seiten des Staats nur als eine provisorische und auf Widerruf ertheilt werde“. Am 28. Juni 1864 Gesuch Latzars um Verbesserung seiner mitsamt den Emolumenten nur 670-680 fl. betragenden Einkünfte
HStA Wiesbaden, 310 XIV c 2 Nr. 43, vom 17. Sept. 1861 mit Ruhm des Bad Homburger Vorstands über ihn
CAHJP Jerusalem D/ Ba17a/37, Bewerbung in Bamberg vom 11. Feb. 1863, mit dem Bemerken: „Da dessen Character, Talente und Fähigkeiten auch in weiter Ferne zur Genüge bekannt sind, so unterläßt er einstweilen die Einsendung der Zeugnisse“. Joseph Aub dagegen, 26. März 1863: „Er ist aber eine unbekannte Grösse, von welcher wir Rabbiner hierlands noch nichts gehört haben“. Aus Hannover erhielt er am 21. Juni 1863 eine Empfehlung von „J. J. Krimke, Klausrabbiner“
ZA Brünn, Moravské místodržitelství - presidium, sign. 2/20, Bewerbung in Přerov (Prerau) vom 7. März 1864.
Publikationen
Gelegenheitsrede gehalten zu Gr.-Kikinda am Geburtsfeste Sr. Majestät des Kaisers und Königs Franz Josef des Ersten, 1856
Andere Predigt desselben Titels, 1857
Rede zum Andenken des [...] Durchlauchtigsten souverainen Landgrafen Ferdinand von Hessen, Meisenheim 1866.
Epigraphik
Grabstein in Meisenheim auf dem jüdischen Friedhof im Bauwald, Nr. 120; siehe Anthes, „Meisenheim“, S. 94.
Literatur
AZJ 1861, S. 696, als „Landgräflicher Rabbiner des Ober-Amtes Meisenheim am Glan“ schreibt L. die Lehrerstelle bei der Gem. aus
AZJ 1863, S. 504, Spende für die Rießer-Stiftung
AZJ 1867, S. 133f, Festpredigt bei der Einweihung der neuen Synagoge
AZJ 1867, S. 418f, Vereidigung als Staatsbeamter bei der preuß. Machtübernahme