sein Vater weiht ihn bei seinem Tod 1813 dem relig. Studium
erster Unterricht bei Eisik Schwalje, 1814 zur isr. Bürgerschule Michael Creizenachs in Mainz, 1819 Talmudstudien an der Jeschiwa bei Gumpel Weismann, Ephraim Kastel und Löb Ellinger, 2. Nov. 1825 imm. Würzburg als Student der Philos. und Besuch der Jeschiwa von Oberrb. Abr. Bing, 1. Dez. 1827 ext. Abitur in Gießen, 20. Jan. 1828 imm. (Philos.) das., 20. Nov. 1828 prom. das. Ordiniert von Rb. Koppel Bamberger in Mainz, großhzgl.-hess. Staatsprüfung, 15. Nov. 1829 Bezirksrb. für Oberhessen mit Sitz in Gießen. 1832 Heirat mit Henriette Mayer (1806-1842) aus Mannheim
auch seine zweite Frau Gitel gen. Jettchen (1816-1845) starb in jungen Jahren. Anhänger der Reform, 1833 Orgel, 1835 Mitglied in Geigers „Verein jüd. Gelehrter“. Bewerber um das Darmstädter Landesrt. (1859). Leitet in Gießen am 11.-13. Juni 1855 eine Rabbinerkonferenz und am 17. Mai 1860 eine Vorsteher- und Lehrer-Konferenz für die Juden des Ghzm. Hessen. Ehrenmitglied im „Hessisch-israelitischen Lehrerverein“ (1888). Nach 68jähr. Tätigkeit tritt er zum 10. Juli 1897 in den Ruhestand. Vater des Münchner Hofkapellmeisters Hermann Levi (1839-1900), der 1882 die „Parsifal“-Uraufführung dirigierte.
Dissertation
De eis, quae omnibus summi Numinis colendi rationibus sunt communia, Diss. Gießen 1828; “hat eine gedruckte Thesensammlung vorgelegt, die bis 1945 in der UB Gießen vorhanden war“ (Kössler, Dissertationen, S. 33).
Dokumente
StadtA Mainz, 50/887, Familienbuch, Eintrag Nr. 51 (Hausnr. D 418)
HStA Wiesbaden, 365/370, Friedhofsbuch Gießen, fol. 45 (Geburtsdatum hier 7. Okt. 1806); fol. 6 und 8 verzeichnen die Begräbnisse seiner beiden Ehefrauen.
Manuskripte
Jerusalem CAHJP G1/146 Korrespondenz.
Publikationen
Predigt, gehalten beim Antritte seines Amtes als Großherzoglich-Hessischer Oberrabbiner der Provinz Oberhessen, Gießen 1829
„Beweis der Zulässigkeit des deutschen Chorgesanges mit Orgelbegleitung bei dem sabbatlichen Gottesdienste der Juden“, in Archiv der Kirchenrechtswissenschaft 3, 1832, S. 57-95; auch separat erschienen
Predigt, gehalten in der Synagoge zu Mannheim Šabbath Perašath Balaq 1835, Mannheim 1835 (Rosenthal, Badische Juden, S. 336, erwähnt den großen Eindruck dieser Gastpredigt)
Gutachten zugunsten Abr. Geigers, 19. Aug. 1842, in Rabbinische Gutachten über die Verträglichkeit der freien Forschung ..., Bd. II, S. 1-2
Confirmation zweier taubstummer Geschwister, vollzogen in der Synagoge zu Friedberg, Friedberg 1844
Beitrag zu den Rabbinischen Gutachten gegen den Frankfurter Reformverein, 1844
Das Programm der radikalen Reformfreunde der israelitischen Religionsgemeinde Gießens beleuchtet, 1848 (Gegenschrift von A. Rosenthal, Das Programm der israelitischen Reformfreunde zu Gießen gegen die Angriffe des Rabbinen Herrn Dr. Levi in Schutz genommen, o. J.)
Rede, gehalten am Grabe des Realschülers Hoff, Gießen 1855
Gutachten über Verbindung von Lehrer- u. Schächteramt, AZJ 1855, S. 614-616
Predigt bei der Einweihung der neuen Synagoge zu Düdelsheim, Büdingen 1861
Eherechtliche Frage; AZJ 1862, S. 474
Synagogenweihe in Gießen, zwei Predigten, 1867
Beiträge zu AZJ, IVL.
Literatur
AZJ 1845, S. 172f.; 1847, S. 101
AZJ 1855, S. 288, 411-13, 423-26, Rabbinerkonferenz
AZJ 1860, S. 168ff, Streitigkeiten mit seinem Kollegen Jul. Landsberger in Darmstadt wegen der gemeinsam mit Formstecher einberufenen Lehrerkonferenz
AZJ 1864, S. 8 Mißstände in der Gießener Gemeinde trotz des „trefflichen und gefühlvollen“ Rb. Levi
AZJ 1868, S. 575, Teilnahme an der Reformsynode
IWS 1870, S. 21 Anekdote von der Hochzeit seiner Tochter mit einem franz. Offizier
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 25-39
AZJ 1879, S. 680
Lippe 1879/81, S. 277
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 804
Gemeindebote vom 19. Juni 1896, S. 3
AZJ 1897, Nr. 30, Beilage, S. 4
Nachruf AZJ 1899, S. 172-174
JE VIII 24
Hessische Biographien, Bd. I, S. 426-428
Wininger IV 43
Lazarus, „Kassel“, S. 598
Arnsberg, Hessen, Bd. I 67, 256f; Bd. II, S. 20, 129, 229, 231
EJ eng. XI 81f über seinen Sohn
Schorsch, „Rabbinate“, S. 246
DBE VI 358
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 94, 112f, 464, 612f.