Ein Zögling von Löb Eger in Halberstadt, dessen Nachfolge er 1824 antritt. Wegen seiner mangelhaften Deutschkenntnisse läßt er seine Predigten von den Schullehrern simultanübersetzen. Mitsamt seinen Assessoren, den Stiftsrb. Joseph Egers und Gerson Josaphat, unterzeichnet er 1844 den Aufruf gegen die Rb.-Versammlung
1847 Polemik wegen Auftritt einiger Reformfreunde, die er als Apostaten brandmarkt
Eingriff Hildesheimers.
Dokumente
JM Frankfurt/M., PSR B 118, Sterberegister Halberstadt; dort auch unter dem 26. März 1832 der Sterbeeintrag „Ehefrau des Rabbiners Mathias Levian, Sara geb. Halbers, 73“ (wohl Irrtum für 43 oder 37).
Manuskripte
Rabbinatsdiplom an Hirsch Plato, 29. Okt. 1852; dt. Übs. im UA Jena, M 336, Bl. 249r. „Jetzt aber haben die heiligen Heerden sich zerstreut, denn sie haben keinen Hirten und ein Jeder geht seines Weges. Im Laufe der Zeit vermehrte sich nehmlich die weltliche Weisheit und Quellen der Wissenschaft und der Erkenntniß brachen hervor. Darum müssen die Forscher in der Lehre Gottes sich bemühen, wohl zu reden in geläuterter Sprache und die Kenntniß der Nationen, ihrer Sprachen und Sitten zu erlangen. Wäre doch der Sinn ihres Herzens so geblieben für alle Zeiten: denn schön ist die Lehre Gottes, verbunden mit weltlicher Weisheit. [...] Viele Schüler sind abgeirrt von dem geraden Wege, sie hüllen sich in das Gewand der Gotteslehrer und ermangeln ihrer Werke. Wessen Seele aber sich redlich abmühet, den Talmud und die Casuisten zu studiren und blos nebenbei Wissenschaft und Sprachen, wer mit gerechter Waage gewissenhaft abwägt, wenig zu nehmen und allmälig vom Baume der Erkenntniß: den erleuchtet und leitet das Licht der Gotteslehre, daß sein Fuß nicht abirre vom richtigen Wege und er dem Stein des Anstoßes ausweiche der ihm begegnet, und solche Schüler muß man loben und preisen“.
Publikationen
Halachische Korrespondenz mit seinem Schüler Esriel Hildesheimer, in dessen Responsen, I, Nr. 7 (Responsum L.s von 1848), 152, genannt hier „Matatiahu Segal“. L.s Witwe gewährte diesem Zugang zum Nachlaß; II, 69.
Literatur
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 62, für 393 Seelen
Auerbach, Halberstadt: „Es fehlte Levian allerdings an rhetorischer und wissenschaftlicher Begabung, seinen religiösen Ansichten und Überzeugungen Ausdruck zu geben, sie allgemein verständlich und jedermann zugänglich zu machen“
Auerbach, Fschr. Y. J. Weinberg, 1969, S. 230
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 53, Nr. 1156
Lowenstein, „The 1840s“, S. 282
Ellenson, Hildesheimer, S. 28-31
Hildesheimer, Halberstadt, S. 15 (mit Schreibung „Matitiahu Lavian“)