Sohn des Handelsmanns Lieber, 1818 zur Jeschiwa nach Fürth, dort sechs Jahre lang Schüler von Wolf Hamburger. Er erhielt sein „jugendliches Zeugniß sogenannte morenu vom seeligen Rabbinathe aus Fürth“. Bei der ersten Schließung der Hochschule im Jahr 1824 geht er nach Preßburg, um dort bei Moses Sofer weiterzustudieren
wird von diesem in dessen Todesjahr 1839 ordiniert, soll aber verschiedene rb. Berufungen ausgeschlagen haben. „Er wollte schlechterdings keinen materiellen Nutzen von der Thorakrone haben, und verheiratete sich dort mit einer frommen edlen Frau, die den Hausbedarf durch Handel herbeischaffte, damit ihr Mann ungestört dem Thorastudium obliegen könne. Erst durch äußerste Noth getrieben übernahm er später die vakant gewordene Stelle als dayyan und nachher [1857?] als R[o’š] B[eth] D[in]“, d. i. Rabbinatspräses.
Dokumente
StA Nürnberg, RA 1932, Tit. 13, Nr. 651, Bd. II, Liste der Fürther Talmudschüler am 25. April 1824, Nr. 81, damals 19 Jahre alt; erhält mit 30 fl. eines der höchsten Stipendien der Talmudschule
CAHJP Jerusalem, AHW 543b, Fasc. II, S. 144f, Bewerbung in Hamburg 1851; nicht eigenhändig, er heißt hier bereits „Subrabbiner in Preßburg“, vermutlich in Nachfolge des 1846 gest. Daniel Steinschneider.
Literatur
Nachruf in Jüdische Presse 1881, Nr. 2, Beilage, über die von Rb. Wißmann in Schwabach zu seinen Ehren gehaltene Gedenkrede
Schreiber, ’Iggeroth Soferim, Bd. II, S. 14f, 32; er sei auch in der Geheimlehre bewandert gewesen
Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 297, mit dem Todesdatum