BHR Biographisches Portal der Rabbiner

LIPPMANN, Gabriel, Dr.

  • Geb. ca. 1807 in Memmelsdorf, Unterfranken,
  • Gest. 21. Mai 1864 in Bad Kissingen
  • Sohn des Hirsch L., Studium an der Talmud-Tora-Schule des Abr. Moses Mayländer in Burgpreppach, seit 1820 bei Hamburger an der Fürther Jeschiwa, nach deren Schließung in Würzburg bei Abr. Bing, sodann in Aschaffenburg bei H. Sontheimer, der ihn ordiniert und dem er 1832 die Grabrede hält, 1832/33 imm. München, prom. in Würzburg
  • um 1834 Hauslehrer in Fulda bei Handelsmann Heßdörfer
  • legt Dez. 1837 die Staatsprüfung in München mit Note 1 ab, ist aber um 1840 immer noch in Fulda (Orient 1840, S. 186), 1840 scheitert seine Berufung nach Trier, weil er Ausländer ist
  • von Trier aus Bewerbungen in Emden, in Hoppstädten (beide 1841) und in Kaiserslautern (1843), 1843 Oberlehrer und Prediger in Aurich, Ostfriesland, 1853 Rb. in Bad Kissingen.

Dokumente

  • StA Nürnberg, RA 1932, Tit 13, Nr. 651, Bd. I, Bl. 224v, Nr. 29, Liste der Fürther Talmudschüler vom 25. April 1824
  • CAHJP Jerusalem, D/Wu1/2, Bd. II, S. 37, Liste von Bings Talmudstudenten im Nov. 1827
  • StA Marburg, 100/2932, vom 25. Nov. 1834, Dompräbendat Lamberenz (Fulda) schlägt ihn für einen Sitz in der Kommission zur Prüfung jüd. Lehrer vor
  • LHA Koblenz, 393/298, Bewerbung in Trier, mit der Liste seiner Zeugnisse und Veröffentlichungen, 1841
  • StA Aurich, Rep. 15, Nr. 11839, Anstellung in Aurich
  • CAHJP Jerusalem, G5/1670, Sterberegister Bad Kissingen, im Alter von 58 Jahren.

Publikationen

  • Kommentierte Editionen der grammatischen Traktate des Abr. Ibn-Esra, I. Sefär S. ah. uth, Fürth 1827, 74 Bl.; II. Sefär ha-Šem, mit dt. Einleitung und einem Kommentar ’Or Nogah, Fürth 1834, 44 Bl; III. Œafah Berurah, mit einem Kommentar Mevin Œafah, Fürth 1839, 24 S. + 52 Bl.; IV. Sefär Œefath Yäthär, mit dem Kommentar Gan Na‘ul, Frankfurt/M. 1843, 24 S. + 36 Bl
  • Maœkil Šir Yediduth, Gratulations-Gedicht zum 80. Geb. von Uri-Schraga Feis, Trier 1840, 2 Bl
  • Beiträge für Geigers WZJT und für die Zschr. Zion von Jost und Creizenach
  • Ein „Gabriel Zwi“ erscheint als Korrespondent in den Responsen von Wolf Hamburger (Fürth).

Literatur

  • IA 1839, S. 327f; 1840, S. 160
  • Anstellung; AZJ 1853, S. 28
  • Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1626
  • BCh 1864, Nr. 22
  • Todesmeldung; AZJ 1866, S. 736
  • Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 206f
  • Zeitlin, Bibliotheca, S. 213f
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 753
  • Bamberger, Aschaffenburg, S. 78 Anm
  • JE VIII 100, mit Todesdatum 26. Mai
  • Löwenstein, „Fürth“, III, S. 143f
  • Wininger, VII 264
  • EJ dt. X 994
  • Weinberg, Memorbücher, S. 115, 117
  • Asaria, Juden in Niedersachsen, S. 239
  • PK Bavaria, S. 419
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), hat zwei Artikel S. 61, Nr. 1277, und S. 62, Nr. 1286
  • Hans-Joachim Habben, „Die Auricher Juden in hannoverscher Zeit (1815-1866)“, in: Herbert Reyer und Martin Tielke (Hrsg.), Frisia Judaica. Beiträge zur Geschichte der Juden in Ostfriesland, Aurich 1988, S. 159
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 496.