Sohn des Abraham, „kam als junger Mann nach Prag, wo er über 40 Jahre von wohlthätigen Stiftungen lebte. Einen großen Theil seiner Aufenthaltszeit in Prag verlebte er im Hause des reichen und angesehenen Wolf Zappert (Gadels). Er hielt, als Nachfolger des Rb. Wolf Moscheles, eine Reihe von Jahren allsabbatliche Vorträge über Arama’s Akeda“. Mit Günzburg und Ronsburg einer der drei offiziellen Jeschiwaleiter der Judenstadt. 1815 Rb. in Hohenems auf Empfehlung von Samuel Landau.
Dokumente
Seine Hebräischkenntnisse seien kläglich, behauptet der Kreishauptmann Johann von Ebner am 13. Juni 1827; siehe Dokumente zur Geschichte der Juden in Vorarlberg, hrsg. Karl Heinz Burmeister und Alois Niederstätter, Dornbirn 1988, S. 212f.
Publikationen
Iyyov, Hiob mit deutscher Übersetzung und hebräischem Kommentar, 1791, nur Y[iœra’el] b[än] ’[Avraham] gezeichnet und mit einem Vorwort versehen; nachgedruckt von David Ottensoser, Fürth 1805 (Löwenstein, „Fürth“, III, S. 86, Nr. 376)
Halachische Korrespondenz mit Samuel Landau in Noda‘ bIhudah, Bd. II, EE 86
Lange halachische Korrespondenz mit Wolf Hamburger in dessen Ša‘ar ha-Zeqenim, Bd. II, Bl. 135v-148v, insbes. über die Unterschiede zwischen dem Frankfurter und dem polnischen Minhag, sowie über Schatnesgewebe und die Frage, ob man bei der Trauung den Ehevertrag verlesen müsse.
Literatur
Kurzbiographie bei Leopold Löw, „Abraham und Josef Flesch“, Ben-Chananja 1858, S. 546 Anm. (auch in Ges. Schr., Bd. II, S. 244f): „Lissa gehörte zu den wenigen talmudischen Größen seiner Zeit, welche weltliche Bildung mit rabbinischer Gelehrsamkeit verbanden. Er wird als ein höchst toleranter, bescheidener, liebenswürdiger Mann geschildert“