MARGULIES, Löb (hebr. Juda-L.), gen. Peri Tevu’ah, bürgerlich Lewin ASCHER oder L. A. PEREL, geb. 1747 in Płock im östl. Großpolen
Gest. 14. Juni 1811 in Frankfurt/O
Sohn des Ascher-Selig M. aus Zbarazh (Zbara¿), Ostgalizien, und Enkel des Posener Oberrb. Mord. Jaffé, ordiniert von Ez. Landau in Prag, Schwiegersohn des Rb. Mayer aus Tarnogród, niedergelassen in Zamoœæ. Amtiert als Rb. zunächst in Sochaczew bei Warschau, sodann in Kopychyntsi (Kopyczyñce), Ostgalizien, 1770 in „Busnow“, später in Szczebrzeszyn und schließlich in Płock, 1800 zum Rb. in Inowrocław (Inowrazlaw) gewählt, doch von der Bromberger Regierung nicht bestätigt, wobei ein Teil der Gemeinde die Entscheidung 1802 aus Sparsamkeitsgründen unterstützt. M. amtiert einige Jahre inoffiziell als Dajan, 1805 Rb. in Frankfurt/Oder. Beschäftigt sich mit Naturwiss., Bibelhomiletik und Grammatik, lehnt aber die Philosophie und insbes. Mendelssohn ab.
Dokumente
CJA Berlin, 75 A Fr 5 Nr. 16, enthält Rabbinatskonzession für Levin Perel vom 27. Febr. 1805, mit der Bedingung, keinen Handel oder Gewerbe zu treiben.
Publikationen
T. ov weYafäh, Abhandlungen über die Einheit Gottes, die hebräische Sprachlehre und die Liturgik in Reimprosa, Fft./O. 1770, 22 Bl
Peri Tevu’ah, Responsen, Teil I Nowy Dwór 1787; Teil II mit 43 Responsen, ebd. 1796, 80 Bl
’Iggäräth ha-Melis. ah uMišpat. lešon ha-qodäš, hebr. Grammatik, Stilistik und Poetik nach Elias Levita und M. Ch. Luzzatto, Nowy Dwór 1796, 59 Bl.; Warschau 1854
Kritische Anmerkungen in Še’elath H. acham von Naftali-Hirz Schlesinger über das verzögerte Begräbnis, Fft./O. 1797, 42 Bl
’Iggeroth Musar. Moralische Briefe, hebr. und jüd.-dt., Frankfurt/ Oder 1800, 16 Bl
‘As. e ‘Edän Homilien, Fft./O. 1802, 30 Bl
T. al ’Oroth, Homilien über die Unsterblichkeit der Seele und ethische Gegenstände, Fft/O. 1811, 123 Bl.; Preßburg 1843, 75 Bl
Unter den von ihm approbierten Büchern sind der Heidenheim-Machsor (1805) und der von der Berliner Akademie der Wissenschaften gedruckte jüd. Kalender (1806)
JL III 1381, mit dem übertriebenen Urteil: „einer der Pioniere der Aufklärung in Polen“
Wininger IV 271f
Klausner, Sifruth, Bd. I (1952), S. 85f
B. Dinur, BeMifne ha-Doroth, S. 264f
Mahler, History, Bd. IV,1, S. 40-44
Zinberg, Sifruth, Bd. III, 1957, S. 290f, 314-317
EJ eng. XI 965f.: „Margolioth’s books give expression to the mood of Eastern European Jews in the early days of the Haskalah, and demonstrate the initial willingness among certain Orthodox elements to accept social reforms and even secular studies, but their disillusionment when they witnessed the radical results of Enlightenment“
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 129, Nr. 1302
Maier, Jüdische Religion, S. 553
Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 147f, mit hebr. Schriftprobe