Sohn des Bankiers und Gemeindevorstehers Ephraim M., seitens seiner Mutter Rebekka Levi Enkel des Rb. Samuel L. in Gelnhausen (Kurhessen), Talmudstudien in Hannover und Frankfurt/M., ordiniert von Nathan Adler. 29. Apr. 1839 bis SS 1841 stud. Bonn, 1845 Rb. in Hannover, gründet dort 1847 ein Lehrerseminar, an dem er auch selbst lehrt. Anhänger der konservativen „Theologen- Versammlung“ (1846) Z. Frankels. Nach der preußischen Annexion setzt er sich erfolgreich für die Beibehaltung des Systems der Landesrte. ein, wird aber nach seiner Entscheidung im „Fall Thorner“ (Frage des synagogenrechtlichen Status von Kindern aus Mischehen) angewiesen, daß er „kein kirchenrechtliches Amt“ bekleide. M. hinterließ eine der Förderung jüdisch-theologischer Studien gewidmete Stiftung. Sein Bruder, der Geh. Kommerzienrat Louis Ephraim M., war erster Vorsteher der Gemeinde Hannover.
Dokumente
HStA Hannover, Hann. 80, Hann. I A Nr. 457 enthält „Bericht des Landrabbiners Dr. Meyer zu Hannover vom 16. October 1854, den Uebertritt der Louise Reichert in Hameln zum Judenthum betr.“- Ebd., Hann. 80 Hann. II Nr. 1736 Beschwerde des Kaufmanns J. Thorner zu Geestemünde wider den Landrabbiner Dr. Meyer wegen der von letzterem für die an einen Christen verheiratete Tochter des Thorner nach ihrer Entbindung versagte gottesdienstliche Danksagung und Fürbitte, 1876.
Publikationen
Ed. einiger Gedichte von Ibn Esra, 1842
Der rechte Gebrauch des Wortes. Wahl-Predigt, gehalten in der Synagoge zu Hannover, 1845
„Ueber die gegenwärtige Stellung der Parteien im Judenthum“, MGWJ 4 (1855), S. 81
Geschichte des Wohlthätigkeits-Vereins der Synagogen-Gemeinde Hannover, 1862, 52 S.
Epigraphik
Grabstätte in Hannover, Photographie bei Schulze, Juden in Hannover, S. 11.
Bildmaterialien
JNUL Jerusalem, Schwadron Collection: Bildnis, auch bei Marx, Niedersachsen, S. 155.
Literatur
TZW 1845, S. 116, 132, Ordination von Adler
AZJ 1846, S. 707-708; 1850, S. 184
Steinschneider, Hebr. Bibl. VI 32
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 247
Lippe 1879/81, S. 322
JE VIII 527, Lebensdaten 26. Feb. 1819 bis 5. Juli 1882
Gronemann, Genealogische Studien, Bd. I, S. 69, 147
Erinnerungsschrift zum 100jährigen Geburtstage des Landrabbiners Dr. S. E. M., hrsg. im Auftrage des Vorstands der Synagogen-Gemeinde Hannover, Hannover 1919
Asaria, Juden in Niedersachsen, S. 41, 52f; seine Einrichtung des Gottesdiensts sei „gemäßigtkonservativ“ gewesen
Schulze, „Hannover“, 1987, S. 45-63, mit Bildnis S. 53; 1998, S. 81-101, mit Bildnis S. 107.