Sohn des Nathan Hirsch N. aus alter Fürther Familie, Schüler von Hamburger an der Jeschiwa in Fürth, Morenu-Diplom des dortigen rb. Gerichtshofes, Okt. 1823 durchgefallen bei Staatsprüfung in Ansbach, Sept. 1824 erneute Prüfung mit Note 3 (gut) bestanden, 24. Febr. 1826 Distriktsrb. in Schnaittach, mit Zuständigkeit für 190 isr. Familien in den Orten Forth, Hüttenbach, Ottensoos und Schnaittach. Bewerber in Fürth (23. Mai 1830) und in Hanau (1832). Unaufhörliche Konflikte mit seiner Gemeinde. Nach dem frühen Tod seiner Frau Helene (1802-1845) scheint er nicht wieder geheiratet zu haben. Er zieht aus Gesundheitsgründen am 23. Apr. 1867 nach Fürth und nimmt dort eine Stelle als Stiftsrb. an der Klaus an.
Dokumente
StadtA Fürth, Fach 23, Nr. 3, Prüfungsdokumente
StadtA Fürth, Familienbogen „Neckarsulmer, Wolf“ (sic), mit Lebensdaten
CAHJP Jerusalem D/Fu1/108, erwähnt Bewerbung in Fürth
Ebd., „Schnaittach“ S 135/9, Anstellungsvertrag in Schnaittach und Korrespondenz in Gehaltsfragen, dort auch Rücktrittserklärung vom 23. Dez. 1866: „Verehrteste Gemeinde! Durch die Verheuratung meiner jüngsten Tochter, die bisher meine Wirthschaft geführt u. mich verpflegt hat, sehe ich mit genöthigt meinen bisherigen Wohnsitz zu verlassen, um bei derselben in Fürth zu wohnen, da ich bei meinem vorgerückten Alter und meinen schwächlichen, hinfälligen physischen Zuständen u. häufigen Krankheits-Anfällen der Pflege einer nah verwandten, weiblichen Person nicht zu entbehren im Stande bin“
CAHJP Jerusalem HM 412, Sterbebuch Schnaittach, verzeichnet den Tod seiner Frau und mehrerer Kinder
Von ihm abgezeichnete Akten im Protokollbuch der Gemeinde Schnaittach; repertoriert von Hildesheimer, Qehillath Šnayit. a’ch, Bd. I, S. 53.
Publikationen
Anfrage in Hamburger, Œimlath Binyamin, I 145r, 165r.
Epigraphik
Memorbuch der Fürther Klaussynagoge, fol. 51v, bei Löwenstein, „Fürth“, II, S. 177, mit Anspielung auf die Gemeindekonflikte („die Last des Volkes drückte schwer auf ihm“).
Literatur
WZJT 3, 1837, S. 126, über seine Teilnahme an der Kreissynode von 1836
Gemeindestatistik Mittelfranken in IA 1840, S. 103
INJ 1846, S. 263: „Der hiesige Rabbiner, Hr. Juda Wolf Neckarsulmer, mit starkgefurchten Gesichtszügen, in denen sich Verdruß und Sorgen abzuspiegeln scheinen - ist ein Mann von vielen Kenntnissen, was um so mehr Anerkennung verdient, als er in nichthebräischen Kenntnissen Autodidakt ist. Niemand weiß so recht, gehört er der alten oder der neuen Richtung an.“- AZJ 1851, S. 545, beständiger Unfrieden mit der Gemeinde
AZJ 1858, S. 588, Rede zur Synagogeneinweihung
Israelit 1860, S. 25, Protest gegen Philippson- Bibel
AZJ 1861, S. 320 Predigt in Remagen
AZJ 1867, S. 734f, Niederlegung des Amtes. „Hatte sein Temperament auch manches Kantige, so besaß er doch eine hohe allgemeine Bildung, einen scharfen Verstand und eine anerkannte talmudische Gelehrsamkeit“
Weinberg, Oberpfalz, Bd. III, S. 178
Rosenfeld, „Wolf Hamburg“, S. 21
PK Bavaria, S. 374
Hildesheimer, Qehillath Šnayit. a’ch, Bd. I, S. 53
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 97, Nr. 1763
Spuren jüdischer Vergangenheit in Adelsdorf, S. 82.