Ehefrau des Hirsch N., der bis zu seinem Tod 1791 das Amt des Landesrb. für das Fürststift Hildesheim ausübte. Der Witwe wurde (laut einer zeitgenöss. Quelle) von der Gemeinde „erlaubt, durch einen von ihr salarirten Mann das Amt des Rabbiners versehen zu lassen, sie blieb dagegen im Besitz des vollen Rabbinat-Gehalts und aller Rechte bis ihre Kinder theils herangewachsen, theils versorgt waren. Während deß starb die Frau eines Rabbiners in hiesiger Gegend [i. e. Marcus Levi], es war ihr erlaubt diesen zu heirathen [1793], sie blieb auch mit diesem in dem vollen Genusse aller mit der Rabbinatsstelle verknüpften Rechte und Emolumente bis zu dessen Tode [1803], und erhielt von dessen Zeitpunkte an, wo ihre Kinder bis auf zwei, aber ebenfalls erwachsene Kinder versorgt waren, eine jährliche Pension von 40 Rtl. welche sie noch bis auf diesen Augenblick [Juli 1830] bezieht“.
Dokumente
HStA Hannover, Hann. 80 Hildesheim I N Nr. 25, vom 29. Juli 1830 Brief der Rabbinerwitwe Johanna Wolffssohn
Den außergewöhnlichen Sachverhalt belegt auch die Akte ebd., Hild. Br. 4 Nr. 734 Landrabbinerin treibt Salarium von den Heiratsgeldern ein, 1780-1793
Das Judenregister von 1808 (ebd., Hann. 83b, Bd. Nr. 103) erwähnt die „Wittib Rabiner Marcus“, mit Sohn Isaac Neufeldt, geb. 1780, und Tochter Doris, geb. 1789
Noch 1814 und 1816 heißt es, sie stünde „im Gemeindedienst“; ebd., Hann. 80 Hild. I N Nr. 38 und 39; laut freundlicher Mitteilung von Herrn Rüdiger Kröger in Springe.