Sohn des Abraham-Meyer B. und jüngerer Bruder von N. H. Z. Berlin. Besucht die Jeschiwa in Fürth und die des Hirschel Lewin in Halberstadt, woher seine Familie stammte. Heiratet Rechel Hamburg, Tochter des Bendit H. aus Fürth. Seit 1774 durfte er den Beratungen des Fürther Rabbinatskollegiums beiwohnen. 1782 Dajan unter Oberrb. Hirsch Janow in Fürth und Rb. in Baiersdorf. Soll schon im frühen Mannesalter wegen „neumodischer“ Ansichten dem Fürther Bann durch M. S. Kohn verfallen sein (MGWJ 22, 1873, S. 192
vgl. aber Lowenstein in HUCA 53, 1980, S. 188). 1789 fürststiftlicher Landesrb. in Bamberg. Konflikte mit der Gemeinde
wird nach Denunziationen durch persönl. Feinde in einem Disziplinarverfahren 1793/94 wegen Korruption und unrechtmäßiger Bereicherung angeklagt und zu einer Geldbuße verurteilt, schließlich aber aller Schuld freigesprochen. 1795 kurfürstlich-hessischer Landesrb. in Kassel. 1807 kandidiert er für das Altonaer Oberrt.
nachdem mehrere Rb. (A. Auerbach, S. Trier, H. Scheuer) Jacobsohns Ruf aus religiösen Vorbehalten abgelehnt hatten, wird er 19. Okt. 1808 Ältester der drei Oberrb. des Westphälischen Konsistoriums in Kassel mit dem Titel eines „Consistorialraths“. Seine Reformbereitschaft äußert sich z. B. 1812 in der Frage der frühen Beerdigung (Sulamith, IV,2, S. 162 Anm.) oder des Tee- und Zuckergenusses auf Pessach (Stern, Geschichte der Juden, 167f). Das Konsistorium muß aber nach Protesten der Gemeinden 1813 mit seinen Reformen zurückstecken.
Dokumente
Rabbinerliste des Westphäl. Kgrs. vom 15. März 1809; Sulamith II, 2, S. 298.
Manuskripte
Paris, Alliance Israélite, H 121 halachische Entscheidungen in Kassel vom 26. Mai 1809 bis zum 22. Mai 1813, 3 Bde., 103, 189, 70 Bl
Talmudauslegungen, Homilien, Gedenkreden und Responsen eines Löb Berlin aus den Jahren 1823-1856, 138 Bl. Hs. Los Angeles 828b x.5.6 [= IMHM 32.561].
Publikationen
Rede am Freudenfeste, hebr. Loblied auf Kg. Jérôme mit dt. Übs., Kassel 1807; Talmudglossen, gedruckt in der Ausg. Fürth 1829-30 und Wilna; Responsen im Anhang zu ‘As. e ’Almuggim seines Bruders Noah H. Z. Berlin.
Bildmaterialien
Postumes Bildnis JNUL Jerusalem, Schwadron Collection; reprod. bei Moritz Stern, „Porträts des Kgl. Westphäl. Konsistoriums der Israeliten“, Ost und West 1917, Sp. 261.
Literatur
Auerbach, Halberstadt, S. 91
Graetz, Geschichte3, Bd. XI, S. 290, 386; er „hatte aber keinen Willen mehr“ zur Kasseler Zeit
Ad. Eckstein, Bamberg, S. 176-179 (Nachruf S. 43), Nachträge S. 5f., 42f
Löwenstein, Kurpfalz, S. 255
Ad. Kohut, Geschichte der Juden in Deutschland, Berlin 1898, S. 678, mit Bildnis
JE III 78, Geburtsdatum hier, wie auch sonst meist, mit 1738 angegeben
Löwenstein, „Fürth“, II, S. 72
Fel. Lazarus, MGWJ 58 (1914), S. 178-184
JL I 896f
Wininger I 331, VI 462
EJ dt. IV 257f
Lazarus, „Kassel“, S. 587
Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 418; Bd. II, S. 411
PK Bavaria, S. 209
Röll, „The Kassel Ha-Meassef“, S. 40- 42
Meyer, Response to Modernity, S. 33
Hildesheimer, „Mendelssohn“, S. 103, nennt ihn als Pränumeranten der Mendelssohnbibel von 1801