BHR Biographisches Portal der Rabbiner

OPPENHEIM, Bär (hebr. Dov-B.), bürgerlich Bernhard O.

  • Geb. 1791 in Strážnice (Straßnitz) in Mähren,
  • Gest. 26. Dez. 1859 in Ivančice (Eibenschütz)
  • Sohn des Rb. Chaim O. aus einer der angesehensten Rabbinerfamilien
  • Jeschiwa bei Rb. Baruch Teomim-Fränkel in Lipník (Leipnik)
  • dort verheiratet mit Schöndl Gold (gest. 1876 in Brünn), einer Tochter des wohlhabenden Moses G., der ihn für ein Jahrzehnt beherbergt und weiterstudieren läßt. Als Nachfolger seines Vaters 1822 berufen zum Rb. in Strážnice, 1829 Rb. in Ivančice. Moses Sofer empfiehlt ihn 1832 für das Rt. von Buda (Alt-Ofen). Präsidiert am 30. Dez. 1846 die Kommission zur Wahl des mährischen Landesrb. und kandidiert wie schon 1830 auch selbst, kommt aber gegen S. R. Hirsch nur auf den zweiten Platz. Seine Söhne David und Joachim wurden Rb.
  • seine Tochter Hinde heiratete den rabb. Gelehrten Eisik Hirsch Weiss.

Dokumente

  • ZA Brünn, B14, M614, Z. 51790, vom 25. Nov. 1846, Ernennung als Wahlmann für die Landesrabbinerwahl
  • Ebd., B14, M614, Z. 54150, vom 10. Dez. 1846, seine eigene Bewerbung um die Stelle, mit Lebenslauf
  • ZA Brünn, Moravské místodržitelství - presidium, sign. 2/20, Brief vom 15. Sept. 1851, bewirbt sich erneut um die Landesrabbinerstelle. Er sei schon 29 Jahre im Amt, habe zweimal kompetiert und 1846 am zweitbesten abgeschnitten.

Manuskripte

  • „Beer O. hinterließ Korrekturen zum Talmud Jeruschalmi“ (Gold, S. 520).

Publikationen

  • Palge Mayyim, Talmudauslegungen, in dem Responsenwerk Me Be’er seines gleichnamigen Preßburger Onkels (1760-1849), Wien 1829, 79 Bl
  • „Bedin ‘eduth ha-h. odäš“, Šomer S. iyyon ha-Nä’äman, S. 238
  • „Be‘inyan mis. wah lišemah“, ebd., S. 254
  • „’Im lehazkir h. ag biŠemini ‘As. äräth“, ebd., S. 275
  • „‘Od bedin bošäth bimeqom p[iqquah. ] n[äfäš]“, ebd., S. 282
  • „Bedin lelech bisefinah vešabbath“, ebd., S. 293, 295
  • „Beferuš ha-Yerušalmi vezar šä-šimmeš bešabbath“, ebd., S. 300
  • „Tešuvah ‘al ha-qušya’ mi-Kerithoth daf 23“, ebd., S. 322f
  • „Tešuvah ve‘inyan tefillah weqaddiš ha-’avelim“, ebd., S. 332f
  • „‘Od be‘inyan ‘avodah vešabbath“, ebd., S. 378
  • „Tešuvah ve‘inyan hächšer kelim“, ebd., S. 487
  • „Tešuvah ve‘inyan h. ames. šä-‘avar ‘alaw ha-päsah. “, ebd., S. 399, 401
  • „Be‘inyan ’issur niwwul ha-meth“, ebd., S. 406
  • „Tešuvah vedin sofer šä-t. a‘ah bichetivath ha-Šem“, ebd., S. 417, 419
  • Anfragen an Moses Sofer in dessen Responsen OH Nr. 66, 147, 148, 149, 201, 202; YD Nr. 185, 232, 332, 345; EE I Nr. 44, 123; EE II Nr. 50, 81; HM Nr. 94, 168.

Literatur

  • Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 2079
  • Nachruf AZJ 1860, S. 57
  • Wertheimer, Jahrbuch für Israeliten 7, S. 155f
  • Dembitzer, Kelilath Yofi, Bd. II, S. 58b
  • Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 178
  • Eisenstadt und Wiener, Da‘ath Qedošim, S. 172, 176
  • Deborah, 1902, S. 7, 86
  • JE IX 409
  • Wininger IV 566
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 186f, mit Bildnis und Mitteilung des Memorbucheintrags. „Beer Oppenheim eröffnet die Reihe mährischer Rabbiner, die ein gut fundiertes Wissen der alten rabbinischen Literatur mit einem Streben nach neuen Erkenntnissen und nach weltlicher Bildung vereinigte. Die Liebe zu beiden ließ sie die tiefe Kluft zwischen den beiden grundverschiedenen Weltanschauungen nicht sehen, die die Glaubenstreuen in Galizien und Ungarn mit trefflichem Instinkte ahnten“
  • Wininger IV 566
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 50, Nr. 1117
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 230f
  • Henry Frænkel, „The Oppenheimer Family“, in: Frænkel, Genealogical Tables, Bd. II, Blatt A
  • HÖAAJH, Bd. II, Nr. 7612
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 536.