OSER, Baruch, gen. B. AUSTRICH, bürgerlich B. MAYER
Geb. 1739 in Prag,
Gest. 17. Nov. 1822 in Hamburg
Sohn des Prager Dajan Meier Oser (st. 1783), der seine Ahnenreihe auf den Maharal zurückführte. Ausgebildet in Prag, verheiratet mit Rebekka-Telzchen Friedländer (st. 1809), Tochter des Simcha F. 1775 nach Hamburg, 1784 Dajan in Hamburg und Altona, als Ältester der drei Hamburger Dajanim übernimmt er bei der Vakanz 1814 die Rabbinatsgeschäfte. 1821 wird er dem neuen Moreh-Zedek Isaak Bernays untergeordnet. Von seinen Kindern, die später den Familiennamen Baruch annahmen, wurde der älteste Sohn Löb Professor in den USA und der jüngste Philipp (1783-1839) Lehrer in Hamburg.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, Inv. 1789/1 zu seiner Familiengeschichte
StA Hamburg, Jüdische Gemeinde 725a, Sterberegister; hiernach sei er im Alter von 83 Jahren gestorben
Ebd., Cl. VII, Lit. Lb, Nr. 18, Vol. 7b, Fasc. 1, Invol. 2 klagt die Gemeindekommission am 26. Juni 1820 über „die Altersschwäche des fast 90jährigen Rabbi Baruch“.
Publikationen
Hrsg. der ’Eläh divre ha-berith, mit dem Gerichtsurteil des Hamburger Bet-Din und 22 rb. Gutachten gegen die Reformliturgie des Tempelvereins, Altona 1819, 148 S.
Literatur
Graetz, Geschichte3, Bd. XI, S. 394
JE IX 440
Duckesz, ’Iwah leMošav, S. xxviii-xxix, 93-102. Das Geburtsdatum ist hier mit 1743, das Todesdatum des 3. Kislew 5583 fälschlich mit 6. Nov. 1823 angegeben