Sohn des Zülzer Dajan Seligmann, Dajan in Breslau, gab dort 1805 durch einen Aufruf den Anstoß zur Gründung des isr. Waisenhauses. Einer der wenigen Vertreter der Haskala- Bewegung, die ein rb. Amt bekleideten, blieb er ein Gegner religiöser Reformen.
Publikationen
Beiträge zur Berichtigung der Beweise vom Dasein Gottes aus der Reinen Vernunft, Breslau 1784
Yeri‘oth Šelomoh [Cant. 1,5] biblische Synonymik, Bd. I zum Wortfeld „Zeit“, Brzeg Dolny (Dyhernfurth) 1784, 122 Bl; Bd. II zum Wortfeld „Sprache, Stimme, Sinneswahrnehmung“, Rödelheim 1831, 78 Bl.; Bd. III zum Wortfeld „Arbeit“, Brzeg Dolny 1811, 55 Bl
’Aggadath ’Arba‘ Kosoth, Trostschrift zum Tod seiner Frau und seiner drei Kinder, hebr. Nachbildung von Edward Youngs ’Nachtgedanken’, Berlin 1790, 28 Bl.; eine der einflussreichsten neuhebräischen Dichtungen der Zeit, zwölf Neuauflagen im 19. Jh.; dt. Übs. von Jona Wilheimer, Wien 1863, 94 S
Die frühe Beerdigung bei den Juden, Breslau 1795
Die Notwendigkeit der frühen Beerdigung, Breslau 1797
Deduction seiner Apologie für die frühe Beerdigung, Breslau 1798
Abermaliger Versuch über den Ontologischen Beweis vom Dasein Gottes, Breslau 1800
H. äšäq Šelomoh Wörterbuch der hebr. Verbalwurzeln, nur Buchstaben Aleph und Bet, Breslau 1802, 39 Bl
H. omär beyad ha-yos. er, zur synagogalen Liturgie, Breslau 1808; Neuauflagen von E. Z. Zweifel, Zhitomir 1868; Brody 1884
Freymüthige Erklärung über die Kritik des Gottesdienstes der Juden und deren Erziehung der Jugend, Breslau 1813; gegen David Friedländers Vorschlag zu Kultusreformen und zur Verstaatlichung des Erziehungswesens
Ge’ullath Mis. rayim uMis. wath Tefillin, Breslau 1815, 44 S
Gebetbuchübersetzung, Breslau 1821, 1828.
Epigraphik
Heppner, Breslau, S. 35: „Auf seinem Grabstein (Claassenstraße 2533) steht: ’en zäh qävär ’ach ’aron qodäš“, d. h. dies ist kein Grab, sondern ein Toraschrein.
Bildmaterialien
Heppner, Breslau, S. 35: „Ein Bild von ihm befindet sich im Besitze der hies. israel. Waisen- Anstalt“.
Literatur
Delitzsch, Zur Geschichte der jüdischen Poesie, S. 110
Fürst, Bibliotheca, Bd. III, S. 64
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 2084
Grätz, Geschichte, Bd. XI, S. 241
L. Geiger, Geschichte der Juden in Berlin, Bd. II, S. 218
Zeitlin, Bibliotheca, s. Index
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 752f, 894, „handhabte die hebräische Sprache mit ausserordentlicher Fertigkeit“