Ältester Sohn des gelehrten Landparnes, Bankiers und Hofmünzlieferanten Abraham-Meyer B. und der Röschen Dina, Tochter des Feibelmann Emmerich aus Frankfurt/M.
väterlicherseits Enkel des Rb. Samuel Halberstadt. Lernt beim Vater gemeinsam mit seinem Bruder Löb B., heiratet in jungen Jahren Ela, Tochter des Elias Bär Nathan aus Schwabach, Urenkelin des Ffter. Oberrb. Abraham Brod und Witwe des Karlsruher Oberrats Levi. 1764 Dajan in Fürth, 1772 Landesrb. des Fsms. Bayreuth in Baiersdorf, 18. Juni 1783 zum Landesrb. in Mainz gewählt
7. Januar 1784 mündliche Befragung durch zwei Beamte der Landesregierung
Febr. 1784 vom Kurfürsten Friedrich Karl bestätigt. Lehrer von Wolf Heidenheim. 1800 Oberrb. der Dreigemeinde Altona, Hamburg und Wandsbek. Pilpulist. Wird auch als Mäzen gepriesen.
Dokumente
StA Würzburg, Mainzer Polizeiakt V 740, über seine Wahl und Bestätigung in Mainz. Die Vorsteher über ihn am 25. Juni 1783, „der vorgeschlagene Rabiner sey 45 Jahr alt, sehr vermögend, verheuratet jedoch ohne Kinder, derselbe verstehe Deutsch, Französisch, und Hebraeisch, die Philosophie und die Rechtsgelehrsamkeit“. Dazu persönliche Befragung des Rabbiners durch die Behörden am 29. Nov. 1783 (17seitiges Protokoll), worin B. seine halachisch begründete Gegnerschaft gegen den Schulbesuch der jüd. Kinder ausdrückt. Er selbst habe die Philosophie nicht studiert, da mit Ausnahme Mendelssohns und sehr weniger anderer kein Jude dieses Gebiet mit Nutzen kultiviert habe; „dahero habe mich lieber recht fleißigem Studio in Mosaischen Gesetzen und Tallmutistischen Büchern, welche alleinig im Stande sind, bey einem Juden eine ohngeheuchelte Gottes-Furcht und eine Sittenlehre einzuflößen, auch in der Mathesin [...] etwas eingelassen“.
Manuskripte
Mainz, Jüd. Gem., Hs. 22/1 Talmudauslegungen
In der Vorrede zu ‘As. e ’Arazim werden die ungedruckten Bücher ‘As. e Beœamim und ‘As. e Levanah erwähnt.
Publikationen
‘As. e ’Almuggim Kasuistik zu OH, über die Gebote des Händewaschens, des Verbindens von Höfen und der Inzestverbote im zweiten Grade, Sulzbach 1779
‘As. e ’Arazim, zu EE, Fürth 1790, 238 fol. (Löwenstein, „Fürth“, III, S. 76, Nr. 327). Enthält Vorrede mit Widmung an den Bruder Löb Berlin und Huldigung an die Ehefrau
Ma‘yan ha-H. åchmah Lehrgedicht über die 613 Gebote, hrsg. von seinem Bruder Löb Berlin und von Wolf Heidenheim, Rödelheim 1804, Neuausg. 1860
Talmudauslegungen über Berachoth und Šabbath, in der Ed. Fürth 1829-1832
Briefe in der Responsensammlung Ha-H. ut. ha-Mešulaš, Wilna 1880
Sechs Approbationen aus Fürth (1767-68), Mainz (1789-93) und Altona (1800); Löwenstein, Index, S. 34, 35.
Epigraphik
Grabstein in Altona, Friedhof Königstraße, siehe Grunwald, Hamburgs deutsche Juden, S. 233.
Literatur
Ha-Me’assef, Jhg. 5548 am Ende
Trauergedicht von Abraham Isak b. Joseph Jessel aus Brčst (Brisk) u. d. T. ’Arba‘ Kosoth, Altona 1802
Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 106
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 346
Zu seiner Wahl in Altona Grunwald, S. 85
A. Eckstein, Nachträge zur Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg, 1899, S. 5
Duckesz, ’Iwah leMošav, S. xxvi, 74-77, 139f
Duckesz, „Rabbi N. Ch. Z. B., Gedenkblatt zu seinem 100. Todestage“, Der Israelit 43 (1902), S. 449f
JE III 82
Löwenstein, „Rabbiner in Mainz“, S. 233-235; B. wird hebr. als Rb. in BRYYT. bezeichnet, was als Bayreuth und nicht Marktbreit zu lesen ist, S. 234 Anm
Löwenstein, „Fürth“, S. 72, 126, enthält Korrekturen
JL I 897f
Wininger IV 537
EJ dt. IV 268f
EJ engl. IV 662f
Isaak Dov Markon, „Rabbi N. Ch. Zebi Berlin. Zu seinem 200jährigen Geburtstage“, Hamburger Familienblatt, 30. Okt. 1937
I. Wolfsberg in: Fishman-Maimon (Hrsg.), ‘Arim we’immahoth beYiœra’el, Bd. II, 1948, S. 33
Hallah. mi, H. achme Yiœra’el, S. 189f
Wolfsberg-Aviad, Die Drei-Gemeinde, S. 66
’Äns. iqlopädyah ‘ivrith IX 782
Arnsberg, Hessen, Bd. II, S. 19
PK Bavaria, S. 225, 282
Schütz (Hrsg.), Mainz, S. 57f
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 118, Nr. 1183
Post, Judentoleranz, S. 313- 319, 349-352
Maier, Jüdische Religion, S. 481
Studemund-Halevy, Bibliographie, S. 110
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 30, 112, 196, 225, 285.