Geb. ca. 1778 in Pobìžovice (Ronsperg) im Böhmerwald,
Gest. 23. Juni 1851 in Rakovník (Rakonitz), Zentralböhmen
Dt. Volksschule, Ablegung der für böhmische Rb. obligatorischen Naturrechts- und Ethikprüfung in Prag, 1825 Rts.-Substitut in Bečov nad Teplou (Petschau) in Nordwestböhmen. 11. März 1831 dort definitiv als Lokalrb., 27. Okt. 1832 als Substitut des Elbogen-Saazer Kreisrts. bestätigt. Mit Dekret vom 9. Sept. 1836 ernannt zum Kreisrb. des Rakonitzer Kreises mit Sitz in Roudnice nad Labem (Raudnitz a. d. Elbe). Da die dortige Gemeinde aber Albert Kohn als Ortsrabbiner vorzieht, verlegt er seinen Sitz nach Rakovník.
Dokumente
ÖStA/AVAWien, Alter Kultus, Israelitischer Kultus, Karton 4, vom 28. Nov. 1838: „Uebersicht der [...] in Böhmen angestellten Kreis-Rabiner“
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/25 mit dem Prozeß gegen die Gemeinde in Roudnice. Diese beschwert sich am 7. Mz. 1837: „Herr Pereles ist unstreitig ein gewaltiger Talmudist, allein talmudische Dialektik spricht nicht zum Herzen, vielmehr scheinen die mildern Eigenschaften der Humanität, der Verträglichkeit, der Bescheidenheit, des regen Sinnes für praktische Thätigkeit, den Herrn Pereles keineswegs auszuzeichnen, welcher, ausschlüßlich beherrscht von den Subtilitäten rabbinischer Polemik, für die Heilsamkeit geselliger Tugenden wenig Empfänglichkeit zeigt und der sich sogar bei ernsthaften Erörterungen kaum in der deutschen Sprache verständlich zu machen vermag“. Dagegen am 12. Feb. 1837 Petition Pereles’ an den Kaiser: Er sei „Familienvater von 11 unversorgten, mitunter kleinen Kindern“. In Roudnice habe man ihn bei seiner Ankunft gar nicht empfangen wollen
ŽM Prag, Nr. 20.419 über Tod, Nachfolge und Witwenversorgung.
Manuskripte
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/4, Gutachten für die Instruktion der Kreis- und Ortsrb., 15. Okt. 1844.
Literatur
Liste bei F. Roubík, „Revision“, JGGJČSR 5 (1933), S. 417.