BHR Biographisches Portal der Rabbiner

PERLS, Isaak-Moses

  • Geb. 1784 in Uherský Brod (Ungarisch-Brod) in Mähren,
  • Gest. 9. Aug. 1854 das
  • Sohn des Dajan Jakob b. Moses P. aus einer Gelehrtenfamilie, die ihren Stammbaum auf Gittele, die zweite Tochter des Hohen Rabbi Löw von Prag zurückführt. Talmudstudium in Uherský Brod an der Jeschiwa seines Vaters, 1786 nach Preßburg an die Jeschiwa der Oberrb. Meyer Barby und Moses-Meschullam Eger, 1788 nach Posen als Schüler von Oberrb. Joseph [Falkenfeld] sowie nach 1801 seines Bruders und Nachfolgers Samuel. 1809 verheiratet mit einer Tochter des Rb. Salomon-Salman Brill in Uherský Brod, in dessen Haus er lebt. Als abgebrannter Handelsmann läßt er sich von Landesrb. Benet in Mikulov (Nikolsburg) ordinieren und wird 1814 Rb. in Kojetín (Kojetein), Mähren, 1820 Rb. in Holíč (Holitsch), Slowakei, 1822 Rb. in Eisenstadt, wo er eine Jeschiwa leitet, die einer etwas fortschrittlicheren Linie als die Preßburger folgt. Tritt 1841 wegen Konflikten mit der Gemeinde zurück und wird Rb. in Bonyhád, Ungarn
  • unterzeichnet den orthodoxen Protest gegen die Rb.-Versammlung von 1844. Legt wegen Angriffen örtlicher Reformer und Erblindung 1854 auch dieses Amt nieder und kehrt in seine Heimat zurück, wo er nach wenigen Tagen stirbt. Sein Bruder Hirsch Brod war Dajan in Vrbové (Werbau, Verbó), Slowakei.

Publikationen

  • Hebr. Gutachten gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qena’uth, Amsterdam 1845, Nr. XXV, Bl. 24r-25r
  • Beth Nä’äman, Responsen, Sighet 1907, mit einer Biographie des Autors von seinem Enkel Abraham-Zwi Perls
  • Anfragen an Moses Sofer in dessen Responsen, OH Nr. 28, 112; EE I Nr. 4, 45, 110; EE II Nr. 154; HM 171, 172, 183
  • Eine Approbation, datiert Eisenstadt 1835; Löwenstein, Index, S. 159.

Literatur

  • AZJ 1844, S. 469, „der Mann ist sehr auffahrend und roh und hat bei der Nachricht von der projektirten Gründung eines Seminars für Rabbinen einen allgemeinen Fasttag angeordnet“
  • Ostdeutsche Post 1851, VI,2
  • Neuzeit 1862, S. 5
  • Weiss, Zichronothai, S. 28f; erlaubte seinen Söhnen das Studium von Fremdsprachen und anderer weltlicher Fächer
  • Wachstein, Eisenstadt, S. 224
  • Wachstein, Urkunden und Akten, S. 480, teilt den hebr. Anstellungsvertrag vom 23. Nov. 1821 mit
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 282f
  • Ujvári, Magyar zsidó lexikon, S. 696
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 211-213
  • Wlaschek, Bohemia, S. 157, gibt den Geburtsort fälschlich mit Brod (Böhmen) an
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 74
  • HÖAAJH, Bd. II, Nr. 7851
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 125.