Geb. 13. Okt. 1798 in Mikulov (Nikolsburg), Mähren,
Gest. 30. Jan. 1856 das
Aus armer Familie, Lieblingsschüler von Landesrb. Mordechai Benet. 1828-1829 Rb. in Písečné (Piesling), Mähren, Bewerber um die Benet-Nachfolge, lehnt einen Ruf nach Uherský Brod (Ungarisch-Brod) ab
1832 Rb. in Lipník (Leipnik)
vertritt den Prerauer Kreis 1847 bei der Landesrabbinerwahl. 27. Mai 1855 Rb. in Mikulov. Galt als letzter Vertreter der alten Orthodoxie in Mähren.
Dokumente
ZA Brünn, B14, M614, Z.55875, vom 19. Dez. 1846, Ernennung zum Kreisdeputierten für die Landesrabbinerwahl
ŽM Prag, Nr. 44.388, zeichnet an der Spitze einer Petition zur Unterstützung von S. R. Hirschs Projekt zu einer Synagogenverfassung für Mähren, 7. Nov. 1849.
Manuskripte
¯IH Warschau 154 Mitschriften aus der Studienzeit bei Benet [IMHM 30156]
¯IH Warschau Q 12/3 Responsum [IMHM 11854]
Ebd. Q 13/1 Briefwechsel mit Rb. Izak Sternfeld in Mór, Ungarn [IMHM 11855]. Schüler. Ignaz Briess, Salomon Klein, Armin Schnitzer, u. a.
Publikationen
Hebr. Gutachten gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qena’uth, Amsterdam 1845, Nr. XXXII, Bl. 29v
H. åchmath Šelomoh Responsen, als Anhang in Mordechai Benet, Har ha-Mor, Wien 1862
Halachische Korrespondenz mit Juda Aszód, in dessen Responsen, YD Nr. 245, 249, 294; EE/HM Nr. 30, 144, 145, 182, 188, 191, 233
Eine Approbation, datiert Lipník 1836; Löwenstein, Index, S. 162.
Epigraphik
Grabinschrift bei Feuchtwang, „Epitaphien“, S. 383.
Literatur
IA 1840, S. 128, aus Lipník: „R. David [!] Kwecz (aus Nikolsburg), ein frommer und sehr gelehrter Rabbi, aber der Zeitrichtung fast ganz fremd und dabei noch jeder Prudenz entbehrend, die ihn der Gemeinde anderweitig nützlich machen könnte“
INJ 1845, S. 144 über Ansätze von Reformen: Q. rückt den Almemor vor die Lade
AZJ 1855, S. 321f, über sein Verhältnis zu S. R. Hirsch
Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 123
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 759
JE X 287
Bericht seines Schülers Armin Schnitzer, Jüdische Kulturbilder (Aus meinem Leben), Wien 1904, S. 38f, 45-49. Der neue Landesrb. Samson Raphael Hirsch war für ihn ein „Amhorez“ (Banause). „Dem sollte er, der scharfsinnigste und gewiegteste unter den Rabbinen Mährens, untergeordnet sein, dem seine Reverenz als Landesrabbiner bezeigen? Nie und nimmer! Und er unterließ es auch nicht, bei jeder Gelegenheit dieser seiner Mißachtung Ausdruck zu geben“ (S. 46). Dabei habe er sich bemüht, sich durch Romanlesen eine deutsche Bildung zu verschaffen, ja er habe auch zu predigen versucht, „aber sie war entsetzlich anzuhören, diese ’erhabene Sprache’, und die prononziert jüdische Aussprache machte die allerschönste Phrase ungenießbar. Bei seinem strengen Konservatismus war er liberal und nachsichtig“ (S. 47)
Ignaz Briess, Schilderungen aus dem Prerauer Ghettoleben vom Jahre 1838-1848, 1912, S. 82-84, über seine Jeschiwa
Wachstein, Mafteah. ha-häspedim, I, S. 53
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 304, 440, 462, 554
EJ eng. XIII 1427
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 42, Nr. 1012
HÖAAJH, Bd. II, Nr. 8294
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 142, 285, 540, 656f.