BHR Biographisches Portal der Rabbiner

RANDEGGER, Maier

  • Geb. 9. Feb. 1780 in Randegg im vorderösterr. Bodenseegebiet,
  • Gest. 12. März 1853 in Triest
  • Schüler von Raphael Ries in Lengnau, Aargau, dann ein Lieblingsschüler von Oberrb. M. S. Kohn an der Jeschiwa in Fürth. Kurzzeitige Talmudstudien in Preßburg
  • Hauslehrer in Wien und in Triest. Wird dort als Lehrer an der Talmud-Tora-Schule aufgenommen. Nach seiner Heirat mit einer Tochter des Aufklärers Josef Chajim Chiskija Galigo und Kusine des Isacco Reggio, zwei Vertretern der italienisch-jüdischen Aufklärung, gründet er im Geiste Wesselys eine eigene Schule mit hebr., ital. und dt. Unterricht. Obwohl nicht unangefochten, war er lange Jahre Subrb. an der aschkenasischen Synagoge und versah während der Vakanz von 1832-34 die Funktionen des Rabbino Maggiore. 1838-47 amtiert er abwechselnd in Fiorenzuola und Rijeka (Fiume), Kroatien. Schwiegervater des badischen Rb.s Leopold Schott.

Publikationen

  • S. innath Dawid, historische Verteidigung der davidischen Authentizität des Psalters, Wien 1841, 111 Bl.; ZRIJ 1845, S. 357-360
  • Haggadah šäl Päsah. mit Kommentar, Wien 1851. Die beigedruckte ital. Übersetzung einer seiner Töchter, Vorsteherin einer Mädchenschule in Triest, wie auch die ital. Übs. der hebräischen Fibel Beth ha-Sefär von Juda-Löb Ben-Seew (in der Ausg. Wien 1864) werden bisweilen zu Unrecht dem Vater zugeschrieben
  • Briefe bei Reggio, ’Iggäräth YaŠaR, Bd. II, Wien 1836; in Kåchve Yis. h. aq Heft 14 (1851), S. 13-15.

Literatur

  • Nachruf von Leopold Schott in AZJ 1853, S. 333-335, „Subrabbiner Maier Randegger, welcher zwar, nach Niederlassung, ehelichen Familienbanden und Berufskreis, als Italiener zu betrachten ist; nach Abstammung, Bildung und Gesinnung aber dem deutschen Judenthume angehört“
  • Ausführliche Vita bei Wurzbach, Biographisches Lexikon, s. v
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 825
  • JE X 315
  • DBE VIII 134.