BHR Biographisches Portal der Rabbiner

REISS, Seligmann, eigentlich Pinchas R.

  • Geb. 1764 vermutlich im Elsaß,
  • Gest. 1831 in Karlruhe
  • Als „Candidat“ auf der Suche nach einer Rabbinerstelle kommt er ca. 1790 nach Karlsruhe und ist dort als Milchverkäufer und Lehrer tätig
  • ca. 1795 verheiratet mit Frumet. 1805-1809 Verweser des badischen Oberlandesrts.
  • „Rabi und kleiner Specerey-Handel“ laut dem Verzeichnis der Karlsruher Juden von 1809. Der neue Rb. Ascher Löw behält ihn als seinen Vertreter und Assessor. Die Wahl für die Stelle des Stiftsrb. am Elias Wormserschen Lehrhaus verliert er im Dez. 1819 mit 6 : 8 Vorstandsstimmen gegen den jungen Jakob Ettlinger
  • Rb. Löw gibt ihn jedoch der Stadtdirektion als Sieger an und setzt ihn in das Amt ein, das er nach Widerstand Ettlingers im Okt. 1820 wieder räumen muss. Vater des Rb. Moses R.

Dokumente

  • Verzeichnis der Karlsruher Juden vom 10. März 1799; siehe das Ms. im StadtA Karlsruhe, Juden in Karlsruhe, S. 542f
  • GLA Karlsruhe, 233/17060, mit den Auseinandersetzungen um die Wormsersche Stiftsstelle; dort unter dem 15 u. 18. Okt. 1820 Petitionen von R. an den Großherzog mit biogr. Angaben (nicht eigenhändig geschrieben, unbeholfene Unterschrift); unter dem 9. Okt. 1820 Eingabe J. Ettlingers gegen ihn: Er habe sich nur „als armer Fremdling sich hier ansäßig gemacht“ und sei mit seinen sechs erwachsenen Kindern nicht einmal mehr unterstützungsbedürftig
  • Im Sterberegister als „Rabbinatskandidat“.

Epigraphik

  • Grabstätte in der Rabbinerreihe des alten Karlsruher jüd. Friedhofs, Grabstein 149; siehe Döpp u. a., Alter Jüdischer Friedhof Karlsruhe, Kriegsstraße; Expl. ZAGJD Heidelberg. Die Inschrift nennt ihn mit dem morenu-Titel.

Literatur

  • Blum, Breisach, Bd. I, S. 175, mit Geburtsdatum 1767; R. selbst nennt sich 55jährig im Okt. 1820.