BHR Biographisches Portal der Rabbiner

ROOS, Löb Moses, bürgerlich Leopold R.

  • Geb. 1768 in Rosheim, Oberelsaß,
  • Gest. 29. Okt. 1838 in Grünstadt, Pfalz
  • Sohn des Rosheimer Rb. Isaac R. und der Marianne Buber. Prediger in Bischheim, Unterelsaß, und in Straßburg, ca. 1802 Rb. in Grünstadt, dessen dreihundert Juden sich nach der französischen Eroberung vom Wormser Oberrt. unabhängig gemacht hatten. Am 4. Juni 1809 auf die Beschlüsse des Sanhedrin vereidigt und dem Mainzer Oberrb. unterstellt. Verheiratet mit Bele-Barbara Blum, sieben Kinder. Hat seinem Epitaph zufolge Talmudschüler unterichtet.

Dokumente

  • Die Mitgliederliste des Sanhedrin (1807) hat einen „Lion Samuel“ aus Grünstadt
  • Die Erhebung des Mainzer Präfekten über den isr. Kultus; AN Paris, F 19/1840, vom 18. Mai 1808, nennt ihn (wohl falsch) „Loeb, Isaac, 43“
  • Er unterzeichnet „löb ysaac rabin“ bei der Wahl des bürgerlichen Namens „Leopold Roos“ im Jahr 1808; siehe Bernd Kukatzki, Die Familiennamen der Grünstädter Juden nach dem napoleonischen Dekret des Jahres 1808, Landau 1997, S. 8f
  • AN Paris, F 19, Nr. 11.052 „Tableau des Déclarations faites par les Rabbins & Docteurs de la Loi“, Paris, 30. Sep. 1813
  • Nach der Kultusstatistik in LA Speyer H3 Nr. 8249, vom 14. Aug. 1815 war R. auch für den Kanton Frankenthal zuständig sowie für die Gemeinden Monsheim, Heppenheim und Wachenheim
  • Totenschein im Standesamt Grünstadt, Sterbebuch 1838/84
  • Moritz Marx, Sohn des Rb. in Bad Dürkheim, erhielt 1838 sein Rabbinerdiplom „von dem seligen Rabbiner Löb Moses aus Grünstadt“; LA Speyer, Best. H3, Nr. 8136, Bd. I, Bl. 130, vom 27. Juni 1843.

Publikationen

  • Approbation zur Fürther Talmudausgabe, datiert Grünstadt 1833; Löwenstein, Index, S. 170; „Löb Russik“ ist hier wohl Lesefehler für „Rossim“.

Epigraphik

  • Grabstein auf dem jüd. Friedhof in Grünstadt, mit Erwähnung seiner Straßburger Lehrtätigkeit; der Name lautet hier „Moses Arjeh genannt Löb Rosheim“.

Literatur

  • Max Freudenthal, „Juden in Grünstadt und Umgebung“, Leininger Geschichtsblätter 10 (1911), S. 20
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 104.