Geb. März 1843 in Stadthagen, Fsm. Schaumburg-Lippe,
Gest. Mai 1926 in Mainz
Studium an der Univ. Berlin, gefördert von M. Steinschneider und A. Berliner, sowie an der Univ. Breslau, danach einige Zeit Erzieher im Auerbach’schen Waisenhaus in Berlin. Mai 1870 Rb. in Dessau, 19. Jan. 1879 Ordination von Salomon Herxheimer in Bernburg, 1880 Rb. in Mainz. Mitbegr. des CV und Redner gegen den Antisemitismus. Einer der beiden deutschen Rabbiner, die den Professorentitel erlangten (1912). 1918 in den Ruhestand.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, P 46, vom 19. Jan. 1879 Text von Herxheimers Hattara. S. habe Zeugnisse „von bedeutenden Lehrern in Berlin“ und sei seit zehn Jahren Prediger in Dessau.
Publikationen
„Euere Brüder ziehen in den Krieg“. Rede am Buss- und Bettage, 2. August 1870, Dessau 1870
Predigt zur Friedensfeier 18. Juni 1871, Dessau 1871
Gedächtnißpredigt auf S. Hoheit den hochseligen Herzog von Anhalt, Herrn Leopold Friedrich, Dessau 1872
Predigt zur Friedensfeier, 18. Juni 1871, 1871
Rede am Grab der Frau F. Abraham, 1878
„Das Hohelied bei den Erklärern des Mittelalters“, Magazin für die Wissenschaft des Judenthums 1879 (auch als Separatdruck)
Dr. Salomon Herxheimer, Landesrabbiner von Anhalt-Bernburg. Ein Lebensbild, Fft./M. 1885
Gedächtnisrede, gehalten bei der Trauerfeier für Seine Majestät den höchstseligen Kaiser Wilhelm I., 1888
Martyrologium des Nürnberger Memorbuches, 1898; darin S. 426-439 „Der alte isr. Friedhof in Mainz und die hebräischen Inschriften des Mainzer Museums“
Bilder aus der Vergangenheit der jüd. Gemeinde Mainz. Festgabe zur Erinnerung an die 50jährige Wiederkehr des Einweihungstages der Hauptsynagoge zu Mainz, Mainz 1903
„Zwei Mainzer Urkunden vom 25. Nov. 1843“, Festschrift zum 70. Geburtstage Abraham Berliners. Gewidmet von Freunden und Schülern, hrsg. v. A. Freimann und M. Hildesheimer, Frankfurt/M. 1903
„Die Judenpolitik Philipps des Großmütigen“, in: Philipp der Großmütige. Beiträge zur Geschichte seines Lebens und seiner Zeit; hrsg. von dem Histor. Verein für das Ghzm. Hessen, Fft./M. 1904 (auch als Separatdruck)
„Zur Geschichte der Mainzer Synagogen“, Mainzer Zeitschrift 1908, S. 1106-110 (auch als Separatdruck)
„Die Geschichte der Gemeinde“ und „Die Mainzer Synagogen“, in: Festschrift zur Einweihung der Neuen Synagoge in Mainz, Mainz 1912, S. 3-15 bzw. 16-23
„Vorboten der Judenemanzipation in Kurmainz“, Judaica. Festschrift zu Hermann Cohens 70. Geburtstag, Berlin 1912, S. 348-376
„Zur Geschichte des Judenschutzes in Kurmainz“, Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden. Festschrift zum 70. Geburtstag Martin Philippsons, Frankfurt 1916, S. 135-167
„Die Mainzer Judenerben“, Mainzer Zeitschrift 12/13 (1917/ 18), S. 144-156
Zur Kunde des Mainzer jüdischen Vereinslebens im achtzehnten Jahrhundert, Mainz 1919
„Welt und Haus des dt. Juden im Mittelalter“, JJGL 23 (1920), S. 61-85- „Mainzer jüdische Grabsteine, gefunden im Jahre 1922“, Mainzer Zeitschrift 17/18 (1922/23), S. 62-65
Beiträge zu Lbl, HB, Berliners Magazin, Meyers Convers.-Lexicon, 3. Aufl.
Literatur
Lippe 1879/81, S. 419f
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 821
JE X 650f
Gedenkreden beim Heimgang des Altrabbiners Siegmund Salfeld, Mainz 1926, 29 pp
JL IV2 49
Wininger V 319f
Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 171; Bd. II, S. 20
Vest, Mainz, S. 59
Walk, Kurzbiographien zur Geschichte der Juden, S. 323.