Gymnasialbildung am Johanneum in Hamburg, 16. Juli 1851 imm. Berlin und Versuch eines Medizinstudiums mit philos. Belegungen, 5. Mai 1854 Abgang von der Universität
um 1857/58 Lehrer in Battenfeld bei Battenberg in Oberhessen
prom. Gießen. Jan. 1859 Auswanderung in die USA, auf Empfehlung von S. M. Isaacs am 4. Sept. 1859 gewählt zum Rb. der Gem. „B’rith Kodesh“ in Rochester, N. Y., wird 1860 auf Druck der Orthodoxen entlassen. 1861 Bewerbung um das Rt. der „Anshi Chesed“ in New York, 1863 einziger jüdischer Feldkaplan im Bürgerkrieg, Dienst für 1 1/2 Jahre, Verwundung in Gettysburg, 3. Okt. 1864 als invalid entlassen. Verschiedene Gastpredigten in New York, 1872 Rb. der Gem. „Beth-El“ in Memphis, Tennessee.
Dokumente
UA Jena, M 355, fol. 250-255, abgelehnte Promotionsgesuche in Jena. Seine Schriften Israel’s Priesterthum und Kampf im Judenthum seien eher Predigten als wiss. Arbeiten. „Hier fehlt aber wissenschaftliche Bildung, auch im Sinne des Judenthums“ (Prof. Stickel, 20. Okt. 1857)
LA Schleswig, Abt. 47.7, Nr. 23, vom 5. Jan. 1858, abgelehntes Promotionsgesuch in Kiel. S. hatte eine allegorische Interpretation der Lustration (Num. 19) vorgelegt, und dabei „merkwürdiger Weise die neutestamentlich-christliche Anwendung, namentlich aus Paulinischen Schriften benutzt. Der Verfasser gehört also der neueren freien Richtung des Rabbinats an, welche Opposition gegen die streng-buchstabengläubige macht [...] Ohne Zweifel ist der Verfasser ein in seinem Fache gebildeter, ja ausgezeichneter jüdischer Religionslehrer, ein eigentlich gelehrtes specimen aber ist seine Arbeit nicht“ (Prof. Chalybaeus).
Literatur
Stuart E. Rosenberg, The Jewish Community in Rochester 1843-1925, New York 1954, S. 30-34: „He knew, they claimed, Spanish, Latin, Greek, French, and German, and would soon do well in English, too“ (S. 31).