Sohn eines Seidenhändlers, erster Talmudunterricht bei dem Ortsrb. Moses Tobias Sontheim. Nach dem Tod der Eltern seit 1820 an der Jeschiwa in Fürth, 1825 nach Würzburg zur Jeschiwa von Oberrb. Abr. Bing mit Privatstunden in der dt. und lat. Sprache
WS 1826 imm. Würzburg, 26. Jan. 1830 Gasthörer an der Univ. Marburg, mit erlangtem Dispens am 22. März 1830 reguläre Einschreibung in der mosaischen Theol.
kurhessische Staatsprüfung
1. Jan. 1833 Rabbinatsverweser in Hanau, 1836 Kreisrb. und Religionslehrer in Schlüchtern
28. Nov. 1838 Heirat mit Caroline Preuß (geb. 1815) von dort, mit der er zehn Kinder hatte. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er auf Seiten der ungar. Trennungsorthodoxie.
Dokumente
StA Nürnberg, RA 1932, Tit 13, Nr. 651, Bd. I, Bl. 224v, Nr. 32, Liste der Fürther Talmudschüler vom 25. April 1824
StA Marburg, 307d/69, 12, Prüfungsakten mit Vita (frdl. Mitteilung von Herrn G. Mehnert)
HStA Wiesbaden, 365/766, Trauungsregister Schlüchtern; danach war er 1838 erst 30 Jahre alt
StA Marburg, 19h/597, mit Gutachten über seine Bewerbung in Marburg: Er sei „ein sehr braver, solider und anspruchsloser Mann“ (der Landrat, 4. Sept. 1861). „Seine äußere Persönlichkeit und Haltung ist wenig ansprechend, jedoch nicht zurückstoßend [...]; er ist fromm, bieder und gut“ (Rb. Felsenstein, 9. Sept. 1861).
Publikationen
Hebr. Gutachten gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qena’uth, Amsterdam 1845, Nr. XI, Bl. 12r-13r
Ein offenes Wort an Rabbiner S. B. Bamberger zu Würzburg, Fft./M. 1877, 31 S.
Literatur
Lippe 1879/81, S. 446
Japhet, „Wetzlar“, S. 281
Arnsberg, Hessen, Bd. II, S. 274, 276, mit Doktortitel.