Gest. 29. Sept. 1853 in Inowrocław (Inowrazlaw), Prov. Posen
Verheiratet mit Zirl Lippmann (gest. 1828), Tochter des Rb. Elieser L. in Biała (Zülz), Oberschlesien. Lebt in Kleczew, Russ.-Großpolen, um 1815 Rb. in Kórnik (Kurnik), Prov. Posen
als Jeschiwaleiter war er dort Lehrer und Schwiegervater des jungen Sam. Holdheim. 1829 Rb. in Inowrocław. Die Regierung suchte 1840 seine weitere Amtsführung vom Nachweis der Kenntnis des Deutschen in Schrift und Sprache abhängig zu machen
da aber S. vom Gemeindevorstand verteidigt wurde und schon vor dem Gesetz von 1833 als Rb. gewirkt hatte, genügte schließlich eine „eigenhändig unterschriebene Erklärung“. Sein Gehalt betrug 200 Tl. (seit 1849 336 Tl.). Stimmt 1843 der vom Schullehrer beantragten Einführung von Chormusik zu. Um 1850 wirkt neben ihm der neuorthodoxe Dr. Aron Hirschfeld als Prediger.
Dokumente
Urteil einer 1842 vom Gemeindevorstand eingesetzten Kommission über ihn: „In Kultusangelegenheiten gilt nur der Wille des Rabbiners. Ohne ihn darf im Gottesdienst weder etwas angeordnet noch abgeändert werden. Er ist durch Kontrakt auf 6 Jahre angestellt [...] Die Funktionen eines altgläubigen Rabbiners sind 2 Predigten für das ganze Jahr, vor Ostern und nach Neujahr, sonst weder bei Trauungen noch bei Sterbefällen, wozu noch sein Entscheidungsspruch bei rituellen Fällen kommt. Mit dem Korporationsvorstande steht der Rabbiner in gar keinem Verhältnis [...] Die Sprache der 2 Predigten ist das sogenannte Jüdisch-Deutsch. Es liegt das Bedürfnis nach einem allsonnabendlich deutsch sprechenden Rabbiner oder Prediger vor. Vor allem für die Jugend fehlt ein berufener Mann“ (Heppner und Herzberg, S. 459f).
Manuskripte
Der Nachlaß verblieb im Besitz der Familie (Heppner und Herzberg, S. 476).
Publikationen
„H. idduše Halachoth me-’avi ha-meh. abber“, unter den Präliminarien zum Läqät. ’Eliyyahu seines Sohnes Elieser, Breslau 1834
Halachische Korrespondenz mit Mord. Jaffé in dessen Responsen, Hamburg 1852, S. 12, 61, 78
Vier Approbationen, datiert Inowrocław 1834-1845; Löwenstein, Index, S. 192.
Literatur
AZJ 1850, S. 85f. (wird beschuldigt, jedem Ignoranten die Morenu zu verkaufen), S. 224f., 282f. (Einspruch), S. 426; 1851, S. 300, 348 (habe Dr. Joël wegen seines Soharbuchs verleumdet)
Heppner u. Herzberg, S. 450f (Anekdote über seine Rivalität mit Akiba Eger und einen 1824 mit ihm in Inowrocław stattgefundenen Disput, den er mit den Worten geendet habe: „Ihm nachgeben? Glaubt mir, der wird mir einst im Ganeiden [Paradies] mein Stöckel nachtragen!“), 462 (stimmt der Einführung von modernem Chorgesang zu), 475f. (mit Bildnis), 588
Bromberg, Gut. macher, S. 65f, der Inowrazlaw und Leslau für zwei verschiedene Orte hält
Hirschler, Sefär Me’oran šäl Yiœra’el, Bd. II, S. 349, nennt ihn unter den Eger-Schülern