Geb. 15. April 1822 in Miêdzyrzecz (Meseritz), Prov. Posen
Sohn eines Kaufmanns, Talmudunterricht in seiner Heimatstadt und Privatunterricht in den Schulfächern, besucht das dt. Gymnasium in Miêdzyrzecz 9 Jahre lang mit parallelen talm. Studien, 19. April 1842 imm. Berlin, wo sein älterer Bruder Peretz St. - später Schullehrer in Opole (Oppeln) und Strzelce (Groß-Strehlitz) - schon seine Gymnasial- und Universitätsstudien absolviert hatte. Vierjähriges Universitätsstudium, ebenfalls mit parallelem Unterricht bei J. J. Öttinger und Arbeit als Hauslehrer, 1845 Ablehnung eines Rufs als Prediger nach Güstrow in Mecklenburg- Schwerin, 21. Aug. 1846 prom. Berlin, lebt dort als Privatgelehrter
Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG 1848, S. 509, Nr. 198). 1. Juli 1850 Rb. in Dessau. Nach späterer Darstellung habe er sich gleich nach seiner Anstellung der politischen Reaktion angeschlossen, um vom Fürsten die Landrabbinerwürde für Anhalt-Dessau zu erschmeicheln. Das gelingt ihm am 23. März 1851 infolge einer Audienz beim Herzog, woraufhin S. durch den Dessauer Gemeindevorstand unverzüglich verabschiedet wird, mit Auszahlung des Gehalts für die gesamte dreijährige Vertragsdauer. Um 1855 lebte er in Berlin (siehe ZDMG 1855, S. 638).
Dissertation
De quibusdam marmoris Phoeniciis, praemisso specimine de scripturae alphabeticae origine, Diss. Berlin 1846.
Dokumente
LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat, Nr. 16, vom 13. Juni 1845, Verhandlungen mit der Gem. in Güstrow
Ebd., Landesrabbinat, Nr. 57, vom 22 Okt. 1852; Bewerbung mit Darstellung der Ereignisse in Dessau.
Literatur
Hergang der Entlassung in Dessau siehe Orient 1851, S. 320; AZJ 1851, S. 174, 221, 457f