BHR Biographisches Portal der Rabbiner

STEG, Samuel Gerson

  • Geb. in Steeg bei Koblenz,
  • Gest. 1807 in Warburg
  • Lernt in Bingen, Frankfurt/M. und Prag, 1774-1805 Landesrb. des Fsms. Paderborn mit Sitz in Warburg
  • in seinem Haus an der Langen Straße soll er eine Jeschiwa unterhalten haben. Sein Sohn Mordechai S. bezeichnete sich gern als „den letzten Kabbalisten Deutschlands“.

Dokumente

  • Akten des rb. Gerichtshofs in Warburg; zum Teil im CJA Berlin, 1, 75 AWa6, Nr. 6-8 aus den Jahren 1758-1799, zum anderen Teil im CAHJP Jerusalem, „Warburg“, S 56/7a, S 56/7b und S 56/11, aus den Jahren 1772-1805. Betrifft Handels-, Erbschafts- und Beleidigungsprozesse. Enthält einheitliche hebr. Protokolle mit Beschreibung des Falles, „pesaq“ (Urteil), Begründung und Unterschrift („ha-qat. an Schmuel Steg“), daneben dt. Korrespondenz mit den bürgerlichen Gerichtshöfen, Hebelisten zum Rabbinergehalt u. a.; in der Warburger Abgabenliste von 1775 ist Stegs Haus („Rabbiner, Frau, zwey Knechte, 2 mägde“) unter den am meisten besteuerten.

Literatur

  • Martha Evers, Geschichte der Juden der Stadt Warburg zur fürstbischöflichen Zeit, Phil. Diss. Münster 1919, S. 74, hält Samuel Gerson und Samuel Steeg für zwei verschiedene Personen
  • Emil Herz, Denk ich an Deutschland in der Nacht: Die Geschichte des Hauses Steg, Berlin 1951, S. 40, 72, 75; Nachdruck Warburg 1994, eine eher fiktive Darstellung laut Scholem, „Letzte Kabbalisten“, S. 224
  • Bernhard Brilling, „Zur Geschichte der Juden in Warburg“, Zschr. f. d. Gesch. der Juden 10, 1973, S. 64f
  • Röll, „The Kassel Ha-Meassef“, S. 43
  • Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil III: Regierungsbezirk Detmold, Köln 1998, S. 219, trennt wie Evers Amtszeiten für Samuel Gerson (1779-1797) und Samuel Steg (1797-1807); die Angaben bei Herz seien „nicht korrekt“
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 55.