Lernt in Bingen, Frankfurt/M. und Prag, 1774-1805 Landesrb. des Fsms. Paderborn mit Sitz in Warburg
in seinem Haus an der Langen Straße soll er eine Jeschiwa unterhalten haben. Sein Sohn Mordechai S. bezeichnete sich gern als „den letzten Kabbalisten Deutschlands“.
Dokumente
Akten des rb. Gerichtshofs in Warburg; zum Teil im CJA Berlin, 1, 75 AWa6, Nr. 6-8 aus den Jahren 1758-1799, zum anderen Teil im CAHJP Jerusalem, „Warburg“, S 56/7a, S 56/7b und S 56/11, aus den Jahren 1772-1805. Betrifft Handels-, Erbschafts- und Beleidigungsprozesse. Enthält einheitliche hebr. Protokolle mit Beschreibung des Falles, „pesaq“ (Urteil), Begründung und Unterschrift („ha-qat. an Schmuel Steg“), daneben dt. Korrespondenz mit den bürgerlichen Gerichtshöfen, Hebelisten zum Rabbinergehalt u. a.; in der Warburger Abgabenliste von 1775 ist Stegs Haus („Rabbiner, Frau, zwey Knechte, 2 mägde“) unter den am meisten besteuerten.
Literatur
Martha Evers, Geschichte der Juden der Stadt Warburg zur fürstbischöflichen Zeit, Phil. Diss. Münster 1919, S. 74, hält Samuel Gerson und Samuel Steeg für zwei verschiedene Personen
Emil Herz, Denk ich an Deutschland in der Nacht: Die Geschichte des Hauses Steg, Berlin 1951, S. 40, 72, 75; Nachdruck Warburg 1994, eine eher fiktive Darstellung laut Scholem, „Letzte Kabbalisten“, S. 224
Bernhard Brilling, „Zur Geschichte der Juden in Warburg“, Zschr. f. d. Gesch. der Juden 10, 1973, S. 64f
Röll, „The Kassel Ha-Meassef“, S. 43
Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil III: Regierungsbezirk Detmold, Köln 1998, S. 219, trennt wie Evers Amtszeiten für Samuel Gerson (1779-1797) und Samuel Steg (1797-1807); die Angaben bei Herz seien „nicht korrekt“