BHR Biographisches Portal der Rabbiner

STRASSER, Eleasar

  • Geb. März 1790 in Rajka (Ragendorf) bei Preßburg,
  • Gest. 18. Dez. 1848 in Nové Mesto nad Váhom (Waag-Neustadtl), Slowakei
  • Sohn des vermögenden Jakob S., früh verwaist, mit 13 J. nach Mähren zur Jeschiwa von Eleasar Löw in Třeš (Triesch)
  • wird dort nach einem Jahr von dem reichen, sowohl talmudisch als deutsch gebildeten Gönner Markus Turnauer aufgenommen, ca. 1808 nach Prag, lernt dort an der Jeschiwa und zugleich Latein, Französisch, Geschichte, Mathematik, Physik und Philosophie. 1811 Heirat mit Turnauers Tochter, betrieb in Třeš einen Wollhandel und gründete eine Jeschiwa, lehnt aber die angebotenen Rabbinate ab. Nach geschäftlichen Schwierigkeiten wird er 1827 Rb. in Großmagendorf, Burgenland, 1830 Rb. in Gyõr (Raab), Ungarn, 1834 Rb. in Nové Mesto. Hält auch dort eine gutbesuchte Jeschiwa. Unterzeichner des orthodoxen Protests gegen die Rb.-Versammlung von 1844. In zweiter Ehe verheiratet mit einer Tochter des Dajans Jakob Beer Biach aus Mikulov (Nikolsburg) in Mähren.

Manuskripte

  • Talmudauslegungen, Kommentar zum HM.

Publikationen

  • Hebr. Gutachten gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qenauth, Amsterdam 1845, Nr. XXVI, Bl. 25v-26r, mit seinen Dajanin Abr. Deutsch und Aron Stern
  • „Stimme eines Orthodoxen“ von S-r, Rabbiner in Neustadt a. d. Warthe [!], TZW 1846, S. 62-67, 82-85
  • Halachische Korrespondenz mit Moses Sofer, siehe dessen Responsen EE I Nr. 77, HM Nr. 6, 114; Bd. VI Nr. 32.

Literatur

  • „Eleasar Straßer, Oberrabb. zu Groß-Magendorf, Raab und Waag-Neustadtl. Von einem seiner Schüler“, Ben-Chananja 1859, S. 510-513; S. 513, schreibt, daß St. „die Verbindung des Göttlichen und Weltlichen zur Basis seines Lebens machte [...] St. war einer zur damaligen Zeit in Ungarn nur spärlich vorhandenen Rabbiner, die eine reine deutsche Sprache in ihren Drascha’s sich bedienten und selbe eher der neuern ’Predigt’ als dem alten ’Drusch’ anpaßten.“
  • Ujvári, Magyar zsidó lexikon, S. 810
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 165, Nr. 1729
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 77 (mit hebr. Schriftprobe)
  • Bárkány und Dojč, Slovensko, S. 230, geben für Nové Mesto die Amtsdaten 1845-1854.