Geb. 1. Nov. 1803 in Holešov (Holleschau), Mähren,
Gest. 23. April 1865 in Bzenec (Bisenz)
Sohn des Rb. Hirsch T., erhielt die erste rb. Ausbildung am Lehrhaus in Holešov, dann acht Jahre Jeschiwastudium in Prag bei Samuel Landau mit autodidaktischen weltlichen Studien
er las deutsch, sprach sogar französisch und italienisch. Als Nachfolger des Vaters 1839 Rb. in Bzenec. Er sei orthodox, aber sanftmütig gewesen und ließ die Reformer in der Gemeinde gewähren. Die Fortschrittspartei wandte sich zusehends von ihm ab und stellte den deutschen Prediger Herzl an
„der Rabbiner Toff schwieg, aber in seinem Herzen war eine Grabesstille“ (Duschak).
Dokumente
ŽM Prag, Mikulov, b. č., Bericht der Gemeinde Bzenec vom 17. Okt. 1839: Man habe Pinkus (!) Toff zum Rb. gewählt, da seine zu Ehren des Vaters gehaltene Gedenkrede einen guten Eindruck gemacht habe und überhaupt nach dem Schulchan Aruch „der Sohn des Rabbiners, wenn er ein fähiges Subjekt ist, vor jedem andern den Vorzug verdient“
ZA Brünn, B14, M614, Z. 55701, vom 21. Dez. 1846, Ernennung als Wahlmann für die Landesrabbinerwahl.
Literatur
Nachruf seines Kollegen M. Duschak in Neuzeit 1865, S. 220f
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 120.