Sohn des als Dajan der Mannheimer jüdischen Gemeinde fungierenden „Schutz- und Handelsjud“ Mayer T. (1751- 1815) und seiner Frau Serle, Okt. 1821 mit seinem Schwager Sal. Fürst nach Würzburg zur Jeschiwa von Oberrb. Abr. Bing, 12. Apr. 1822 imm. (or.) an der Universität und vier Semester Studium, Ende 1824 badische Kandidatenprüfung, 6. April 1825 gemeinsam mit Fürst provis. Verwalter des niederrheinischen Provinzrabbinats mit Sitz in Mannheim
bei der Einteilung Badens in Rabbinatsbezirke wird er am 3. Juni 1826 zum Stadtrb. für Mannheim ernannt. 13. Sept. 1826 Heirat mit Rebekka Auerbach (1805-1852) aus Karlsruhe. Erhält am 2. Aug. 1827 einen Sitz in der „Religionskonferenz“ des isr. Oberrats sowie 1838 den Status eines Bezirksrb. Orthodox, unterzeichnet 1844 gegen die Rb.-Versammlung, jedoch aufgeschlossen für punktuelle Kultusveränderungen. Juli 1845 Vorsitzender der badischen Rb.-Versammlung. Korrespondent des Kabbalisten Seckel Wormser in Michelstadt.
Dokumente
StadtA Mannheim 12/1982 Nr. 191 Familienbogen Traub
UB Würzburg, M. ch. f. m. 2, Bd. II, Bl. 363v, Matrikeleintrag; auch bei Merkle, Würzburg, S. 950
ARS Würzburg Nr. 1645 über die in Würzburg belegten Kollegien
UA Erlangen, C4/3b Nr. 250, akad. Vita von Jakob Rosenberg (1834) über sein Tamudstudium in Mannheim; „non sine maximo fructu scholam theologi[c]am magnifici principis Rabbini, H. Traub, per quatuor annos [1826-30] frequentavi“; T. habe sich als „doctissimus vir“ erwiesen
GLA Karlsruhe 233/31325, Ernennungsschreiben
Ebd, 362/41, Bl. 52-55 vier Briefe wegen ausbleibenden Gehalts, Februar bis Juni 1844.
Publikationen
Vier Reden, Mannheim 1825 [Expl. JNUL S61-B-1481]
Rede, gehalten am Grabe des Bankiers Herrn H. Hohenemser, Mannheim 1838
Rede bei der Schulentlassung, Mannheim 1841
Beitrag zu den Rabbinischen Gutachten gegen den Frankfurter Reformverein, 1844
Hebr. Gutachten gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qena’uth, Amsterdam 1845, Nr. IV f. 8r-v
Eine Approbation, datiert Mannheim 1843; Löwenstein, Index, S. 199.
Literatur
Subskribent der Fürther Talmudausgabe (1832); hier betitelt ha-rav ’A[v] B[eth] D[in] MWH. (Oberrb.)
INJ 1845, S. 192, Klage über die religiösen Zustände in Mannheim: „Aber ein großer Theil der Schuld liegt offenbar in der völligen Impotenz des hiesigen Rabbiners. Wo solche Geistes-Castraten fungiren, deren Urtheilskraft geschwächt ist, die gefühllos sind gegen den Ruf der Zeit, und unfähig zu irgend welchem energischen Eingreifen, da kann nichts Tüchtiges geschenen“
Badische Zeitung 1849, S. 148 Todesmeldung
Mannheimer Journal 1849, S. 108 und Mannheimer Abendzeitung, 1849, S. 108: Rebekka Traub dankt all denen, die ihren Ehemann „während seiner Krankheit besucht hatten, und welche so zahlreich seinem Leichenbegängnisse gefolgt sind“
Kayserling, Jüdische Kanzelredner I 376-380
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 804
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 336: „Trotz vieler körperlicher Leiden stand er seiner Gemeinde ein Vierteljahrhundert mit Hingebung und Pflichttreue vor“