BHR Biographisches Portal der Rabbiner

TRAUB, Hirsch

  • Geb. 1791 in Mannheim,
  • Gest. 28. Januar 1849 das
  • Sohn des als Dajan der Mannheimer jüdischen Gemeinde fungierenden „Schutz- und Handelsjud“ Mayer T. (1751- 1815) und seiner Frau Serle, Okt. 1821 mit seinem Schwager Sal. Fürst nach Würzburg zur Jeschiwa von Oberrb. Abr. Bing, 12. Apr. 1822 imm. (or.) an der Universität und vier Semester Studium, Ende 1824 badische Kandidatenprüfung, 6. April 1825 gemeinsam mit Fürst provis. Verwalter des niederrheinischen Provinzrabbinats mit Sitz in Mannheim
  • bei der Einteilung Badens in Rabbinatsbezirke wird er am 3. Juni 1826 zum Stadtrb. für Mannheim ernannt. 13. Sept. 1826 Heirat mit Rebekka Auerbach (1805-1852) aus Karlsruhe. Erhält am 2. Aug. 1827 einen Sitz in der „Religionskonferenz“ des isr. Oberrats sowie 1838 den Status eines Bezirksrb. Orthodox, unterzeichnet 1844 gegen die Rb.-Versammlung, jedoch aufgeschlossen für punktuelle Kultusveränderungen. Juli 1845 Vorsitzender der badischen Rb.-Versammlung. Korrespondent des Kabbalisten Seckel Wormser in Michelstadt.

Dokumente

  • StadtA Mannheim 12/1982 Nr. 191 Familienbogen Traub
  • UB Würzburg, M. ch. f. m. 2, Bd. II, Bl. 363v, Matrikeleintrag; auch bei Merkle, Würzburg, S. 950
  • ARS Würzburg Nr. 1645 über die in Würzburg belegten Kollegien
  • UA Erlangen, C4/3b Nr. 250, akad. Vita von Jakob Rosenberg (1834) über sein Tamudstudium in Mannheim; „non sine maximo fructu scholam theologi[c]am magnifici principis Rabbini, H. Traub, per quatuor annos [1826-30] frequentavi“; T. habe sich als „doctissimus vir“ erwiesen
  • GLA Karlsruhe 233/31325, Ernennungsschreiben
  • Ebd, 362/41, Bl. 52-55 vier Briefe wegen ausbleibenden Gehalts, Februar bis Juni 1844.

Publikationen

  • Vier Reden, Mannheim 1825 [Expl. JNUL S61-B-1481]
  • Rede, gehalten am Grabe des Bankiers Herrn H. Hohenemser, Mannheim 1838
  • Rede bei der Schulentlassung, Mannheim 1841
  • Beitrag zu den Rabbinischen Gutachten gegen den Frankfurter Reformverein, 1844
  • Hebr. Gutachten gegen die Rb.-Vers. in Torath ha-Qena’uth, Amsterdam 1845, Nr. IV f. 8r-v
  • Eine Approbation, datiert Mannheim 1843; Löwenstein, Index, S. 199.

Literatur

  • Subskribent der Fürther Talmudausgabe (1832); hier betitelt ha-rav ’A[v] B[eth] D[in] MWH. (Oberrb.)
  • INJ 1845, S. 192, Klage über die religiösen Zustände in Mannheim: „Aber ein großer Theil der Schuld liegt offenbar in der völligen Impotenz des hiesigen Rabbiners. Wo solche Geistes-Castraten fungiren, deren Urtheilskraft geschwächt ist, die gefühllos sind gegen den Ruf der Zeit, und unfähig zu irgend welchem energischen Eingreifen, da kann nichts Tüchtiges geschenen“
  • Badische Zeitung 1849, S. 148 Todesmeldung
  • Mannheimer Journal 1849, S. 108 und Mannheimer Abendzeitung, 1849, S. 108: Rebekka Traub dankt all denen, die ihren Ehemann „während seiner Krankheit besucht hatten, und welche so zahlreich seinem Leichenbegängnisse gefolgt sind“
  • Kayserling, Jüdische Kanzelredner I 376-380
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 804
  • Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 336: „Trotz vieler körperlicher Leiden stand er seiner Gemeinde ein Vierteljahrhundert mit Hingebung und Pflichttreue vor“
  • PK Baden- Württemberg, S. 377
  • Lowenstein, „Reform Movement“, 282
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 312, 354.