Sohn des Kaufmanns Gerson T. und der Rahel Behrens Bohrer aus Hannover
Zögling der Herfordschen Schulstiftung, dann am Gymn. in Detmold, dazu Studien beim Ortsrabbiner Abr. Fahrenbach. Zwei Jahre lang Talmudunterricht bei Landrb. N. M. Adler in Hannover, 29. April 1839 imm. Bonn und vier Semester Studium gemeinsam mit den Hannoveranern Samuel Ephraim Meyer und Michael Jacob Frensdorff
Sommer 1841 in Detmold, Okt. 1841 Anstellung als Lehrer an Dr. Weils Privatschule in Frankfurt/M. Mit der rb. Ordination von Gabriel Adler in Oberdorf, Württ., und von Joseph Kahn in Trier wird er 1844 Bezirksrb. in Weilburg a. d. Lahn, Nassau, zugleich ist er Lehrer an einer Privattöchterschule daselbst. Teilnehmer der 2. Rb.-Versammlung, stimmt aber mit Frankel gegen die Verdeutschung der Liturgie. Bewerber um die Landesrte. in Darmstadt, Kassel und Schwerin
11. Dez. 1852 Eheschließung mit Bertha Büdge, Tochter des Kaufmanns Jakob B. aus Wetzlar. 22. Feb. 1860 prom. Jena, 30. Apr. 1860 Rb. in Stettin, dort auch Direktor der gemeindlichen Religionsschule.
Dissertation
An Stelle einer Dissertation wurden seine im Orient veröffentlichten Artikel über den Midrasch (1846), Josephus (1849) und die Apokryphen (1849ff) angenommen.
Dokumente
StadtA Frankfurt/M., Senatssupplikationen 406/7, vom 30. Okt. 1841, Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung in Frankfurt
HStA Wiesbaden, 365/810, Trauungs- und Geburtenregister Weilburg
UA Jena, M 365, Bl. 14-23, 49, Promotionsakten mit Vita (Geburtsdatum hier 17. Jan. 1819); ebd., M 366/1, Bl. 3-27, die anstelle einer Dissertation eingereichten Veröffentlichungen. Wie T. im Brief vom 9. Feb. 1860 erklärt, hatte ihn der Stettiner Gemeindevorstand zum Erwerb des Doktortitels gedrängt
LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat 57, vom 20. Okt. und 1. Nov. 1852, Bewerbung in Schwerin; gibt als Referenzen die Rabbiner Adler in London, Stein in Frankfurt und Meyer in Hannover an
CJA Berlin, 75 A Ste3 Nr. 160, aus seiner Tätigkeit als Direktor der Stettiner isr. Religionsschule
CAHJP Jerusalem, GA Berlin 30, vom 5. Okt. 1860, Brief an Mich. Sachs über einen unverläßlichen mašgiah. .
Publikationen
Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1845-50); Veröff. im LdO 1843 „Über die Beschneidung“ 1843; 1846 „Ueber die kleine Genesis Bere’šith Zut. a’“, griech. Text mit dt. Übs.; 1849 „Über den Bibelkanon des Fl. Josephus“, 1849-51 „Ueber das apocryphische Buch Esra“, „Critische Betrachtungen über den ggw. Zustand der jüd. Lit. in Dtld.“- Zwei Probepredigten, gehalten in der Synagoge zu Darmstadt, mit dem Mitbewerber Julius Landsberger, 1859
Die Grundlehren des Judenthums und die Naturwissenschaft, Predigt, Stettin 1863 (AZJ 1863, S. 719)
„Die Annexionen“, AZJ 1866, S. 599-601
„Die religiösen Bewegungen der Gegenwart und das Judentum“, MGWJ 18 (1869), S. 156-168, 324-333, 451-459, 508-525.
Literatur
AZJ 1859, S. 331
AZJ 1860, S. 27; Wahl in Stettin
AZJ 1860, S. 304; 1861, S. 71, Empfehlung für Lehrer
AZJ 1863, S. 290f, Lob seiner Arbeit
JP 1879, S. 58f, Nachruf: „Er gehörte der gemäßigten Reform- (oder der conservativ-liberalen) Richtung an. Diese Partei, welcher auch das Breslauer Seminar huldigt, hatte in ihm einen ihrer bedeutendsten und begabtesten öffentlichen Vertreter“. Geburtsdatum hier 17. Kislew 5579
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 820, 869
Peiser, Stettin, S. 53
Arnsberg, Hessen, Bd. II, S. 353
Lowenstein, „Religious Reform“, S. 278
Guenter, Lippe, S. 178f
Fehrs, in Heitmann und Schoeps (Hrsg.), Pommern, S. 340