Sohn des Israel V. und der Julie Adler, 14. Nov. 1859 imm. Breslau und Studium am Jüdisch-theologischen Seminar, 1. Sept. 1865 prom. Breslau. 1868 Entlassung mit dem Seminardiplom
auf Empfehlung von Zach. Frankel im selben Jahr Rb. in Pilsen
Heirat mit Rosa Kobrak
18. Feb. 1880 Rb. in Stettin
stellvertr. Vorsitzender der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland
Begründer und Vors. der Vereinigung der lib. Rabbiner
„Protestrabbiner“ gegen den Zionismus. Vater des Rb. Dr. Hermann V. (1870-1942) und des Bankiers Theodor Max V. (1880-1957)
Großvater des Rb. Max V. (1901-1984).
Dissertation
Adnotationes quaedam ex litteris Orientalibus petitae ad fabulas, quae de Alexandro Magno circumferuntur, Breslau 1865 (ebd. u. d. T. Die Alexandersage bei den Orientalen). [UB Heidelberg, 84, Bd. 8, 8]
Dokumente
AU Wrocław, F 434, S. 123 mit Matrikeleintrag.
Publikationen
„Beiträge zur Alexandersage“, MGWJ 15 (1866), S. 121ff
„Über die Abschaffung der Todesstrafe vom mosaisch-talmudischen Standpunkte“, MGWJ 17 (1868), S. 87-97
„Flavius Josephus und die heilige Schrift“, Monatsblätter, hrsg. Brüll, VIII, S. 5, 29, 58, 231, 152
„Ernste Gedanken. Nachklänge zum Weihefest“, ebd., XI, S. 29ff
„Gesetz und Recht“, ebd., XII, S. 145ff
Betrüget nicht Einer den Andern!, Predigt, Pilsen 1874
Festreden zur Feier der silbernen Hochzeit des Allerhöchsten Kaiserpaares, 1878
Wahrheit und Friede. Predigt, gehalten zur Feier der Einweihung der neuen Synagoge zu Schivelbein, 1881
Der Kampf zwischen Priestern und Leviten seit den Tagen Ezechiel’s. Eine historisch-kritische Untersuchung, 1889
“Schechem und Bethel“, JQR 4 (1892), S. 503ff
„Notwehr nach mosaisch-talmudischem Recht“, MGWJ XLVIII, S. 513-553
Israelitisches Gebetbuch, im Auftrage des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens bearbeitet, 1894; 2. Aufl. u. d. T. Sedär Tefillah, 1897
Die orthodoxe Presse und das neue Westfälische Gebetbuch. Ein Mahnwort an die freisinnigen jüd. Gemeinden, 1895
Der Zionismus, eine Gefahr für die gedeihliche Entwickelung des Judentums, 1906.
Bildmaterialien
Bildnis in Ost und West 1904, Sp. 762; 1912, Sp. 1007; auch JNUL Jerusalem, Schwadron Collection.
Literatur
Jahresbericht JTS, 5 (1860), Anhang, S. 4: „Auf Anregung des [Detmolder] Oberbürgermeister Mayer“ stiften die lippischen Juden ein Stipendium für einen Seminaristen aus Lage
Trauungsbefugnis „im ganzen ausgedehnten Umfange der Kultusgemeinde Pilsen“, lt. Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1877
Lippe 1879/81, S. 513f
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 826
Brann, Jüd.-theol. Seminar, S. 200
Kastan, „Breslauer Erinnerungen“, S. 67: „Er wußte das ernste Gebahren eines Zöglings des Fränckelschen Seminars mit dem heiteren studentischen Treiben eines Mitglieds der Burschenschaft Arminia auf das glücklichste zu vereinigen [...] Vogelstein war ein Mensch von unerschöpflicher Herzensgüte“
JL IV2 1220
Wininger VI 191
Peiser, Stettin, S. 53; er wurde in Stettin beerdigt
EJ eng. XVI 204
Meyer, Response to Modernity, S. 209f, zählt ihn mit Sigmund Maybaum zu den „two leading German liberals“ gegen Jahrhundertende