Schüler des Landesrb. S. R. Hirsch in Mikulov (Nikolsburg), 1855 Rb. in Jevíčko, legt dort das Amt nieder, als der Vorstand liturgische Reformen durchführt. Bewerbung in Brünn (1860), 1862 Rb. in Pohořelice, amtiert dort bis nach 1893, zugleich auch als Obmann des Ortsschulrats.
Dokumente
ŽM Prag, Nr. 67.973, Unterhandlungen wegen Berufung nach Velké Meziříčí (Groß-Meseritsch); man läßt ihn von einer Vertrauensperson begutachten, welche schreibt, „ich konnte mich nicht trennen von ihm, er spricht rein u. Hochdeutsch, voll divre torah [Bibel- und Talmudzitaten] mit einer klangvollen Stimme, nicht etwa in Gesellschaft üblicher Bonmots, sondern man glaubt in seiner Gesellschaft im Paradiese zu sein! Die Gemeinde ist glücklich mit ihm“ (10. Mai 1863). W. ist aber zu einer formalen Probepredigt nicht bereit, siehe Antworten vom 29. Mai und 14. Juni 1863
ÖStA/AVA Wien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, Gutachten über Volksschulunterricht vom 14. Juli 1864.
Literatur
Schematismus, S. 55
Lippe 1879/81, S. 527
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 162, 207, 480