Geb. 20. Dez. 1817 in Česká Lípa (Böhmisch-Leipa), Nordböhmen,
Gest. 5. Mai 1905 in České Budìjovice (Budweis), Südböhmen
Sohn des Glasermeisters Osias W., Besuch der dt. Schule in Česká Lípa, 1831-1836 dann des dortigen Gymnasiums, Absolutorium, 1839-1841 Studium an der Univ. Prag, legt am 28. Juni 1843 das erste Rigorosum für das Doktorat der Philosophie ab. Siebenmonatiger Lehrkurs der Musterhauptschule in Prag und am „Lehrinstitut der religiösen Moral für Israeliten“, sodann Prüfung als Religionslehrer. Nach Besuch mehrerer Jeschiwot am 18. Juli 1845 ordiniert von dem Prager Dajan Samuel Freund. 1845 Rb. in Chodová Planá (Kuttenplan), Westböhmen, wo er auch als Lehrer und Prediger amtiert, seit 1848 auch an der öffentlichen Schule isr. Religionsunterricht erteilt. Seine Ausbildung vervollständigt er nach Privatstudien mit der Volksschullehrerprüfung (1850) und dem Doktorgrad der Philosophie (1. April 1862). 1862 Rb. in České Budìjovice, mit Erlaß vom 7. Nov. 1867 zum Kreisrb. für den ganzen Budweiser Kreis befördert. Seit 1864 ist er auch Gemeindeausschußmitglied in der Stadtvertretung, seit dem öst. Volksschulgesetz ist er Mitglied des dt. Ortsund Bezirksschulrats
Dokumente
ÖStA/AVAWien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865 unter den 27 böhm. Vorbereitungsdozenten für die Preßburger Landesrabbinerschule
ŽM Prag, Nr. 64.934, Brief des Vorstands an die Prager Statthalterei mit biographischen Daten; vermutlich von 1898. Am Ort „hat er sich durch seine Bildung, Objectivität und Humanität Verdienste erworben u. erfreut sich derselbe infolgedessen allgemeiner Hochachtung u. Werthschätzung“.
Literatur
Trauungsbefugnis „im ganzen ehemaligen Budweiser Kreise“, lt. Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1877
Lippe 1879/81, S. 548: „Wunder, J., Dr.“
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 47, 337.