Geb. 8. Sept. 1879 in Hunsdorf (Huncovce), Slowakei, verschollen Juni 1944 im KZ Auschwitz.
Sohn von Max A., Vater von Alexander A. Studium des Talmuds 1893-1899 an der Jeschiwa in Hunsdorf und 1900-1902 in Preßburg (Bratislava) sowie der Philosophie, Geschichte und Literatur an der Univ. Bern. 1905-1907 Lehrer am jüdischen Gymnasium in Ungarisch-Brod (Uherský Brod)
Mitarbeiter im Preußischen Landesverband jüd. Gemeinden. War ein Anhänger von Herzl und kämpfte für Anerkennung des religiösen Zionismus gegen den Widerstand des orthodoxen ungarischen Rabbinats. 1904 Delegierter auf der ersten Misrachi-Konferenz in Preßburg. 1907-1915 und 1918-1920 Rb. in Salzburg und Meran, 1915-1918 österreichischer Militärrabbiner bei der 10. Armee in Südtirol
Goldenes Verdienstkreuz. Er trug Bewertungen von militärischen Kommandeuren über jüd. Soldaten zusammen, um deren Verdienste zu dokumentieren. Seit 1920 OR in Trier. Mitglied und Präsident der Mosel-Loge in Trier
Mitglied im Verband gesetzestreuer Rabbiner und im ADR
Mitglied des konservativen Flügels des PLJG, der Agudas Jisroel und 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts-Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. 1930 lehnte er einen Ruf als OR in Saloniki ab, 1936 Bewerber in Altona. 1938 Flucht nach Holland
Vortragstätigkeit. Deportation zusammen mit seiner Frau Malwine, geb. Weiß (geb. 19.09.1881 in Košice), nach Westerbork, Theresienstadt und 1944 in das KZ Auschwitz. Auch sein Sohn Wilhelm, sowie seine Tochter, Hilda van Mentz, und ihre Familie wurden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Die Söhne Alexander, Erwin und Manfred überlebten. 1956 wurde in Trier eine Straße nach ihm benannt, 1979 zu seinem hundertsten Geburtstag eine Feier in der Trierer Stadthalle abgehalten.
Dissertation
Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Band 1: Bis zur Vertreibung der Juden aus Salzburg 1498, Diss. Bern 1912 (Berlin 1913).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 C Ra 1 Nr. 17, fol. 146-151
StA Hamburg, Bestand 741-4 (Fotoarchiv), Sa 1044: Jüd. Gemeinden 212, fol. 1.
Manuskripte
Hannah die Jüdin (genannt bei Lowenthal [Hrsg.], Bewährung, 1965, S. 15).
Publikationen
Zionismus und Antizionismus. Zionismus und Sozialismus. Zwei Reden, Eperjes 1903
Robert Hamerlings Weltanschauung, ein Optimismus: historisch-kritische, literarisch-philosophische Studie, 1914
„Die Ethik des Krieges“, Salzburger Volksblatt 24.11.1914
„Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg“, JJLG 1923-1929 (Jg. 15-20, zur Fortsetzung), 15 (1923), S. 156-216, bis 20 (1929), S. 9-156
„Das Gute und Böse in philosophischer und religiöser Beleuchtung. Eine Studie über den Sinn des Daseins“, Israelit 1923 (Jg. 64, zur Fortsetzung), 07.06.1923 (Nr. 23), S. 3f., bis 26.07.1923 (Nr. 29), S. 5f
„Elia. Ein prophetisches Charakterbild nach Bibel, Talmud und Midrasch“, Israelit 15.11.1923 (Jg. 64, Nr. 46), S. 10f., und 22.11.1923 (Jg. 64, Nr. 47), S. 3f
„Die Epochen des Niedergangs und die Genien des Aufstiegs in der jüdischen Geschichte“, Israelit 1924 (Jg. 65, zur Fortsetzung), 10.07.1924 (Nr. 28), S. 5, bis 21.08.1924 (Nr. 34), S. 4
„Heilige Lichtlein. Betrachtung zum Chanukafeste“, Israelit 18.12.1924 (Jg. 65, Nr. 51), S. 5
Ähren und Beeren. Homiletische Weckrufe an die zeitgenössische Judenheit an Hand der Feste, Sabbate und gehobenen Momente des jüdischen Lebens (Bd. 1: Feste und Sabbate), Preßburg 1927 (rez. in IFH 21.04.1927; JR 25.05.1927; CVZ 17.06.1927 [Nr. 24]; Die Wahrheit (Wien) 04.04.1928; Jeschurun [NF] 15 [1928] und das IFH 13.04.1928 zitieren die Rez. eines katholischen Geistlichen, die in der Trierer Landeszeitung und der Kölner Monatsschrift Volkswart erschien)
Jüdische Welt- und Lebensperspektiven. Abhandlungen über alte und neue Judentumsfragen, Preßburg 1927 (rez. von Felix Kanter, Die Wahrheit [Wien] 03.06.1927; IFH 29.09.1927; Jeschurun [NF] 14 [1927])
„T’schuwo, T’filloh und Z’dokoh. Ein Rausch Haschonoh-Gedankenbild“, Israelit 23.09.1927 (Jg. 68, Nr. 38), S. 1-3
Ein Gang durch die Geschichte der deutschen Juden, 1928
„Die Besoldung rabbinischer Funktionen als Usus und Recht“, Jeschurun [NF] 15 (1928); Sepr.-Druck 1928 (rez. in Die Wahrheit [Wien] 19.04.1929; IFH 19.09.1929)
„Sinn und Seele des ‚Höre Israel’“, Jeschurun [NF] 15 (1928); Sepr.-Druck 1928 (rez. in Die Wahrheit (Wien) 19.04.1929; IFH 19.09.1929)
„Gotteszeugenschaft. Sch’wuausgedanken zum neunten Gebot“, Israelit 24.05.1928 (Jg. 69, Nr. 21), S. 2f., u. 31.05.1928 (Jg. 69, Nr. 22), S. 3f
„Nur ein Wort. Zu Jom Kippur 5689“, Israelit 20.09.1928 (Jg. 69, Nr. 38), S. 1f
„Schicksalsmomente des Judentums“, Israelit 04.07.1929 (Jg. 70, Nr. 27), S. 2f., und 09.07.1929 (Jg. 70, Nr. 28), S. 2f
Aus ringenden Welten. Dichtungen, Berlin 1930
Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Band 2: Von der Vertreibung der Juden aus Salzburg (1498) bis zur Errichtung der israelitischen Kultusgemeinde Salzburg (1911), Frankfurt/M. 1930; neu aufgelegt und weitergeführt bis 1988 von Günter Fellner, Salzburg 1990
Schicksalsmomente im Judentum, Frankfurt/M., Hermon Vlg., o. J. (erschien vor Sept. 1930)
„Der neue Mensch. Zeitbetrachtung zum Pessachfeste 5690“, Israelit 10.04.1930 (Jg. 71, Nr. 14/15), S. 1f
„Die höhere Macht. Gedanken zu Rosch-Haschono 5692“, Israelit 10.09.1931 (Jg. 72, Nr. 37), S. 2f
Das früheste Vorkommen der Juden in Deutschland. Juden im römischen Trier, Trier 1932 (rez. in CVZ 12.08.1932 [Jg. 11, Nr. 33]; Israelit 11.08.1932 [Jg. 73, Nr. 3], Beilage S. 4; MGWJ 79 [1935])
„Lebenskampf und Weltanschauung (Eine Erkenntnis und Aufrüttelung)”, Israelit 26.05.1932 (Jg. 73, Nr. 22), S. 4f., 02.06.1932 (Jg. 73, Nr. 23), S. 3- 5, u. 09.06.1932 (Jg. 73, Nr. 24), S. 4f.; Sepr.-Druck Frankfurt/M. 1932 (rez. in IFH 05.01.1933)
„Mensch und Prophet im Rhythmus der Zeit“, Israelit 1923 (Jg. 73, zur Fortsetzung), 01.09.1932 (Nr. 36), S. 4f., bis 22.09.1932 (Nr. 39), S. 6f
„Religion und Wirklichkeit. Zur Problematik der Gegenwart“, IFH 15.4.1933 (Nr. 51), S. 113-118
„Die Wiederkehrenden. Zu Jom Kippur 5694“, Israelit 28.09.1933 (Jg. 74, Nr. 39), S. 4f
„Das Phänomen Spinoza, ein Schicksalsbild des Judentums“, Israelit 29.03.1934 (Jg. 75, Nr. 13/ 14), Beilage (Litterarische Warte), S. 1-3, und 19.04.1934 (Jg. 75, Nr. 16), S. 13f
„Optimismus von heute“, Israelit 03.05.1934 (Jg. 75, Nr. 18), S. 6, und 17.05.1934 (Jg. 75, Nr. 20), S. 6f
„Ein Jahr“, Israelit 06.09.1934 (Jg. 75, Nr. 36), S. 1, 3
Predigten an das Judentum von heute, 1935
„Irrlichter“, Israelit 19.12.1935 (Jg. 76, Nr. 51), S. 11, und 24.12.1935 (Jg. 76, Nr. 52), S. 9
Irrlichter: Chanuka-Novelle aus der ungarisch-jüdischen Assimilationsepoche, Frankfurt/M. 1936
Volk im Aufbruch, Diaspora in Bewegung. Reflexionen zur jüdischen Zeitgeschichte, Frankfurt/M. 1936
„Volk im Aufbruch, Diaspora in der Bewegung“, Israelit 06.02.1936 (Jg. 77, Nr. 6), S. 1, 3f., 13.02.1936 (Jg. 77, Nr. 7), S. 5f., und 20.02.1936 (Jg. 77, Nr. 8), S. 6-8
Die jüdische Volksseele, Frankfurt/M. 1937 (rez. in CVZ 17.09.1937 [Jg. 16, Nr. 37], S. 6)
Marko M. Feingold (Hrsg.), mit einer Einführung von Manfred Altmann, Ein ewiges Dennoch. 125 Jahre Juden in Salzburg, Sonderteil: K.u.k. Feldrabbiner Dr. Adolf Altmann an der Kriegsfront (1915-1918) ... Erstmalige Veröffentlichung seines Kriegserinnerungsbuches, Wien 1993. Verf. von Novellen als Rabbinatskandidat. Mitarbeiter zahlreicher Zeitschriften, u. a. Ungarische Wochenschrift (Hrsg.), Die Welt (Korrespondent), Jüdische Volksstimme, Israelit und Salzburger Volksblatt; Mitarb. beim JL (1927ff.), u. a. Verfasser des Artikels über die Geschichte der deutschen Juden; Publikationen im Hermon-Vlg.; erhielt 1928 staatliche Beihilfen für Forschungen über die Geschichte der Juden in Trier.
Epigraphik
Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof Berlin-Weissensee
Wolfgang Gottschalk, Die Friedhöfe der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Berlin 1992, S. 68.
Bildmaterialien
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, Fotoseite 1
LBI YB 26 (1981), S. 150a
Wegweiser, 1987, S. 174
Wein-Mehs, Juden in Wittlich, 1996, S. 117.
Literatur
Israelit 21.10.1920 (Jg. 61, Nr. 42), S. 7, zur Berufung nach Trier; sein Kollege J. Carlebach über ihn: „Sein Vortrag liebt sententiöse Formulierungen. Wendungen und Gedanken bewegen sich gern in Antithesen“
CVZ 23.09.1927 (Jg. 6, Nr. 38), S. 540
IFH 26.01.1928 (Nr. 3), S. 15
UOBB, S. 377
Bne Briss 9/1930
CVZ 29.08.1930 (Jg. 9, Nr. 35), S. 10
Israelit 04.09.1930 (Jg. 71, Nr. 36), S. 6
JLZ 10.09.1930, zum 25jährigen Amtsjubiläum
Die Wahrheit (Wien) 19.12.1930
Wininger VI, S. 415; VII, S. 512
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, S. 14f
Dr. Adolf Altmann zum Gedenken, hrsg. vom Presse- und Informationsamt der Stadt Trier, 1980
Alexander Altmann, “Adolf Altmann (1879-1944) – A Filial Memoir”, LBI YB 26 (1981), S. 145-168; erneut als Publ. des LBI New York 2003
Lowenthal, Preußen, 1982, S. 15
Tetzlaff, Kurzbiographien, 1982, S. 6
Walk, Kurzbiographien, S. 8
Handbuch österr., 1:192
Maria Wein-Mehs, Juden in Wittlich 1808-1942 (Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Wittlich), Wittlich 1996, S. 114-118