Sohn des Menachem-Menco B. und der Fanny, geb. Igersheim, Neffe von Rb. Aron Berlinger
Schüler von Michael Cahn (Rb. in Fulda) und 1891-1894 von E. Hildesheimer am Berliner RS, das er vor dem Examen verließ. 26. Juni 1895 erste württ. Dienstprüfung in Tübingen, 24. Juli 1895 bis 1900 Rabbinatsgehilfe neben seinem Vater am Rt. Braunsbach
Juli 1897 Zweite Dienstprüfung vor der Israelitischen Oberkirchenbehörde in Stuttgart. 1900 Rb. in Braunsbach
1913 Verlegung des Rt.-Sitzes nach Schwäbisch Hall (unter Beibehaltung des Namens „Rt. Braunsbach, Sitz: Schwäbisch Hall“). Juni 1934 pensioniert. Vorstandsmitglied im Verein Württembergischer Rabbiner und in der Vereinigung der traditionell-gesetzestreuen Rabbiner Deutschlands
Mitglied im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim, Mitglied der Stuttgart-Loge. Ausgezeichnet mit dem „Wilhelmskreuz“ (1918). Verheiratet mit Rifka Herz (1880-1946), Tochter des Geschäftsmannes Heinrich H. und seiner Frau Lea aus Schwäbisch Hall
keine eigenen Kinder, eine Ziehtochter: Helene Rohberg aus Berlichingen. 1939 Emigration nach Palästina.
Dissertation
Die Peschitta zum I. (3.) Buch der Könige und ihr Verhältnis zu MT., LXX und Trg., Diss. Bern 1897 (Berlin).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 E Nr. 286, fol. 1; 75 D Ta 1 Nr. 1, fol. 75
StA Ludwigsburg FL 300/33 BRS 682 (Entschädigungssache Dr. Jakob Berlinger)
KrA Schwäbisch Hall (Stammbaum Fam. Berlinger)
HStA Stuttgart E201c/48 vom 21. Juni 1897.
Bildmaterialien
PK Baden-Württemberg, S. 9
Gerhard Taddey, Kein kleines Jerusalem, 1992, Abb. 61 (um 1935)
Däuber u. Maisch, Geachtet ..., 2008, s.o.; auch StadtA Schwäbisch Hall SHA FS 41414 (mit Ehefrau Rifka, ca. 1929).
Literatur
Israelit 22.07.1897 (Jg. 38, Nr. 58), S. 1130
Israelit 07.06.1900 (Jg. 41, Nr. 46), S. 926
Israelit 31.10.1900 (Jg. 41, Nr. 87), S. 1783
Israelit 05.01.1905 (Jg. 46, Nr. 2), S. 21
Gottlieb, Ohole šem, S. 482
Tänzer, Württemberg, 1937/1983, S. 72
Sauer, Württemberg und Hohenzollern, 1966, S. 53, 162f
Lilly Zapf, Die Tübinger Juden, 1974, S. 275
Hugo Mandelbaum, Jewish Life in the Village Communities of Southern Germany, New York/Jerusalem 1985, S. 20-24, Kindheit- und Jugenderinnerungen des Neffen von Jakob Berlinger
PK Baden-Württemberg, S. 59, 67, 139, 149
Walk, Kurzbiographien, S. 30
Gerhard Taddey, Kein kleines Jerusalem. Geschichte der Juden im Landkreis Schwäbisch Hall (Forschungen aus Württembergisch Franken 36), Sigmaringen 1992, S. 250f., u. a
Hildesheimer, RS, S. 26
Eva Mündlein, „Geachtet und geschmäht: Rifka und Jakob Berlinger aus Hall/Braunsbach“, Haller Tagblatt 23.03.2000 (Nr. 69), S. 23
Eliav/Hildesheimer, S. 69
Elke Däuber u. Andreas Maisch, Geachtet – Ausgegrenzt – Verfolgt. Jüdischen Einwohner in Schwäbisch Hall 1933-1945, Schwäbisch-Hall 2008, S.62-64.