Sohn des Meir B. und seiner Ehefrau Marie-Miriam, Nachfahre der Krakauer Rabbinerfamilie Rappaport. Besuch des König-Luitpold-Gymnasiums in München. Um 1916/1917 am RS Berlin, an der Berliner Univ. und sechs Jahre an der Jeschiwa in Telsche (Telšiai), Litauen
zugleich als Lehrer am Gymnasium „Jawne“ in Telsche tätig
1924 Jeschiwa in Königsberg i. Pr.
Heirat mit der Kaufmannstochter Batsheva Jennie Laks
Leiter der Talmud-Tora-Schule. Sept. 1927 Rb. des orthodoxen Ortsrabbinats in Gailingen-Randegg, Baden
20. Okt. 1933 erstmals verhaftet und fortan mehrfach vorgeladen, erhielt im Sept. 1938 einen Strafbefehl über zwei Monate wegen Beschäftigung einer „deutschblütigen Wasch- und Putzfrau im Alter von 39 Jahren“, 10. Nov. 1938 Deportation ins KZ Dachau, wo er verstarb. Seine Witwe konnte mit ihren sieben Kindern nach Palästina fliehen. Der Sohn Yehuda ist (2006) Rb. in Bet-El, Westjordanland
der Enkel Max Mordechai B. amtierte bis 2008 als Landesrb. in Bremen, seit Febr. 2009 Rb. in Aachen
Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands.
Dissertation
Die Juden im Hochstift Würzburg im 16. und am Beginn des 17. Jahrhunderts, Diss. Freiburg 1922.
Publikationen
„Selbstprüfung. Gedanken zu den hohen Feiertagen 5696“, Israelit 26.09.1935 (Jg. 76, Nr. 39), S. 4f.
Epigraphik
Bestattet 01.01.1939 in München an der Seite seines Vaters und seines Bruders.
Bildmaterialien
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, Fotoseite 4
Hundsnurscher und Taddey, Baden, 1968, S. 26, 102.
Literatur
Israelit 23.09.1927 (Jg. 68, Nr. 38), S. 17, u. 10.10.1927 (Jg. 68, Nr. 41), S. 6, zur Amtseinführung in Gailingen-Randegg
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, S. 29f
Tetzlaff, Kurzbiographien, 1982, S. 37
Gedenkbuch 1, S. 155
PK Baden-Württemberg, S. 286- 289, 356, 466, 488f
Walk, Kurzbiographien, S. 41
Hildesheimer, RS, S. 29
Ulrich Baumann, Zerstörte Nachbarschaften. Christen und Juden in badischen Landgemeinden 1862-1940, Hamburg 2000, S. 293
Kulka und Jäckel, NS-Stimmungsberichte, 2004, Dokument 2523 (GLA KA; 309/1208)