In Mainz Schüler von Samuel Bondi und ab 1861 an der Lehmann-Jeschiwa (Gemeindeschule)
Studium am RS Berlin und Univ. Straßburg, 1874 Promotion
1876-1877 Rb. und Religionslehrer in Samter (Szamotuły), Posen, wo er eine Schule gründete. Seit 1877 Provinzialrb. in Fulda. Wiederaufbau des Lehrhauses, 1889 Gründer und Leiter des „Lernvereins“ in Fulda. Mitglied im Deutschen Reichsverband jüdischer Religionslehrer
Mitglied im Zentralausschuß „Deutsch-Israelitisches Lehrerheim“. 1897 Gast bei der zweiten Versammlung der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands“, 1906 Mitbegründer des Verbands orthodoxer Rabbiner Deutschlands. 1897 Begründer und Ausschußmitglied der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“
Mitgründer und Ausschußmitglied der „Agudas Jisroel“. Mitgründer und Ausschußmitglied der „Vereinigung jüdischer Akademiker“ in Marburg. 1919 in den Ruhestand. Verheiratet mit der Tochter des OR Anschel Stern aus Hamburg, mit der er zehn Kinder (sechs Söhne und vier Töchter) hatte
Schwiegervater von Rb. Dr. Julius Lorsch. Nachfolger als Provinzialrb. von Fulda wurde sein Sohn Leo.
Dissertation
Pirke Aboth sprachlich und sachlich erläutert nebst Angabe der variae lectiones nach gedruckten und ungedruckten Quellen, Diss. Straßburg 1875 (Berlin).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 E Nr. 293, fol. 1; 75 D Co 1 Nr. 4, fol. 9; 75 A Sa 3 Nr. 21, fol. 32- 32v.
Publikationen
Die Bibel im Urtext, die einzige Grundlage des jüdischen Religionsunterrichts. Einladungsschrift zu den öffentlichen Prüfungen der Religionsschule der Gemeinde Adass Jisroel, Berlin 1875
„Theuerste Glaubensgenossen!”, Jeschurun (Frankfurt) [AF] 20 (1887), S. 207, S. 231, S. 255
Butter-Verfälschung. Eine dringende Warnung für jeden jüdischen Haushalt, Mainz 1891
Memorandum über die auf das Schächtwesen und den Koscher- Fleisch-Verkauf bezüglichen Einrichtungen der israelitischen Gemeinde Fulda, Mainz 1891
Die Einrichtungen des Koscher-Fleisch-Verkaufs unter besonderer Berücksichtigung der Zeichnungs- und Stempelungs-Methoden, Frankfurt/M. 1901
Die Verbände und das gesetzestreue Judentum. Unter besonderer Bezugnahme auf den Verband der jüdischen Lehrer-Vereine im deutschen Reich, Mainz 1905
20 Gebete in Veranlassung der Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers und Königs und einiger patriotischer Gedenktage, Fulda 1906-1911
Die religiösen Strömungen in der zeitgenössischen Judenheit, Frankfurt/M. 1912
„Besteht die Judenheit aus zwei Konfessionen?“, IFH 05.09.1912
Das Plaidoyer des Herrn Justizrat Makower für den Verband der Deutschen Juden: eine Replik, Frankfurt/ M. 1913 (Sepr.-Druck aus dem Israelit).
Literatur
Israelit 21.04.1890 (Jg. 31, Nr. 31), S. 1274
Israelit 21.12.1893 (Jg. 34, Nr. 101), S. 1917
Israelit 01.07.1897 (Jg. 38, Nr. 52), S. 1009- Israelit 09.09.1897 (Jg. 38, Nr. 72), S. 1396
Israelit 05.01.1919 (Jg. 60, Nr. 17), S. 4
AZJ 09.05.1919 (Jg. 83, Nr. 19), Beilage S. 4
Israelit 08.01.1920 (Jg. 61, Nr. 1), S. 1-3, Nachruf; S. 10
Israelit 22.01.1920 (Jg. 61, Nr. 3), S. 6
Israelit 16.12.1920 (Jg. 61, Nr. 50), S. 2, zur ersten Jahrzeit
Israelit 13.01.1921 (Jg. 62, Nr. 2), S. 6, zur ersten Jahrzeit
Jacob Rosenheim, Aufsätze und Ansprachen, Bd. 2, Frankfurt/M. 1930, S. 473-477
Israelit 09.01.1930 (Jg. 71, Nr. 2), S. 2f., zur 10. Jahrzeit
J. Cahn, “Michael Cahn“, L. Jung (Hrsg.), Men of the Spirit, New York 1964, S. 353-374
Schwab, Chachme Ashkenaz, 1964, S. 38
Arnsberg, Hessen 1, S. 226; 2, S. 22
Naftali Herbert Sonn und Otte Berge, Schicksalswege der Juden in Fulda und Umgebung, Fulda 1984, S. 90, 104