Sohn des Emanuel C. (gest. vor 1888). Jüdische Volksschule Ottweiler, Progymnasium St. Wendel a. d. Saar, 1876-1881 Schüler am Marcks-Haindorf’- schen Lehrerseminar in Münster, Westfalen. 1881 erste Lehrerprüfung, 1884 zweite Lehrerprüfung
1881-1882 Hauslehrerstelle, 1882-1889 Lehrer an der jüdischen Volksschule Siegen. 1889-1916 zunächst Prediger in Bielefeld, 1890 einziger Rb. der Provinz Westfalen. 1889-1910 auch Religionslehrer am Gymnasium. 1891 Gründungs- und Vorstandsmitglied des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens. Ab 1892 erhielt er zu Studienzwecken mehrjährigen Urlaub, studierte 1892-1894 an der Univ. Berlin und der HWJ, 1895/96 Promotion in Zürich. Mitglied im Verein israelitischer Lehrer Westfalens und der Rheinprovinz
initiierte eine aus Rabbinern und Lehrern bestehende Schulkommission, die einen Lehrplan für den Religionsunterricht veröffentlichte. Um 1900/01 Lehrer am Marcks-Haindorf’schen Seminar. Seit 1917/18 dritter Prediger und Religionslehrer der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin. Mitunterzeichner der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“ 1912.
Dissertation
Ueber das betende Ich in den Psalmen, Diss. Zürich 1896 (Kirchhain).
Dokumente
Archiv Bibliographia Judaica, Frankfurt a. M.: Beiträge, Rezensionen, Nachrufe
LBI, New York, Archiv: Felix Coblenz Collection; Fotos.
Publikationen
Die berufliche und soziale Stellung des jüdischen Lehrers. Vortrag gehalten auf der Konferenz des Vereins jüdischer Lehrer Rheinland und Westfalens, zu Düsseldorf am 21. Mai 1888, Siegen 1888
„Bibelübersetzen aus der Ursprache oder Bibellesen in der Muttersprache“, Populär-wissenschaftliche Monatsbläter 11 (1891)
Bibelkritik im Religionsunterricht, 1900
Predigten gehalten in der Synagoge zu Bielefeld, Berlin 1904
„Zum 1. Januar 1905“, Populär-wissenschaftliche Monatsblätter 25 (1905)
„Zur Bekämpfung des unbewusst Nationalen im Gefühlsleben der modernen Juden“, Populär-wissenschaftliche Monatsblätter 25 (1905)
Predigten gehalten in der Synagoge zu Bielefeld. Neue Folge, Frankfurt/ M. 1907
“Biblical Criticism in religious instruction“, JQR 1907, S. 1ff.; dt. Bibelkritik im Religionsunterricht, 1908
Jüdische Religion. Ein Lehrbuch, Leipzig 1908 (scharf kritisiert von Benno Jacob, Herr Dr. Coblenz in Bielefeld, Verfasser der ‚Jüdischen Religion’, Dortmund 1908); 2. neubearbeitete Aufl. Leipzig 1909
Herr Dr. Jacob als Kritiker. Eine sachliche Beleuchtung, Leipzig 1908 (Antwort an B. Jacob, Herr Dr. Coblenz...)
Zur Einführung in den Religionsunterricht, Leipzig 1908
„Ein neues Religionsbuch“, AZJ 17.04.1908 (Jg. 32, Nr. 16)
„Suchet Gott, damit ihr lebet!“ Konfirmationspredigt gehalten in der Synagoge zu Bielefeld am 22. Mai 1910, 1910
Pessimismus, Mitleidsmoral und Willensfreiheit bei Schopenhauer [Vortrag], Bielefeld 1912
Dank und Gelöbnis. Predigt über 1. Sam. 7.12. in der Synagoge zu Bielefeld, 1915
„Religion und Nation“, JLZ 10.11.1922 (Jg. 2, Nr. 45), S. 1
„Habt Ehrfurcht! Aus einer Pessachpredigt in der Berliner Reformgemeinde“, CVZ 12.04.1923 (Jg. 2, Nr. 15)
„Zur Frage des Sonntaggottesdienstes“, JLZ 13.04.1923 (Jg. 3, Nr. 15), S. 2f
„Untergang des Abendlandes? Neujahrsgedanken“, JLZ 07.08.1923 (Jg. 3, Nr. 26), S. 1f
„Liberales Judentum“, JLZ 29.08.1924 (Jg. 4, Nr. 29), S. 5
Predigten, gehalten in der Synagoge der jüd. Reformgemeinde zu Berlin, Berlin 1926, posthum erschienen
„Was ist das Glück“, Blätter des Jüdischen Frauenbundes 09/1926.
Epigraphik
Begraben in der Ehrenreihe des jüdischen Friedhofs Berlin-Weissensee.
Bildmaterialien
Mitteilungen der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin 08.10.1923
Wegweiser, 1987, S. 102
Wilke, 2006, S. 22.
Literatur
GB 08.05.1914 (Jg. 78, Nr. 19), S. 4
IFH 14.09.1923, Nachruf
M. Spanier, „Rabbiner Dr. Felix Coblenz zum Gedächtnis“, JLZ 05.10.1923 (Jg. 3, Nr. 27), S. 1f; erneut abgedruckt in Mitteilungen der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin 08.10.1923 (mit Foto)
Julius Jelski, „Rede an der Bahre des Rabbiners Dr. Felix Coblenz. Gehalten am 6. Sept. 1923 im Gotteshause der Jüd. Reformgemeinde [Berlin]“, Mitteilungen der jüdischen Reformgemeinde zu Berlin 08.10.1923
W. Katzenstein, „Letzter Gruß des Vorstandes der Bielefelder Gemeinde“, ebd
Joseph Lehmann, „Worte, gesprochen an der Bahre des Kollegen Dr Felix Coblenz“, ebd
Paul Pincus, „Abschiedsworte“, ebd
Albert Ruben, „Dr. Coblenz als Lehrer“, ebd
Karl Rosenthal, „Rabbiner Dr. Coblenz“, IFH 22.11.1923
„Felix Coblenz’ Verdienste um das liberale Judentum“, JLZ 28.12.1923 (Jg. 3, Nr. 31), S. 1
„Erinnerungen eines Schülers und Freundes an F. Coblenz“, ebd., S. 1f
Samuel Freund, Ein Vierteljahrtausend Hannoversches Landrabbinat 1687-1937, Hannover 1937, S. 152, 248-250, 329, 339
Sinasohn, Privatsynagogen, S. 33, 38
Heuer, Bibliographia 1, S. 54
Lowenthal, Preußen, 1982, S. 42
Walk, Kurzbiographien, S. 56
Gronemann, Erinnerungen, 2002, S. 200f
Galliner, Freiheit und Bindung, 2004, S. 110, 155, 166, 242