BHR Biographisches Portal der Rabbiner

COHN, Julius, Dr.

  • Geb. 5. Dez. 1878 in Graudenz (Grudziądz), Westpr.,
  • Gest. um 1939/42 in England.
  • Sohn des Kultusbeamten und Lehrers an der isr. Gemeindeschule in Graudenz. Schulbesuch in Leeds, England
  • 1900 Abitur am kgl. Gymnasium in Gnesen (Gniezno). Studierte an der Univ. Berlin neben orient. Philologie, Geschichte und Philosophie auch Medizin
  • 5. Mai bis 22. Juni 1906 Univ. Heidelberg zur Promotion
  • die mündl. Prüfung absolvierte er am 14. Juli 1906, das Diplom datiert jedoch erst vom 10. März 1908
  • seine Eltern waren zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben. Um/vor 1907 auf die HWJ, Juni 1913 Rabbinerexamen. 1906-1915 akademischer Religionslehrer und Hilfsprediger bei der jüdischen Gemeinde Berlin. Okt. 1915 bis 1919 liberaler Rb. in Hoppstädten, Fürstentum Birkenfeld, und Landesrb. in Birkenfeld. 5. Febr. 1917 Eintritt in den ADR. Seit 1919 Rb. und Religionslehrer in Karlsruhe
  • April 1924 bis August 1928 Rb. und Religionslehrer in Stuttgart
  • seit 7. Sept. 1928 bis 1939 Bezirksrb. in Ulm. Nach dem Tod von Rb. Dr. Hermann Kroner 1930 betreute er einige Zeit das Rt. Oberdorf mit. Verwitwet
  • 1933 zweite Ehe mit Dorothea Meth aus Schwäbisch-Gmünd. In der Nacht vom 10. Nov. 1938 mißhandelt, bis 5. Dez. 1938 im Krankenhaus
  • mit seinem Sohn Emigration nach England
  • starb bald darauf an den Folgen der Mißhandlungen. Seine Witwe arbeitete nach seinem Tod in ihrem Beruf im jüdischen Altenheim in Heilbronn-Sontheim, wurde mit ihren Pflegebefohlenen 1942 zunächst ins Ghetto Theresienstadt, dann ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

Dissertation

  • Des Samuel al-Magrebi Abhandlung über die Pflichten der Priester und Richter bei den Karäern. Nach einer Berliner Handschrift herausgegeben, übersetzt und mit Anmerkungen versehen, Diss. Heidelberg 1908 (Berlin 1907).

Dokumente

  • UA Heidelberg, Promotionsakte
  • CJA Berlin, 1, 75 C Ra 1 Nr. 33, fol. 63.

Manuskripte

Publikationen

  • „Heimatlos“, Ost und West 2 (1902), S. 773f.

Bildmaterialien

  • IFH 26.02.1925.

Literatur

  • JLZ 20.04.1928 (Jg. 8, Nr. 16), S. 8
  • JLZ 28.09.1928 (Jg. 8, Nr. 39), S. 6, zur Amtseinführung in Ulm
  • Tänzer, Württemberg, 1937/1983, S. 72
  • Sauer, Württemberg und Hohenzollern, 1966, S. 141, 183
  • PK Baden-Württemberg, S. 36-38, 451
  • Walk, Kurzbiographien, S. 59
  • Zeugnisse zur Geschichte der Juden in Ulm. Erinnerungen und Dokumente, hrsg. vom Stadtarchiv Ulm, Ulm 1991
  • http://www.weller.to/gmuend/jewish/gmuendjewish. htm (last visited 19.09.2008).