Sohn des Kaufmanns Emil D. und der Amalie, geb. Rüb
1885-1894 Gymnasium in Worms, Abitur. 1894-1897 JTS Breslau und Univ. Breslau
17. Febr. 1897 Rigorosum, 22. Febr. 1897 Promotion in Erlangen. 1897 an die HWJ, dort 1900 Rabbinatszeugnis. Seit Febr. 1901 bis 1934 Rb. in Bochum
Religionslehrer an höheren Schulen, Leiter der Hebräischen Sprachschule der Synagogengemeinde
Erwachsenenbildung und caritatives Engagement
1920 Initiator des „Schwesternvereins“ für jüdische Krankenpflegerinnen
1924 Gründer der „Rabbiner Dr. David-Stiftung“, die armen Frauen die Brautausstattung finanzierte und zinslose Darlehen gewährte. Mitarbeit in der Jüdischen Wanderarbeiterfürsorge, Vorstandsmitglied des „Israelitischen Altenheims in Westfalen e. V.“ in Unna
versah hier 1905-1939 das Amt des Anstaltsgeistlichen. Gremienarbeit im Verband der Synagogengemeinden Westfalens. Vorsitzender des Rheinischen Rabbinerverbandes, Vorstandsmitglied im CV, im Verein für jüdische Geschichte und Literatur und Mitglied der Ruhrland-Loge zur Gerechtigkeit in Bochum. Mitunterzeichner der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“ 1912
1916 Festredner bei einer patriotischen Feier aus Anlass des Sieges am Skagerrak
1919 öffentliche Stellungnahme zu antisemitischen Äußerungen eines Bochumer Pfarrers. 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts- Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. April 1934 in den Ruhestand, doch weiterhin Vorsteher und Leiter des Wohlfahrtsamts. Juni bis Dezember 1938 als Rb. in Dortmund tätig
10. Nov. bis 28. Nov. 1938 KZ Sachsenhausen
Frühjahr 1939 Emigration nach England. Freiwillige rabb. Tätigkeit in australischen Internierungslagern während des 2. WK
lebte danach in Manchester, England.
Dissertation
Das ‚Targum Scheni’ zum Buche Esther nach Handschriften herausgegeben und mit einer Einleitung versehen, Diss. Erlangen 1897 (Krakau 1898).
Dokumente
UA Erlangen C4/3 b Nr. 2046.
Publikationen
Schem tob ben Josef Falaqueras Propädeutik der Wissenschaft „Reschith Chochmah“ zum ersten Mal auf Grund von vier Handschriften herausgegeben, Berlin 1902
„Ein neues Schulbuch“, AZJ 21.03.1902 (Jg. 66, Nr. 12)
Festschrift anläßlich des 25jährigen Bestehens des Vereins für jüdische Literatur in Bochum, Bochum 1909 (Hrsg.)
Abraham Geiger (1810-1874). Predigt am Passahfest 1910, Privatdruck 1910; Teilabdruck in Manfred Keller, “Die Bochumer Rabbiner ...“, (s. u.), 1997, S. 316-335, S. 323f
„Kriegsgetraut“, IFH 08.08.1918
„Die Ethik des Judentums“, IFH 20.07.1911 (Nr. 29), S. 9f
„Kriegsgetraut“, IFH 08.08.1918 (N. 29), S. 1
„Widmung“, Salomon Samuel (Hrsg.), Literarische Spende für jüdische Kriegsteilnehmer, Essen 1919, S. 26
„Emil Gabriel in Offenbach zum Gedächtnis“, JLZ 01.03.1924 (Jg. 4, Nr. 4), S. 3
„Facultas in jüdischer Religion. Eine Forderung der Gleichberechtigung“, CVZ 22.01.1926 (Jg. 5, Nr. 4).
Bildmaterialien
IFH 28.01.1926 (Nr. 4), S. 3
CVZ 12.12.1935 (Jg. 14, Nr. 50), S. 9
Keller, “Die Bochumer Rabbiner ...“, (s. o.), 1997, S. 321
Wilke, 2006, S. 10.
Literatur
Brann, Geschichte JTS, 1904, S. 152
JJGL 16 (1913), S. 6
JLZ 05.02.1926 (Jg. 6, Nr. 6), S. 5f., zum 25jährigen Amtsjubiläum
CVZ 23.09.1927 (Jg. 6, Nr. 38), S. 540
UOBB, S. 97
JLZ 11.02.1931 (Jg. 11, Nr. 6), S. 3, 25jähriges Amts- und Ortsjubiläum in Bochum
CVZ 12.12.1935 (Jg. 14, Nr. 50), S. 9, zm 60. Geburtstag
CVZ 23.06.1938 (Jg. 17, Nr. 25), S. 18, Einführung in Dortmund
Kisch, Breslauer Seminar, S. 411
Knipping, Dortmund, 1977, S. 106
Heuer, Bibliographia 1, S. 61
Lowenthal, Preußen, 1982, S. 48
Walk, Kurzbiographien, S. 65
Manfred Keller, „Die Bochumer Rabbiner Moritz David und Josef Kliersfeld“, Manfred Keller u. Gisela Wilbertz (Hrsg.), Spuren im Stein. Ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, Essen 1997, S. 316-335, hier S. 316-326