BHR Biographisches Portal der Rabbiner

GRÜNTHAL, Julius, Dr.

  • Geb. 29. Dez. 1875 in Posen (Poznañ),
  • Gest. 16. April 1943 im Vernichtungslager Sobibór.
  • Schwiegersohn des Jarotschiner Rb. S. M. Bloch
  • 1894-1900 JTS und Univ. Breslau
  • 1900 Promotion in Breslau. 1901 Rabbinatsassessor und Religionslehrer in Chemnitz, 1902/03-1908 Rb. in Lauenburg in Pommern (Lêbork), 1908- 1911 Rb. in Pinne (Pniewy), Posen. 1911 bis um 1929 Leiter des Jaffaschen Fürsorge- und Waisenheims der Großloge für Deutschland in Berlin. Dozent für frühe semitische Sprachen an der HWJ. Mitglied der Deutschen Reichsloge (1903-1912) und des ADR. 1939 Flucht in die Niederlande, Deportation. Am 11.12.2006 wurde vor seinem Wohnhaus in der Wielandstraße 12, Berlin-Charlottenburg, ein „Stolperstein“ verlegt. Sein Sohn Joseph (J. Tal, 1910- 2008) emigrierte 1934 nach Palästina und wirkte als Komponist und Pianist, Gründer und Leiter des Zentrums für elektronische Musik in Israel und Leiter des Musikwissenschaftlichen Instituts an der Hebräischen Univ. Jerusalem. Seine Tochter Gerda überlebte das Konzentrationslager.

Dissertation

  • Die syrische Übersetzung zum Buche Esther, Diss. Breslau 1900 (ebd.).

Dokumente

  • CJA Berlin, 1, 75 C Ra 1
  • Yadvashem, Liste von Opfern aus den Niederlanden.

Literatur

  • Brann, Geschichte JTS, 1904, S. 163
  • GB 12.05.1911 (Jg. 75, Nr. 19), S. 4
  • UOBB, S. 13
  • Josef Tal, Der Sohn des Rabbiners, Darmstadt 1985, S. 10ff
  • Fehrs, Jüdische Schulen, 1993, S. 141
  • Heitmann und Schoeps (Hrsg.), Juden in Pommern, 1995, S. 53.