BHR Biographisches Portal der Rabbiner

HERZOG, David, Dr.

  • Geb. 7. Nov. 1869 in Tyrnau (Trnava), Ungarn,
  • Gest. 6. März 1946 in Oxford, England.
  • 1883-1893 RS Berlin, Univ. Wien, 1893/94 Univ. Leipzig, 1894 Rabbinerexamen am RS und 20. Juni Promotion in Leipzig. 1895 als Nachfolger Aron Ackermanns beim Synagogenverein Ahawas Scholaum in Berlin bestellt. Ab 1895 Stud. an der Sorbonne, Paris. 1897-1900 Rb. in Ungarisch-Ostra (Uherský Ostroh), Mähren, 1900 Rb. in Smichov bei Prag, Österreich-Ungarn. 1907 zum Landesrb. für Steiermark, Kärnten und Krain in Graz berufen, bis 1938 auch Religionslehrer in Graz
  • 1914-1918 Militärseelsorger. Habilitierte sich 1908 an der Universität Graz
  • dort Dozent für semitische Sprachen und Hebräischübersetzer, ab 1926 a. o. Professor für semitische Sprachen in Graz. 1929 zum Ehrenbürger der Stadt Graz ernannt. 1938 verwüsteten Nationalsozialisten sein Haus und warfen ihn in den Fluß Mur
  • Dezember 1938 Flucht nach London. Ging dann nach Oxford, wo er seine Studien an der Bodleian Library weiterführte
  • bearbeitete anfänglich hebräische Texte, bevor er zur Geschichte der Juden in der Steiermark zurückkehrte. Verschwägert mit dem Führer des polnischen Judentums Dr. Leon Reich. Ein nach Herzog benannter Fond an der Univ. Graz fördert seit 1988 den Studierenden- und Kulturaustausch zwischen Österreich und Israel.

Dissertation

  • Der Mischnakommentar des Moses Maimonides zum Traktat Peah, Diss. Leipzig 1894 (u. d. T. Maimonides’ Kommentar zum Tractat Peah, zum ersten Male im arabischen Urtext herausgegeben mit verbesserter hebräischer Übersetzung und mit Anmerkungen versehen, Berlin 1894).

Publikationen

  • Die Abhandlung des Abu Bekr ibn Al-Saig: „Vom Verhalten des Einsiedlers“, (Hrsg.), 1896
  • „Die ‚Wortvertauschungen’ im Kitab al-Luma des Abulwalid Merwan ibn Ganah und in den Schriften Abraham ibn Esra’s“, MGWJ 53 (1909), S. 709-719 und MGWJ 54 (1910), S. 82-102; auch als Sepr.-Druck
  • Josef Bonfils und sein Werk Sophnath Pane‘ah, 1. Bd. 1911 u. 2. Bd. 1930 (rez. Die Wahrheit [Wien] 10.10.1930)
  • Zwei hebräische Handschriftenfragmente aus der Steiermark, vorgelegt in der Sitzung am 30. Juni 1910, 1911
  • Kriegspredigten, 1915
  • Gedenkrede gehalten bei den Heldengräbern am israelitischen Friedhofe zu Graz, 1917
  • „Die hebräische Universität zu Jerusalem. Festrede, gehalten im israelitischen Tempel zu Graz am 27. März 1925“, Die Wahrheit (Wien) 03.04.1925
  • „Jüdische Kunst“, Die Wahrheit (Wien) 17.08.1925
  • „Adolf Bartelsund Wilhelm Fischer“, Der Morgen 10/1926 (Jg. 2, Nr. 4), S. 390-394
  • „Mein Schreiben an den Bundesminister für Heerwesen Karl Vaugoin“, Die Wahrheit (Wien) 04.11.1927
  • „Über eine verderbte Stelle im ‚Sephat Jether’“, MGWJ 71 (1927), S. 387-391
  • „Der Dank des Vaterlandes“ (Rede anläßl. der Enthüllung der Kriegsopfergedenktafel am isr. Tempel in Graz), Die Wahrheit (Wien) 22.06.1928
  • „Die Achthundertjahrfeier der Stadt Graz“ (Rede), Die Wahrheit (Wien) 12.10.1928
  • „Der jüdische Grabstein in der Burg zu Graz“, MGWJ 72 (1928), S. 159-167
  • „Berichtigung“, MGWJ 72 (1928), S. 327
  • „Erwiderung“, MGWJ 72 (1928), S. 428-432
  • Die Sprüche des Amen-emope und Proverbien, 1929
  • „Nochmals ‚eine schwere Stelle im Kommentar ibn Esras’“, MGWJ 74 (1930), S. 129-131
  • „Jüdische Grabsteine und Urkunden in der Steiermark“, MGWJ 75 (1931), S. 30-47 und MGWJ 80 (1936), S. 58-79 u. 118-121
  • „Die Kreuzfahrer und die Juden in Prag (1096)“, Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei 06/1931 u. 09/1931
  • „Frummet Meisel“, MGWJ 76 (1932), S. 73-82
  • „Abn oder Ibn in hebräischen Namen“, MGWJ 77 (1933), S. 386f
  • „Abraham ibn Esra zu Ex 25, 10 und Jesaha 57, 9“, MGWJ 77 (1933), S. 128-139
  • Urkunden und Regesten zur Geschichte der Juden in der Steiermark, 1934
  • „Das ‚Juden-Puech’ des Stiftes Rein“, Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 28 (1934), S. 79-146
  • „Die Träger des Namens ‚Meisterlein’ in der Steiermark. Eine Untersuchung zur jüdischen Gelehrtengeschichte“, MGWJ 79 (1935), S. 31-49
  • „Die jüdischen Friedhöfe in Graz“, Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in der Steiermark, Bd. 2, 1937
  • „Bemerkungen zu Ibn Esra dem ‚Historiker’“, MGWJ 81 (1937), S. 422-438
  • „Die Synagoge zu Bruck a. M.“, MGWJ 81 (1937), S. 443f.

Epigraphik

  • Begraben auf dem jüdischen Friedhof in Oxford.

Bildmaterialien

  • IFH 22.04.1926, Steininger, Fiche 096/31.

Literatur

  • Israelit 15.07.1895 (Jg. 36, Nr. 56), S. 1028
  • Die Wahrheit (Wien) 09.04.1926
  • IFH 22.04.1926, anläßl. der Ernennung zum Univ.-Prof
  • Kürschner, Gelehrten-Kalender, 1926, S. 735
  • Jüdische Pressezentrale Zürich 24.05.1929, anläßl. der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Graz
  • JP 07.06.1929
  • „’Christentum und Schächtfrage’ – D. Herzog gegen Prof. Johann Ude“, Die Neue Welt 07.06.1929
  • G. Kisch, Historia Judaica 8, 1946, S. 105f
  • EJ dt. VII, S. 1228
  • EJ eng. VIII, S. 422
  • BHE 2, S. 502
  • David Herzog, Erinnerungen eines Rabbiners 1932-1940, auf Grundlage einer Diplomarbeit von Andreas Schweiger, hrsg. von Walter Höflechner, Graz 1995
  • Hildesheimer, RS, S. 56
  • Handbuch österr. 1:4140
  • Eliav/Hildesheimer, S. 136f
  • http://www.uni-graz.at/print/bfa1www/ bfa1www_ueberdhf/bfa1www_davidherzog.htm, http://www.kfunigraz.ac.at/communication/ unizeit/archiv/vor1999/398/3-98-17.html (last visited 16.07.2009), mit Bild.