Ältestes von dreizehn Kindern des Israel H. und der Josephine, geb. Goldberger
jüdische Elementarschule und Unterricht beim Rabbiner von Pápa, Moshe Arie Roth, einem der wenigen orthodoxen Rabbiner Ungarns, die der Zionistischen Weltorganisation angehörten. 1897-1908 Jeschiwa in Preßburg (Bratislava), autodidaktisch Vorbereitung auf die Reifeprüfung, die er als Externer mit hervorragendem Zeugnis am Wagner’- schen Obergymnasium in Rákospalota, Budapest, ablegt. 1908 Ordination
1908-1910 Rb. des Vereins Montefiore in Wien, 1910-1914 Rb. in Kostel (Podivín), Mähren
1910 Heirat mit Recha Schlesinger, Tochter des Verlegers Akiba Schlesinger. 1912-1914 und 1918-1922 Rb. in Radautz (Rãdãuþi), Bukowina. 1914 Flucht nach Wien, Philosophie-Studium an der Univ. Wien und Feldrabbiner der österr.-ung. Armee in Bosnien. Als Nachfolger von Rb. Benjamin Weiss (gest. 1917) in Wiener Neustadt gewählt, trat jedoch die Stelle nicht an. 1918 Rückkehr nach Radautz, 1919 Promotion in Wien. 1922/23-1937 Rb. der Großgemeinde in Frankfurt a. M. und Leiter der „Jeschiwa“. Orthodoxer Zionist und Mitglied im Misrachi, nahm bereits 1904 als Delegierter an der 1. Weltkonferenz des Misrachi in Preßburg teil
1927 auf dem 5. Zionistenkongress zum Präsident der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands (UMLOD) gewählt. 1933-1937 Vertreter des Misrachi in der „Reichsvertretung“, 1935 Vertreter des Misrachi auf dem 19. Zionistenkongress. Mitglied des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, der Achduth und der Frankfurt-Loge. 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts-Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. 1929 Mitglied des Initiativ-Komitees zur Erweiterung der Jewish Agency
seit 1930 Mitglied des Halachischen Komitees der Vereinigung für toratreues Judentum, 1935 ins Präsidium des Keren Hayesod in Deutschland gewählt, Präsidiumsmitglied der „Reichsvertretung der deutschen Juden“
setzte sich für die Gründung einer „Organisation Thoratreuer Juden Deutschlands“ ein, die die verschiedenen orthodoxen Gruppierungen gemeinsam repräsentieren sollte, ohne dabei eine Vereinigung anzustreben. 1934 Entzug der dt. Staatsbürgerschaft, die H. erst 1929 erlangt hatte. 1935 Einladung zur Probepredigt an der Großen Synagoge in Tel Aviv, Wahl zum Rosh Bet Din in Tel Aviv
H. blieb jedoch in Frankfurt. 12. März 1937 Verhaftung durch die Gestapo, Freilassung nach Intervention der ungarischen Regierung, Ausweisung aus Deutschland als Staatsfeind, Zuflucht in Wien, wo er jedoch die ihm angebotene Stellung als OR wegen der Nähe Wiens zu Nazi-Deutschland ablehnte
1938 Emigration in die USA. Fundraising-Tätigkeit für den “Kosher Meat Fund for Jewish Institutions in Germany (to provide Kosher Meat for Hospitals, Orphan-Asylums, Old Age Homes and Other Institutions)“. 1938-1953 Rb. der “First Hungarian Congregation Ohav Zedek” in New York. Gleichzeitig Vizepräsident der Misrachi Organisation of America, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der A.F.J. C.E., Mitglied der “American Jewish Conference“. 1943/44 Mitbegründer der “Manhattan Day School“, einer jüdischen Ganztagsschule
Mai 1951 Ehrendoktor der Yeshiva-University NYC und Ehrenpräsident des Weltverbandes der aus Ungarn stammenden Juden (World Federation of Jews of Hungarian Descent)
1953 in den Ruhestand, 1954 Emigration nach Israel. Hielt Talmudstunden in seinem Haus ab, wissenschaftliche Tätigkeit
Mitglied des Obersten Rabbinischen Gerichts. Am 17. Okt. 1993 wurde zu seinem Andenken an der Bar- Ilan Univ. der Jakob-Hoffmann-Lehrstuhl für die Geschichte der Halacha eingeweiht.
Dissertation
Halakhische Elemente im Koran, Diss. Wien 1919.
Publikationen
Erez Jisroel und die gesetzestreuen Juden, Wien 1920
„Zeitkultur oder Ewigkeitswert (Rede)“, JWB 24.12.1926
„Einige Bemerkungen zu parašat teruma“, JWB 24.02.1927
„Die Verwendung eines jüdischen Friedhofs zu profanen Zwecken (Gutachten)“, Die Wahrheit (Berlin) 16.03.1928
„Sexualethik im Judentum. Leitsätze“, Blätter des Jüdischen Frauenbundes 12/1928
Die Schicksalsfrage der deutschen Judenheit (Rede, gehalten am ersten Pessachtage des Jahres 5690 in der Gemeindesynagoge am Börneplatz), 1930 (rez. in DIZ 05.02.1931)
„Liberales Judentum in Holland“, JLZ 11.02.1931 (Jg. 11, Nr. 6), S. 5
„Das traditionelle Judentum in der Frankfurter Gemeinde“, Jüdisches Jahrbuch für Hessen-Nassau 1932