bis zur Vollendung des 13. Lebensjahres Besuch der Volksschule in Gerolzhofen, anschl. vier Jahre lang auf der israelitischen Präparandenschule in Höchberg, zwei weitere Jahre an der LBA in Würzburg und 1888 Examen ebd.
1889/90-1891/92 Lehrer an der israelitischen Elementarschule in Marburg. 1891-1893 Univ. Marburg, Schüler Hermann Cohens
1893 Abitur am Gymnasium in Montabaur
nach kurzem Aufenthalt in Berlin 1893 Erzieher in einer Familie und Lehrer an der isr. Religionsschule in Frankfurt a. M.
15. Aug. 1896 Promotion in Gießen
Studium in Berlin am RS und an der HWJ, 1902/03 Rabbinerexamen an der HWJ. Bereits 1898-1901 Rb. und Religionslehrer in Konitz (Chojnice), Westpreußen
Vorstandsmitglied im Verband Westpreußischer Synagogen-Gemeinden, um 1901 Mitglied im „Verein jüdischer Religionslehrer Westpreußens“. 1901-1913/14 Leiter der IV. Religionsschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Bochumer Straße 8, 1901-1917 Lehrer an der Knabenmittelschule, 1912-1923 Religionslehrer an höheren Schulen. 1917-1923 liberaler Rabbiner in Berlin. Verheiratet mit Thekla Lehmann (1876/Warburg-1964/Manchester).
Dissertation
Der Midrasch zum 1. Buche Samuelis und seine Spuren bei Kirchenvätern und in der orientalischen Sage. Ein Beitrag zur Geschichte der Exegese, Diss. Gießen 1896.
Dokumente
UA Gießen Phil Prom Nr. 52.
Publikationen
„Bibel und Wissenschaft“, AZJ 09.12.1898 (Jg. 62, Nr. 49)
„Paulinismus und Judentum“, AZJ 12.06.1903 (Jg. 67, Nr. 24)
Kritische Beiträge zur Entstehungsgeschichte des Christentums, 1906
Liberales Judentum, 1907
Der wissenschaftliche Idealismus und die Religion, 1908
Der ethische Prophetismus und seine soziale Bedeutung, 1912
„Die philosophische Begründung des Judentums“, FS Cohen, 1912, S. 75-102
Kritik der praktischen Vernunft (Hrsg.), 1914
Lewi ben Gerson: Milchamot Adonai. Die Kämpfe Gottes. Übersetzung und Erklärung des handschriftlichen revidierten Textes. 2 Bd., 1914-1916 (Bd. 1 rez. von Simon Rubin, MGWJ 63 [1919], S. 71-74; zum Gesamtwerk: Jacob Kramer, Eine Versündigung an der jüdischen Wissenschaft, Karlsruhe 1917)
Der ethische Monotheismus der Propheten u. seine soziologische Würdigung, 1917
„Die religionsphilosophische Bedeutung Hermann Cohens“, Neue jüdische Monatshefte 2 (1918), S. 369-374
„Das Freiheitsproblem in der jüdischen Philosophie“, IFH 13.03.1919
Das Ideal im System der Kantischen Philosophie, 1920
Die Ethik Spinozas, über Gott und Geist, 1922 (rez. in JLZ 04.07.1924 [Jg. 4, Nr. 21], S. 11f.)
„Das liberale Judentum und seine Führer“, JLZ 28.04.1922 (Jg. 2, Nr. 17), S. 1
„Rationales oder irrationales Judentum“, JLZ 22.12.1922 (Jg. 2, Nr. 51), S. 1f
„Die Philosophie der Bibel“, JLZ 27.06.1924 (Jg. 4, Nr. 20), S. 11
Rezension von U. R. Deutsch, Briefe an einen antisemitischen Freund, Leipzig 1926, in JLZ 13.08.1926 (Jg. 6, Nr. 33), S. 6
Beerdigt 27. Juni 1923 in der Ehrenreihe des Friedhofs Berlin-Weissensee; Etzold u. a., Jüdische Friedhöfe in Berlin, 1988, S. 97. Die deutsche Inschrift lautet: „Die Lehre der Wahrheit war / in seinem Munde / in Liebe und Gradheit ging / er seinen Weg / der Erkenntnis des Ewigen / galt sein Streben / den Kämpfen Gottes gehörte / sein Leben.
Bildmaterialien
JLZ 01.07.1933 (Jg. 13, Nr. 7), S. 2.
Literatur
AZJ 26.04.1901 (Jg. 65, Nr. 17), S. 195
Handbuch 1913, S. 17
I. Husik, JQR 7 (1916/1917), S. 553-594
Israelit 19.07.1917 (Jg. 58, Nr. 29), S. 3
JQR 8 (1917/1918), S. 113-156, 231-268
Gemeindeblatt (Berlin), Nr. 5/6/7 vom 6. Juli 1923
Arthur Liebert, Kant-Studien. Philosophische Zeitschrift der Kant-Gesellschaft 28 (1923), S. 486-490
JLZ 18.07.1923 (Jg. 3, Nr. 25), S. 1f., Nachruf
Israelit 19.07.1923 (Jg. 64, Nr. 29), S. 6, Nachruf: „Seine rabbinische und Lehrtätigkeit in Berlin erregte berechtigten Anstoß bei den Konservativen und führte auch oft zu Zusammenstößen in der Gemeindeverwaltung“
JLZ 07.08.1923 (Jg. 3, Nr. 26), S. 3f
Gutmann, S. 113
JL III, S. 652
EJ dt. IX, S. 1148
Wininger III, S. 434
JLZ 01.07.1933 (Jg. 13, Nr. 7), S. 6, zum 10. Todestag