Gymnasialbesuch in Eisenach, Lengsfeld, Erfurt und Hannover, 1890 Immatrikulation „extra ordinem“ an der Univ. Breslau, 1892/93 Univ. Marburg, März 1893 Abitur in Montabaur, Sommer 1893 Aufenthalt in Hirschberg (Jelenia Góra), Okt. 1893 wieder an der Univ. Breslau, 1894 nach Tübingen, 1895 Promotion
2.-4. Juli 1895 erste württembergische Dienstprüfungen für das Rabbinat in Tübingen, die zweite Prüfung legte er im Jahr 1897 ab. 18. Aug. 1895 liberaler Rabbinatsverweser in Göppingen, 14. Jan. 1897 RV, dann Rb. in Oberdorf-Bopfingen, Württ.
1924 Bewerbung in Mosbach. Mitglied im Verein württembergischer Rabbiner, Mitarb. der CVZ, seit 1923 korrespondierendes Mitglied der königlichen Akademie in Córdoba aufgrund seiner zahlreichen Veröffentlichungen über Maimonides
Herausgeber der medizinischen Schriften des Maimonides. Verheiratet mit Sophie, geb. Ichenhäuser, aus Fürth. K. erlag auf einer Kurreise einem Schlaganfall
seine Witwe wurde 1942 von Stuttgart aus zunächst nach Theresienstadt, dann nach Treblinka deportiert..
Dissertation
Maimonides Commentar zum Traktat Bezah, im arabischen Urtext herausgegeben, mit verbesserter hebräischer Übersetzung, Diss. Tübingen 1895.
Dokumente
HStA Stuttgart E201c/48 vom 21. Juni 1897
UATübingen 131/44b, 23 (Promotionsakte)
CJA Berlin, 1, 75 B Ka 1 Nr. 73, fol. 275.
Publikationen
Maimonides' Commentar zum Tractat Pesachim: zum ersten Male im arabischen Urtext auf Grund von vier Handschriften herausgegeben, 1901
Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin des XII. Jahrhunderts: an der Hand zweier medizinischer Abhandlungen des Maimonides auf Grund von sechs unedierten Handschriften, 1906
„Das Geschlechtsleben in der Völkerpsychologie“, JLB 32 (1909/1910)
Rezension von Simon Eppenstein, „Miktab kifayat al-‘abidin“ (Übersetzung von Abrahm b. Moses b. Maimon’s Kifayat al- Abidin, in Festschrift zu Israel Lewy’s siebzigstem Geburtstag, Breslau 1911) in JLB 33 (1911)
„Moderne Spruchweisheit“, Ost und West 11 (1911)
Die Seelenhygiene des Maimonides: Auszug aus dem 3. Kap. des diätetischen Sendschreibens des Maimonides an den Sultan Al malik Alafdhal [ca. 1198], 1914
Zur Geschichte der jüdischen Ritualbäder in Württemberg, 1914
„Das Judentum in der Cölner Werkbundausstellung“, Ost und West 14 (1914), S. 502f
„Die jüdische Abteilung auf der Stuttgarter Ausstellung für Gesundheitspflege“, ebd., S. 570f
Eine medizinische Maimonides-Handschrift aus Granda, übersetzt und erklärt, 1916
Zur Eschatologie und Dämonologie des Judentums, Sepr.-Druck 1916
„Zur Eschatologie und Dämonologie des Judentums“, FS Kroner, 1917
Zur Terminologie der arabischen Medizin und zu ihrem zeitgenössischen hebräischen Ausdrucke; an der Hand dreier medizinischer Abhandlungen des Maimonides, 1921 (rez. von Dr. Schweizer, Israelit 23.11.1922 [Jg. 63, Nr. 47], S. 5)
„Die jüdische Weltanschauung“, CVZ 19.04.1923 (Jg. 2, Nr. 16)
Der Mediziner Maimonides im Kampfe mit dem Theologen, 1924 (rez. in Israelit 09.10.1924 [Jg. 65, Nr. 41/42], S. 19)
„Völkisches aus der Bibel“, CVZ 14.02.1924 (Jg. 3, Nr. 7)
Gesundheitsanleitung des Maimonides (Fi Tadbir AsSihhat) zum ersten Male im Urtext herausgegeben, 1925 (rez. in Israelit 10.12.1925 [Jg. 66, Nr. 50], S. 9)
„Die Hilchot deot des Rambam und die griechisch-arabische Kultur“, Israelit 25.02.1926 (Jg. 67, Nr. 9), S. 2f
„Der Esrog, ein altes Heilmittel“, Israelit 16.12.1926 (Jg. 67, Nr. 51), S. 2
„Rothenburg ob der Tauber“, CVZ 07.10.1927 (Jg. 6, Nr. 40)
Der medizinische Schwanengesang des Maimonides, 1928.
Epigraphik
Bestattet am 1. Aug. 1930 in Oberdorf, Grabstein-Nr. 451. Aus der hebräischen Inschrift: Ohev u-marbe tora de‘a u-šalom (er liebte und mehrte Tora, Erkenntnis und Frieden); die deutsche Inschrift lautet „Hier ruht Dein Körper, / doch Dein Geist wirkt weiter / in Menschen und in Werken.“
Literatur
Israelit 22.07.1897 (Jg. 38, Nr. 58), S. 926
Israelit 07.06.1900 (Jg. 41, Nr. 46), S. 1130
Israelit 21.06.1923 (Jg. 64, Nr. 25), S. 7
JLZ 07.08.1925 (Jg. 5, Nr. 32), S. 6
Tänzer, Jebenhausen und Göppingen, 1927/1988, S. 475f
IFH 07.08.1930, Nachruf
JLZ 13.08.1930 (Jg. 10, Nr. 33), S. 4, Nachruf
Israelit 14.08.1930 (Jg. 71, Nr. 33), S. 7, Nachruf
JLZ 27.08.1930 (Jg. 10, Nr. 35), S. 5, Nachruf
Wininger VII, S. 198
Tänzer, Württemberg, 1937/1983, S. 73
Sauer, Württemberg und Hohenzollern, 1966, S. 85, 141ff
Lilly Zapf, Die Tübinger Juden, 1974, S. 275
Dieter Kauß, Juden in Jebenhausen und Göppingen 1777-1945, Göppingen 1981, S. 37-41