Gymnasium in Haguenau, 1897 Abitur, 1897-1903 Besuch des Berliner RS, Studium der Ägyptologie und altsemitischen Sprachen an der Univ. Berlin
Präsident des „ernst-heiteren“ Studenten-Vereins am RS, „Dibbuk Chawerim“
1904 Rabbinatsdiplom, 1905 Promotion in Berlin. 1905-1914 Rb. des Religionsvereins „Westen“, Berlin, Passauer Str. 2. „Rein äußerlich hat er schon damals gezeigt, daß er seine eigenen Wege ginge. (…) Der fromme junge Rabbiner (ließ) sich seine Morgenritte durch den Tiergarten nicht nehmen“ (IFH 11.03.1929). Bekennender Zionist
nach einer Palästinareise Mitbegründer des ersten hebräischen Konversationsklubs in Deutschland, „Ha-Megamgem“ (Der Stotterer). Um 1911/13 Leiter der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Delbrückstraße 20
um 1913 Lehrer an der IX. Religionsschule, Joachimsthaler Str. 31-32. 1914-1916 Feldrabbiner bei der 2. Armee, 1916 OR in Straßburg im Elsaß. 1919-1934 Rb. an der liberalen Gemeindesynagoge Berlin-Charlottenburg, Pestalozzistraße. „Seine Redeweise auf der Kanzel weicht von der anderer Kanzelredner völlig ab. Seine Gemeinde hat anfangs widerwillig seine Art zu predigen ertragen, um aber nach kurzer Zeit einen solchen Gefallen daran zu finden, daß seine Zuhörer die weitesten Wege am Schabbath nicht scheuen“ (ebd.). „Er hat zu allem etwas zu sagen, (…). Und die Art und Weise wie er es sagt, ist originell und packend, so originell, daß seine zahlreichen Hörer sich erst an ihn gewöhnen mußten, es sich dann aber nicht wieder abgewöhnen konnten, ihn hören zu müssen, weil es ihnen zu einem geistigen und moralischen Bedürfnisse geworden ist“ (JR 04.10.1929). Leiter der X. Religionsschule der Gemeinde
um 1926 Kursleiter zur Ausbildung konservativer Religionslehrer und Lehrerinnen und Leiter der XIV. Religionsschule, Schillerstr. 26. Mitglied in der Vereinigung der traditionell-gesetzestreuen Rabbiner Deutschlands, Vorsitzender im Verband der Berliner Gemeinderabbiner (bis Okt. 1934)
Mitglied der Montefiore-Loge (1906/um 1929) und des Berliner Lokalkomitees der Alliance israélite universelle (um 1911). 1934 Emigration nach Palästina, Rb. bei der Gemeinde „Ih. ud Šivat S. iyon“ in Tel Aviv.
Dissertation
Über die theophoren Personennamen der alten Ägypter zur Zeit des neuen Reiches. (Dyn. XVIII - XX), Diss. Berlin 1904 (ebd. 1905).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 C Ra 1 Nr. 20, fol. 50
Ebd. Nr. 24, fol. 53
Ebd. 75 C Ve 1 Nr. 292, fol. 51.
Publikationen
Weltliche Lieder eines Geistlichen, 1906
„Der Auszug aus Ägypten im Lichte der Wissenschaft“, MGWJ 55 (1911)
„Du hast uns auserwählt“, Ein Gruss der Feldrabbiner an die jüdischen Kameraden im Deutschen Heere, hrsg. vom Verband der Deutschen Juden, Berlin 1915, S. 22-25
„Berliner Gotteshäuser: Die Synagoge Pestalozzistraße“, IFH 11.03.1926
„Secharja 12,10“, MGWJ 81 (1937), S. 293-296. Übers. von Mischle (Sprüche) für die dt. Bibelübersetzung, hrsg. von H. Torcyner, Frankfurt/ M. 1937.
Bildmaterialien
IFH 11.03.1926
IFH 03.10.1929
Sinasohn, Privatsynagogen, Fotoseite (im Anhang)
Wegweiser, 1987, S. 138.
Literatur
Israelit 19.12.1901 (Jg. 42, Nr. 100), S. 2206
Israelit 05.01.1905 (Jg. 46, Nr. 2), S. 21
GB 13.01.1911 (Jg. 75, Nr. 2), S. 5
GB 03.03.1911 (Jg. 75, Nr. 9), S. 2
Handbuch 1913, S. 17, 25
Jüd. Jahrbuch 1926, S. 325, 330
IFH 11.03.1926, Steininger, Fiche 106/ 36
UOBB, S. 54
IFH 11.03.1929, Steininger, Fiche 106/36
JR 04.10.1929 (Jg. 34, Nr. 78-79), S. 527, zum 50jährigen Geburtstag u. 25jährigen Amtsjubiläum
Jüdische Welt 01.11.1929, Steininger, Fiche 106/37