Geb. 1805 in Słu¿ewo bei Toruñ (Thorn), Prov. Südpreußen,
Gest. 21. Apr. 1895 in Włocławek, Russ.-Großpolen
Sohn des Rb. Isaak-Selig C., eines direkten Nachkommen des Verfassers des Šulh. an ‘Aruch, und der Lea
mit 11 J. zur Jeschiwa von Tobias Asche in Sêpólno Krajeñskie (Zempelburg), Prov. Westpreußen, dort mit 12 J. Chawer
mit 15 J. Morenu der Jeschiwa zu Piotrków in Russ.-Polen, Hattarot von Benjamin Melziner und von Joseph- Joske Spiro in Inowrocław (Inowrazlaw), das Zeugnis von Sal. Eger aus Posen sei ihm „durch frevelnde Hand, wohl zu irgend einem Mißbrauch, entwendet worden“. 1822 verheiratet er sich mit der Tochter von Hirsch Nachman Amsterdam, Oberrb. in Konin
seine Frau führt in Gniezno (Gnesen) ein Handelsgeschäft und ermöglicht ihm das weitere Talmudlernen sowie autodidaktische profane Studien. 1840 Rb. in Pniewy (Pinne)
seine Funktionen umfassen außer Ritualentscheidungen und der monatlichen Derascha auch Religionsunterricht und Predigten zu besonderen Gelegenheiten. Seine Wahl 1842 in Pleszew (Pleschen) wird von der Regierung annulliert, 1852-1860 Rb. in Fordon
10. Nov. 1860 bis zu seinem Tode Rb. in Włocławek. Orthodox, predigt aber fließend auf Hebräisch und auf Deutsch. Unterstützt die Pläne Guttmachers und Kalischers zur Kolonisation Palästinas. Wurde zu seiner gold. Hochzeit 1872 mit einem Geschenk Kaiser Wilhelms geehrt. Sein Sohn war der Historiker Jakob Caro (1836-1904).
Dokumente
CJA Berlin 75 A Pl 1 Nr. 56, Vertrag 1842 mit Gemeinde Pleszew
GStA Berlin, Rep. 76- III, Sekt. 7, Abt. XVI Posen Nr. 1 Bd. V, fol. 136-137 und 143-144 vom 16. März und 18. April 1843, Gutachten und Annullierung der Wahl
AP Poznañ, Landratura Pleszew, Nr. 291, Akten des Wahlstreits, siehe S. 6; es hätten „hier einige Mitglieder an den bei der ersten Wahl mit 54 Stimmen gewahlten [!] Rabbiner Caro nach Pinne einen Brief geschrieben, u. darin ihn so sehr zurückgeschreckt, daß er den Contract nicht vollziehen wollte“ (2. März 1842); S. 49 betr. Gesuch C.s (9. Jan. 1843); S. 87 rechtfertigt der Oberpräsident C.s Nichtbestätigung, „weil er durch unerlaubten Verkehr mit einer Schäfer-Frau sich verdächtig gemacht haben soll“ (20. Feb. 1844)
GStA Berlin, Sekt. 8, Abt. XVI Bromberg Nr. 1, vol. III, fol. 240 vom 16. Sept., 7. Nov., 23. Nov. 1844, Wahl in Fordon
CAHJP Jerusalem AHW 543b Fasc. I 244; II S. 46-50, Bewerbung in Hamburg 1851 mit ausführlichem Lebenslauf. Er zählt sich unter „die Gelehrten des Herzogthums Posen, die sich dem deutschen Element zugewendet“, gesteht aber seinen Mangel an dt. Rhetorik ein; „ist auch mein Dialekt ebenso gut als der Vortrag vernehmbar, konnte ich es dennoch nicht so weit bringen, einen fehlerfreien deutschen Vortrag frei zu halten [...] Dieses erachte ich bei einem Prediger für einen solchen Nachtheil, daß ich mich bei Vakanzen deutscher Rabbinatsstellen, wo die Predigt Hauptsache ist, niemals bewarb, jedoch ist dieses bei der Homiletik der derašoth [...] nicht der Fall, diese werden gewöhnlich von mir stegreiflich gehalten“
CJA Berlin, 75 A Fr 5 Nr. 18, fol. 25, Bewerbung in Frankfurt.
Manuskripte
Ein Kommentar zum YD, für den der Autor keinen Drucker fand.
Publikationen
„‘Od ba-h. aqirah ve‘inyan piqquah. näfäš“, Šomer S. iyyon ha-Nä’äman, S. 214; „Bichelal dedin šä-’attah dan lehah. mir wesofo lehaqqel“, ebd., S. 298
Minh. ath Šabbath, dt. Übs. der Pirqe ’Avoth mit hebr. Komm. Soläth la-Minh. ah und dt. Superkommentar Ma‘arächäth Levonah Zakkah [Lev 24,7], Krotoszyn 1847, 138 S.; Piotrków 1879, 74 Bl.; Wilna 1894; 1905; photogr. Nachdruck Jerusalem 1969
T. evoh. wehachen [nach Gen 43,16], über Schächten und Fleischbeschau, Leipzig 1859, 102 S
Qol ’Omer Qera’ [Jes 40,6], Homilien für alle Wochenabschnitte des Jahres, 4 Bde. Warschau 1866-1888; Wilna 1895; 1912, u. ö
Birkath ha-S. adoqim, über neuhebr. Literatur, Warschau 1887