Studium bei Josef Israel Deutsch, Av Bet Din in Balassagyarmat, an den Talmudhochschulen in Preßburg (Bratislava
ab 1886), Pápa und Frankfurt a. M. (1891/92) und an den Univn. Heidelberg und Würzburg, 14. Febr. 1896 Promotion in Würzburg. 1900 Rb. in Halacz, 1909-1910 Rb. in Miskolcz, seit 24. Nov. 1910 (die Wahl fand bereits 1909 statt) bis 1934 Oberrabbiner der DIG in Hamburg
Ehrenmitglied der Beerdigungsbruderschaft, Mitglied der Kommission für die Beaufsichtigung der Beschneidungen, Mitglied im Vorstand der Talmud Tora Realschule am Grindelhof, Vorsitzender im Kuratorium der Israelitischen Mädchenschule in der Bieberstraße, zeitweise Leiter des Jugendamtes der Gemeinde. Vorsitzender der Landesdirektion des Keren Hatora in Deutschland und der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland
Mitglied im Bund jüdischer Akademiker. In erster Ehe verheiratet mit einer Tochter von Moses Mordechai Pscherhofer, Aw Bet Din in Sereï, in zweiter Ehe Schwiegersohn von Natan Rechnitzer. Schwiegervater von Rb. Eli Munk. Er hinterließ Frau und Kinder.
Dissertation
Darstellung und Kritik der Moralphilosophie Spir's, Diss. Würzburg 1896 (Raab 1897).
Dokumente
StA Hamburg, Bestand 741-4 (Fotoarchiv), Sa 1099: Jüd. Gemeinden 578, fol. 183: Einführungsgottesdienst für Dr. Spitzer am Do., 24.11.1910, Bornplatz-Synagoge
Jüd. Gem. 543d, Spitzer war bei Teilen der Gemeinde zeitweise sehr umstritten. Nr. 14, „Dr. Spitzer ist unter obwaltenden Umständen, und solange er sich nicht gebessert hat, weder fähig noch würdig in uneingeschränkter Weise Oberrabbiner einer deutschen Grossgemeinde zu sein. [...] er ist terroristisch veranlagt und eigensinnig. Gute Qualifikationen bieten nicht genügenden Ausgleich.“
Ebd. S. 11-14 u. 28f
Ebd. 543e, S. 17f., 31, 33, 40, 44, 48ff., „Es sei zugegeben, daß die Einstellung des Oberrabbiners in manchen Fällen nicht das Verständnis der Verwaltungs-Körperschaften des D.I.S.V. fand, die einzelnen Angriffe des Familienblattes [von 1932, erg. d. V.] lassen sich indessen zum großen Teil widerlegen bzw. als groteske Verbauschungen nachweisen“
Ebd. S. 57, 59
Ebd. S. 67, zum „Heimgang dieses Thorafürsten“ heißt es, er sei ein „aufrichtiger, gerader und unbeirrbarer Verkünder und Interpret der Lehre vom Sinai“ gewesen und habe „wiederholt die [portugiesische, erg. d. V.] Gemeinde in ernsten und schwierigen Fragen beraten“; S. 89.
Manuskripte
StA HH Jüd. Gem. 543d, fol. 61f., halachische Stellungnahme zur Verwendung eines bestimmten Stärkemehls in Backwaren.
Publikationen
„An die jüdische Öffentlichkeit in Deutschland“, Israelit 28.06.1928 (Jg. 69, Nr. 26), Beilage (Blätter/Agudas Jisroel), S. 1
„Das Schulwerk der Agudas Jisroel in Eretz Jisroel: 2.“, Israelit 07.02.1929 (Jg. 70, Nr. 6), Beilage (Blätter/Agudas Jisroel), S. 3
„Delegiertentag der deutschen Landesorganisation am 19. und 20. Mai in Leipzig. Brief der Landesorganisation Agudas Jisroel an die Ortsgruppen“, Israelit 21.03.1929 (Jg. 70, Nr. 12), Beilage S. 1.
Epigraphik
Beisetzung auf dem Ohlsdorfer Friedhof in einem Ehrengrab. Der Grabstein wurde am 16. Juni 1935 errichtet.
Bildmaterialien
Israelit 08.01.1925 (Jg. 66, Nr. 2), S. 7, hier auch Gruppenfoto vom „Bund jüdischer Akademiker“
Israelit 01.01.1932 (Jg. 73, Nr. 1), S. 4
Jahrbuch SH/Hansestädte 6 (1934/ 1935), Bildseite nach S. 4
Jahrbuch SH/Hansestädte 1 (1929/1930), S. 47f., 52, 54
Jahrbuch SH/Hansestädte 2 (1930/1931), S. 76
Israelit 01.01.1932 (Jg. 73, Nr. 1), S. 4f
DIZ 1932 (Nr. 16), S. 7f
Mehrere Artikel im IFH der Jahre 1932-1933 zur „Affaire Dr. Spitzer“
DIZ/Die Laubhütte 1932 (Nr. 16), S. 1f
DIZ 1932 (Nr. 17), S. 16f., „Beschämendes Verhalten eines jüdischen Blattes“, zu IFH 21.07.1932 [Nr. 29], „Oberrabbiner Dr. Spitzer und Deutsch-Israelitischer Synagogenverband“)
DIZ/Die Laubhütte 1932 (Nr. 17), S. 1f
Israelit 23.03.1933 (Jg. 74, Nr. 12), Beilage S. 1
Jahrbuch SH/Hansestädte 6 (1934/1935), S. 4, Nachruf, „Sein Andenken wird fortleben als eines Mannes unbestechlichen Wahrheitssinnes, autoritativer Rabbinatsführung, tiefer Frömmigkeit und umfassenden talmudischen Wissens“
Israelit 31.05.1934 (Jg. 75, Nr. 22), S. 11
JLZ 01.06.1934 (Jg. 14, Nr. 44), S. 4
CVZ 07.06.1934 (Jg. 13, Nr. 23), S. 7, Nachruf
Israelit 07.06.1934 (Jg. 75, Nr. 23), S. 1, 3f., Nachruf
Israelit 21.06.1934 (Jg. 75, Nr. 25), S. 4, Auszüge der Gedenkrede von Rb. Dr. Lewin
Israelit 05.07.1934 (Jg. 75, Nr. 27), S. 8, zur Trauerfeier
IFH 16.05.1935
Israelit 20.06.1935 (Jg. 76, Nr. 25), S. 15, und 27.06.1935 (Jg. 76, Nr. 26), S. 13, zur ersten Jahrzeit
„Die Mazewa des Oberrabbiners Dr. Samuel Spitzer s. A.“, FS Beerdigungs-Brüderschaft Hamburg, 1937, S. 14f
Ebd., S. 38f., 41
Wolfsberg-Aviad u. a. (Hrsg.), Drei- Gemeinde, 1960, S. 76f